Das Rätsel von Paris

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Das Rätsel von Paris

Claudia Wuttke (Übersetzer). Unionsverlag 2010, Gebundene Ausgabe, 320 Seiten, € 9,00

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Das Rätsel von Paris

Inhalt

Eine weitere Attraktion der Weltausstellung in Paris 1889 soll das Treffen der größten Detektive der Welt sein. Sie sind zusammengeschlossen im Club der 12, die sich jedoch noch nie alle getroffen hatten. Das geschieht jetzt, organisiert wird das Treffen und eine Ausstellung zu den Methoden der großen Detektive – jeder soll Objekte und Hilfsmittel seiner Arbeit mitbringen – von dem Polen Arzaky, der in Paris lebt. Jeder der Meisterdetektive hat einen Assistenten, einen Adlatus. Nur Craig aus Argentinien hatte nie einen Assistenten, scheint das aber nur kurz vor seiner Abreise nach Paris ändern zu wollen. Er nimmt Schüler an und allen Schülern ist bewusst, dass der Beste aus ihren Reihen Craigs Adlatus werden wird. Einer dieser Schüler, Sigmundo Salvatrio, Sohn italienischer Einwanderer, ist der Ich-Erzähler des Romans. Er ist nur der Sohn eines Schumachers, doch er liebt Detektivarbeit und liest mit Leidenschaft alles, was in der Zeitschrift La Clave del Crimen über die Detektive geschrieben wird. Er kennt alle ihre berühmten Fälle. Doch Craigs Meisterschüler ist ein anderer. Als dieser jedoch im Laufe einer Untersuchung ermordet wird, zeigt Craig gerade Salvatrio die dukle Seite seines Berufes, ein übles Geheimnis. Salvatrio soll an Craigs statt nach Paris reisen, die üble Geschichte seinem Freund Arzaky und nur ihm erzählen und seinen berühmten Stock, der zugleich auch Degen und Schusswaffe ist, der Ausstellung eingliedern.

In Paris treffen sich die nun 11 Detektive und ihre Assistenten. Arzakys Assistent ist alt geworden und kann an der Zusammenkunft nicht mehr teilnehmen, so ernennt Arzaky Salvatrio kurzerhand zu seinem zeitweisen Assistenten. Unter den Meisterdetektiven gibt es eine ganze Reihe von Animositäten, besonders verfeindet sind Arzaky und Louis Darbon, beide wollen Meisterdetektiv von Paris sein. Auch unter den Assistenten, seltsamen und ungewöhnlichen Gestalten, gibt es alles andere als eitel Freude und Freundschaft.

Als Darbon ermordet wird, gerät natürlich auch Arzaky in Verdacht. Darbon war von dem halbfertigen Eiffelturm gestürzt, ausgerutscht auf einer Ölpfütze. Das soll jedoch nicht der einzige seltsame Vorfall bleieben. Ein bereits Hingerichteter wird bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, eine schöne Chanteuse, die Sirene, in einem Wasserbassin ertränkt. Die 11 Detektive sind gefordert und auch Savatrio ist mitten im Geschehen, hatte er doch den geheimnisvollen Assistenten eines Kollegen genauso kennen gelernt wie die faszinierende und verwirrende Sirene.

Es kommt zu unerhörten Begebenheiten, zum ersten Mal wird ein Detektiv aus dem Kreis der 12 ausgeschlossen, zum ersten Mal wird darüber diskutiert, was eigentlich in den geheimen Statuten der Detektive steht und ob es möglich ist, dass ein Assistent vollwertiger Detektiv wird. Auch die Lösung des Falles am Vorabend der Weltausstellung ist unerhört, sie verändert Salvatrios Leben – soll hier aber natürlich nicht verraten werden.

Fazit

Schießende Stockdegen, teetrinkende Damen in den oberen Stockwerken und skandalöse Sirenen, dunkle Geheimnisse und verdeckte Leidenschaften, der Argentinier de Santis erweist der viktorianischen Zeit Europas seine Referenz. Mit viel Fantasie setzt er der Zeit, Paris vor der Weltausstellung und den großen Kriminalisten ein Denkmal. Dabei wird jedoch Schicht um Schicht der Lack über der Geheimgesellschaft der Detektive und die philosophische Theorie der großen Verbrecher und Verbrechen demontiert. Ein intelligenter Schauerroman.

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