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Ich lasse mir das Singen nicht verbieten

HURZ!

Der Sänger:

Hape Kerkeling zählt zu den beliebtesten und erfolgreichsten Komikern und Moderatoren Deutschlands. Mit seinen Kunstfiguren wie Horst Schlämmer, Hannilein oder Uschi Blum brachte er ein Millionenpublikum zum Lachen. Seinen Durchbruch hatte Kerkeling 1984 mit der Musikshow “Känguru”. Mitte der 90er lief es für ihn nicht ganz so gut. Mehrere TV-Formate floppten, bevor er 1999 mit der Sat.1-Sendung “Darüber lacht die Welt” wieder einen Erfolg verbuchen konnte. Für die Moderation der RTL-Show “Die 70er Show” wurde er mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Auch als Autor konnte er große Erfolge feiern. Sein Buch “Ich bin dann mal weg” avancierte zum meistverkauften Buch des Jahres 2006. Als Thomas Gottschalk bekannt gab, die Moderation der Sendung “Wetten dass…?” aufzugeben, sollte Hape Kerkeling, wie bereits 1992, sein Nachfolger werden. Allerdings lehnte er dieses Angebot auch diesmal wieder ab.

Das Album:

Immer wieder ist Hape Kerkeling auch als Sänger in Erscheinung getreten. Mit den Songs “Das ganze Leben ist ein Quiz” und “Hurz!” erreichte er in den 90ern sogar die Top 5 der deutschen Singlecharts. Auch bekannte Schlagertitel hat er immer wieder parodiert, sei es in seinen Bühnenshows oder mit seinen Figuren Horst Schlämmer oder Uschi Blum. Jetzt hat er sich, wie er selbst sagt, einen Lebenstraum erfüllt und als Sänger ein Album fernab der Parodie aufgenommen.

15 Titel aus der Schlagerwelt der 50er bis 70er Jahre hat sich der in Recklinghausen geborene Entertainer ausgesucht. Vom eröffnenden Ireen-Sheer-Klassiker “Feuer” über den Siw-Malmquist-Oldie “Liebeskummer lohnt sich nicht” bis hin zu den “Fahrenden Musikanten” lässt Hape nichts aus. Allerdings fragt man sich immer wieder, was dieses Album eigentlich soll. Klar, es soll unterhalten. Und das Hape Kerkeling das kann, hat er schon oft unter Beweis gestellt. Doch hier scheint der Schuss eher nach hinten loszugehen. Die musikalische Umsetzung ist zwar nicht gänzlich misslungen, doch ist Hapes Stimme einfach zu dünn, um den Hörer vom Hocker zu reißen.

Daran können auch die vier Duettpartnerinnen Kim Fischer (“Fahrende Musikanten”), Mary Roos (“How Do You Do”), Jane Comerford (“Chanson d’Amour”) und vor allem Michelle Hunziker (“Komm ein bisschen mit nach Italien) nichts ändern.

Dazu gibt es noch zwei Neuaufnahmen der bekannten Hape-Songs “Das ganze Leben ist ein Quiz” und “Hurz!”, ohne die ich aber auch gut hätte weiterleben können.

Trackliste:

01 – Feuer

02 – Herzen haben keine Fenster

03 – Und du willst geh’n (Porque te vas)

04 – Liebeskummer lohnt sich nicht

05 – Komm ein bisschen mit nach Italien (Duett mit Michelle Hunziker)

06 – Schmidtchen Schleicher

07 – Chanson d’Amour (Duett mit Jane Comerford)

08 – Das ganze Leben ist ein Quiz

09 – How Do You Do (Duett mit Mary Roos)

10 – Jetzt geht die Party richtig los

11 – Fahrende Musikanten (Duett mit Kim Fischer)

12 – Quando, Quando,

13 – Hurz

14 – Ich lasse mir das Singen nicht verbieten

15 – Porque te vas

 

Fazit:

Mit “Feuer” fängt das Album noch vielversprechend an, um dann recht schnell belang- und stellenweise lustlos dahinzuplätschern. Die Aussage, dass es sich bei dem Werk um einen Herzenswunsch handelt, konnte ich nicht heraushören. Dafür fehlen Pfiff und Innovation, die den Songs sicher gut getan hätten. “Ich lasse mir das Singen nicht verbieten” mag als Motto für Hape Kerkeling stimmen, doch begeistern konnte er mich mit seinem Werk nicht.

 

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Musik
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Instrumentalisierung
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Requiem

Requiem – Lauren Oliver

 

Inhalt

Nachdem Lena und ihre Freunde Julian vom sicheren Tod gerettet haben, flüchten sie mit ihm zusammen in die Wildnis. Doch sie wissen auch, dass sie ihr altes Leben nicht einfach so weiter leben können. Die Regierung zeigt immer mehr ihre Macht und versucht die Wilden erneut auszurotten. Doch diesmal nicht mit einem Luftangriff, der fast alles zerstört, sondern sie schicken ihre Truppen in die Wälder, um sicher gehen zu können auch wirklich alle Wilden auszurotten. Niemand soll fliehe können. Lena gehört mit zum Wiederstand, der von Tag zu Tag größer wird. Immer mehr Wilde treten ihm bei, um für ihre Freiheit und um ihr Leben zu kämpfen.

Sie ziehen als Gruppe in ein von Wilden besetztes Gebiet und hoffen, dort Zuflucht unter Gleichgesinnten finden zu können. Doch Lena wird schnell klar, dass ihre Lebensweise vielleicht doch nicht immer die richtige ist. Im Camp leben hunderte Wilde wie Tiere zusammen. Der Gestank ist unerträglich und sie benehmen sich auch wie Tiere – streiten und kämpfen um Lebensmittel und Decken und töten sich sogar gegenseitig. Doch sie finden auch eine Verbündete – Pippa – eine alte Freundin von Raven.

Als im Camp jedoch der Fluss nicht mehr fließt und somit auch kein Trinkwasser oder Wasser zum Waschen verfügbar ist, begeben sich Lena und ihre Gruppe in eine gefährliche Mission: den Damm, der in der Stadt erbaut wurde, zerstören. Doch die Mission läuft schief, weil sie einen Maulwurf unter ihren engsten Freunden haben und dieser Maulwurf erzählt sogar noch, dass Zehntausende Männer unterwegs sind in das Camp, um es dem Erdboden gleich zu machen. Doch was sollen Lena und ihre Freunde tun? Zum Kämpfen ist ihre Truppe zu schwach, unorganisiert und nicht gut genug bewaffnet.

Lena ist verzweifelt, doch sie müsste eigentlich froh sein, Julian an ihrer Seite zu haben. Doch dass Alex plötzlich auch zu ihrer Gruppe gehört macht es Lena sehr schwer. Sie liebt ihn immer noch – mehr sogar als Julian. Doch Alex sagt, dass er Lena nicht liebe und nie geliebt habe. Er geht sogar eine Beziehung mit Coral, einem Mädchen, was die Gruppe gerettet hat, ein. Das bricht Lena das Herz, aber Alex scheint das nicht zu interessieren. Und auch Julian merkt, dass Lena noch etwas für Alex empfindet, was die Stimmung ständig zum Brodeln bringt.

 

Fazit

Der letzte Teil der Serie hatte zwar einen schönen Abschluss, ich hätte aber noch gerne mehr darüber erfahren, wie die einzelnen Personen in einigen Jahren leben und wer alles überlebt hat… An sich war das Buch aber wieder vom Anfang bis zum Ende spannend geschrieben. Es war auch wieder in zwei Teile geteilt – diesmal aber nicht in Zeiten, sondern in Personen. Ein Kapitel war über Lena, das andere über Hana – Hana, die den zukünftigen Bürgermeister von Portland heiraten wird. Hana ist mittlerweile geheilt, aber die Heilung scheint bei ihr nicht voll anzuschlagen, weil sie immer noch an Lena und ihr altes Leben denkt, was es ihr in ihrem jetzigen Leben schwer macht – denn ihr zukünftiger Mann ist ein skrupelloser Tyrann.

Bei Lena geht es um zwei Dinge – das nackte Überleben und irgendwie wieder die Städte einzunehmen, die Regierung zurückzudrängen und um ihre Liebe zu Alex und Julian. Sie liebt Alex über alles, doch der behandelt sie wie das Letzte. Julian ist über beide Ohren in sie verliebt und zeigt ihr das auch, aber sie kann es einfach nicht erwidern, weil sie ihn nie so lieben wird wie Alex. Die Liebe zwischen Lena und Julian finde ich auch eher oberflächlich und nicht so tief und herzzerreißend wie die Liebe zwischen ihr und Alex…

Das Ende des Buches ist zwar schön, aber dennoch ungewiss. Die Lösung ist etwas einfach – ich kann mir nicht vorstellen, dass es nun zu Ende ist. Meines Erachtens müsste es noch einen letzten Band geben, weil das Ende kein richtiges Ende sein kann…

 

Autorwertung

Spannung
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Romantik
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Slow Me Down

WAS FÜR EINE FRAU!

Die Sängerin:

Sara Evans wurde in Missouri geboren und begann bereits mit vier Jahren zu musizieren. Mit sechzehn stand sie jeden Abend auf der Bühne einer lokalen Tanzhalle. 1991 der Umzug nach Nashville, wo sie ihren Mann Craig Schelske kennenlernte. Mit ihm gründete sie eine Countryband und unternahm ausgedehnte Tourneen. So wurde der Songwriter Harlan Howard auf sie aufmerksam und verschaffte ihr einen Plattenvertrag. 1997 erschien das erste Album. Mit dem zweiten Album „No Place That Far“ gelang Sara Evans der Durchbruch in der Countyszene. Seitdem zählt sie zu den bekanntesten Sängerinnen dieser Musik und arbeitete mit Größen wie Vince Gill, Martina McBride oder Jamie O´Hara zusammen.

Das Album:

„Slow Me Down“ ist das neunte Album einer Sängerin, die in Deutschland leider komplett unbekannt ist. Das sollte sich allerdings schnellstens ändern, denn Slow Me Down“ ist ein nahezu perfektes Country-Pop-Album.

Das Album startet mit der titelgebenden Powerballade „Slow Me Down“. Ein unglaublicher Refrain und die warme und ausdrucksstarke Stimme von Sara Evans machen diesen Song zu einem Überflieger, nachdem man sich fragt, was da noch kommen kann.

Und es kommt einiges. „Not Over You“ ist das erste von drei Duetten, die diesem Album zusätzlichen Reiz geben. Bei diesem Song wird Sara Evans von Gavin DeGraw unterstützt. Später kommen noch Isaac Slade (Can´t Stop Loving You“) und Vince Gill („Better Off“) zum Einsatz, wobei auch die Midtemponummer mit Isaac Slade zu den Perlen des Albums gehört.

Überhaupt stellt man fest, dass wirklich jeder Song dieses Albums Hitpotential hat. Immer wenn man denkt, jetzt muss doch mal ein schwächerer Titel kommen, zieht Sara Evans Songs wie „You Never Know“ oder „If I Run“ aus dem Ärmel. Und diese Qualität hält sie bis zum Ende durch. Bei „Good Love Is hard To Find“ wusste ich, dass ich hier eine Sängerin gefunden habe, deren Weg ich von jetzt an begleiten werde und mit „Revival“ setzt sie dann noch einen Schlusspunkt unter ein Album, bei dem ich danach sofort wieder auf Play gegangen bin.

Trackliste:

01 – Slow Me Down

02 – Not Over You (feat. Gavin DeGraw)

03 – Put My Heart Down

04 – Can´t Stop Loving You (feat. Isaac Slade)

05 – You Never Know

06 – If I Run

07 – Sweet Spot

08 – Good Love Is Hard To Find

09 – Better Off (feat. Vince Gill)

10 – Gotta Have You

11 – Revival

 

Fazit:

„Slow Me Down“ ist ein Album, auf das sich eher zufällig gestoßen bin. Und für diesen Zufall danke ich, denn ich habe dadurch mit Sara Evans eine Sängerin kennengelernt, die mich schwer beeindruckt hat. Hierzulande ein vollkommen unbeschriebenes Blatt heimst sie in den USA Gold- und Platinalben ein. Und das ist auch kein Wunder. Ihr aktuelles Werk liefert hervorragenden Country-Pop, den man kaum besser machen kann, dazu ihr Stimmvolumen und fertig ist ein Dauerplatz auf meiner Playlist. Wer Sara Evans erst kennenlernen möchte, kann im Prinzip jeden Song des Albums anspielen, ich empfehle aber „Slow Me Down“ und „If I Run“ die aus der Masse der tollen Songs noch ein Stückchen herausragen.

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Musik
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Instrumentalisierung
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Stimme
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Der Wanderfalke

J.A. Baker: Der Wanderfalke

Wirklich lebendig

Das Auge isst mit. Jene ganzheitlich-sinnliche Erfahrung gilt gemeinhin für andere Bereiche als das Verköstigen von Literatur. Wenn aber der Einband und das Artwork dermaßen herausstechen, wie bei den Naturkunden des Matthes & Seitz-Verlages aus Berlin, dann ist das zuallererst eine Erwähnung wert. Denn der Wanderfalke, der in dieser Mixtur aus wissenschaftlicher Beschreibung und Roman im Mittelpunkt steht, wird auf dem Softcover anmutig präsentiert. Das grau schimmernde Gefieder lädt ein zum Streicheln und Betasten. Auch die feine Zeichnung des Vogels, der mit lateinischem Namen Falco peregrinus geschimpft wird, auf Seite Eins und auch die Kapitelüberschriften in einem romantischen Schreibstil machen zunächst einmal das Auge und die Sinne glücklich.

Noch kein Wort über den Inhalt und doch fällt bis hierhin auf: da sitzen Menschen in diesem Verlag, die sich nicht nur Gedanken, sondern mit bewusster und vollständiger Aufmerksamkeit ihren Projekten widmen. Der Zuspruch der bisherigen Rezipienten der Naturkunden spricht da im Übrigen Bände. Nun also der Wanderfalke, der in diesem Buch in Form einer obsessiven Beobachtung und im Rahmen einer historischen Rückschau verstanden werden kann. Historische Rückschau deshalb, weil der Aufschrei seinerzeit, im Jahr 1962, in England riesengroß war, als man feststellte, dass die damals wie heute weit verbreiteteste Vogelart der Welt (die also bis auf die Pole überall vorkommen kann) massive Populationsrückgänge zu verzeichnen hatte.

Genau da setzt jener nun wieder neu aufgelegte Roman, der eigentlich kein Roman, sondern eher eine Tierbiographie ist, ein; ohne aber zu bemitleiden oder zu lamentieren, nach dem Motto, der Wanderfalke stirbt aus, lasst ihn uns literarisch ehren und damit retten. Keine Spur davon, denn der Autor J.A. Baker beginnt seinen Bericht, wie er ihn auch konsequent das ganze Buch über beibehalt, aus der Perspektive des stillen, aufmerksamen und sinnesvollen Jägers. Kein Jäger des Gefieders und des Fleisches wohlgemerkt, sondern ein Jäger der natürlichen, animalischen Sensationen. Das ist im Vergleich zu den Öko-Terroristen unserer Tage so was von wirklich, dass jeder der heute inflationär seine Umwelt schützen will, lieber den Mund halten und dieses Buch lesen sollte. Darin erkennt man dann, dass Umwelt nicht geschützt werden will, sondern entweder authentisch wahrgenommen – wie bei Baker – oder gehirngestört mathematisiert – wie bei den Grünen und ähnlichen Parteien und Organisationen – werden kann.

Aufgeteilt ist der Band in ein Vorwort, das trotz aller Größe dieses Werkes etwas arg den Bogen überspannt (es ist nämlich nicht die schönste Prosa, die je geschrieben wurde, auch wenn man gegen Sprache, Syntax und Aufbau nichts sagen kann; im Gegenteil: toll und spannend und empathisch geschrieben ist es; aber, wie gesagt, nicht von Goethe oder Kleist), sowie drei Teile, die Baker vorgelegt hat. Die Anfänge (seine Beschreibungen der englischen Landschaft, in der er lebt und die Wanderfalken mit ihm), den Wanderfalken selbst (wenn man so will: ein prosaisch schmelzender Bericht, der in keinem Biologiebuch so zu finden ist – und das ist traurig!) und einem Tagebuch, in dem er minutiös, aber nicht penetrant und nervig, einen Herbst und Winter erzählt, den das animalische Leben des Falken in seiner Nähe mit sich bringt.

Fazit:

Das waren Zeiten, die nichts mit Heimatkunde oder alten Werten zu tun haben, als man noch still und offen und nicht gestört von tausend Minimaschinen an und im Körper wurde. So wurde man Teil der Wirklichkeit. Die Naturkunden sind ein herausragendes Beispiel, dieses so menschlichen, so notwendigen Aspektes der eigenen Erfahrung. Hier ist ein treffliches, lebensnahes, bewegendes Beispiel.

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Der unsichtbare Apfel

Robert Gwisdek: Der unsichtbare Apfel

Hellsichtig in dunklen Welten

Es geht weniger um den Inhalt oder den Plot der Geschichte, als um das Wesen, das sich in Sprache und Hinwendung des Autors ausdrückt. Der unsichtbare Apfel ist ein Paradebeispiel für luzides Erkennen, ein Roman, der weit hinter die Möglichkeiten einer mittlerweile arg beschränkten und zerstörten Gesellschaft greift. Wer dieses Werk, wie es in manchen Besprechungen schon geschehen ist, als die Lebensbeschreibung des halbautistischen Igors – der Hauptperson – bezeichnet, verkennt die Psychologie der eigenen Unfähigkeit. Dieses Buch ist eine Offenbarung, der es sich anzunähern lohnt.

Robert Gwisdek ist das, was man ein Multitalent nennen könnte. Ein von der Muse in vielerlei Hinsicht geküsster. Hip-Hop-Star, Schauspieler und seit neuestem eben auch Schriftsteller. Zunächst muss man feststellen, dass die Fähigkeit, die deutsche Sprache gewissenhaft, zärtlich und klar auf den Punkt zu bringen, ihm in den meisten Fällen gelingt. Der Stil ist flüssig und formidabel, braucht sich hinter angeblich großen Literaten nicht zu verstecken. Viel überragender ist das, was transportiert werden will: nämlich die Erkenntnisfähigkeit des Menschen und seine modernen Beschränkungen.

Die Hauptperson Igor wird zu Beginn mit einer Schnellbiographie der Kinder- und Jugendzeit eingeführt, bevor es im jungen Erwachsenenalter nun an die Herausforderungen der Welt geht. Wenn jener Igor schon in der Schule die hellsichtige Chuzpe besitzt, seinen Direktor darüber zu informieren, dass der Unterricht, dem er,  dem jeder deutsche Schüler beiwohnt, den Tastsinn, das Gehör und den Geruch nicht trainiere, dann ist das eben nicht halbautistisch, sondern hervorragend und ehrlich. Und notwendig.

Konsequent also nur, dass Igor mit 23 Jahren, unverstanden und verständnislos gegenüber seiner Umwelt, ein wahnwitziges Projekt unternimmt. Hundert Tage Dunkelheit, um zu erfahren, was dann noch erfahrbar ist. Noch mal: das sind keine Spinnereien, sondern im Grunde praktische Übungsanleitungen zahlreicher schmanistischer, religiöser oder auch psychomotorischer Ratgeber, die Gwisdek entweder studiert hat oder aber er ist unabhängig davon zu eben jenen elementaren Fähigkeiten gelangt.

Dass die Menschen aus Igors Sicht unmündig, unvernünftig und unverantwortlich sind, ist keine bloße Metapher, sondern Realbeschreibung seiner, unserer Gesellschaft. Von daher wird dieses Buch wahrscheinlich deshalb nicht von allen verstanden, weil diese hellsichtige Fähigkeit nicht einfach so vom Himmel fällt. Mit diesem Werk hier hat man definitiv die Möglichkeit, Dinge aus der wirklichen Welt zu erfahren.

Fazit:

Wer Dinge einfach des Tun willens macht, lebt wie ein Krieger. Igor darf in dieser Hinsicht als Vorbild dienen. Er darf als leuchtendes Vorbild dienen, weil so viel Unzweckmäßigkeit seinen Taten innewohnt. Am Ende kann man sich noch nicht mal sicher sein, ob dem Autor eigentlich bewusst ist, welch Grandezza an Bewusstseinsschulung er in diesem Roman anbietet. So lange es den Lesern bewusst wird – und diese Möglichkeit besteht hier exemplarisch – ist vieles gewonnen. Ein starkes Stück Wirklichkeit!

Autorwertung

Humor
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Story
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Kreativität
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