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Sterling (Mageri Series #1)

Sterling (Mageri Series #1) – Dannika Dark

 

Inhalt

Zoe ist eigentlich eine ganz normale Frau. Sie hat eine beste Freundin, Sunny, lebt in einem kleinen Vorort und hat keinen festen Freund und möchte auch nicht, dass sich das ändert. Doch ihr Leben ändert sich, als sie nach einem Discobesuch durch ein dunkles Feld läuft und überfallen wird. Sie wacht in einem Leichensack auf und flieht. Bei ihrer Flucht rennt sie genau in die Arme eines Fremden – Adam. Dieser nimmt sie mit zu sich und pflegt sie, bis sie nach 3 Tagen schließlich aufwacht. Doch Zoe ist nicht mehr die, die sie mal war. Sie fühlt sich anders und sie hat sich auch optisch verändert. Auch Adam hab diesen Wandel mit erlebt und kann es sich zuerst nicht erklären. Zoe lebt bei Adam und zwischen den beiden entwickelt sich eine enge Freundschaft, von Adam’s Seite vielleicht auch etwas mehr.

Doch schon nach kurzer Zeit wird klar, dass Zoe kein normales Leben mehr führen kann. Sie trifft zufällig Justus in einer Bar. Er ist ein Magier und genau das soll Zoe auch sein. Magier waren einst Menschen, die auserwählt wurden, zu Magiern gemacht zu werden. Doch bei Zoe war das alles ein bisschen anders, vor allem, weil der Magier, der sie erschaffen hat, sie gequält und umgebracht hat. Doch bei den Magiern gibt es kein Gesetz, was das verbietet. Rechtlich ist sie das Eigentum ihres Erschaffers und er kann mit ihr machen, was er möchte.

Und Zoe’s Erschaffer will sie auf keinem Fall aufgeben und jagt sie. Justus bietet sich ihr als Beschützer an und Zoe beschließt letztendlich, Adam  zu verlassen und mit Justus zu gehen. Sie erhofft sich davon, Adam aus der Schusslinie zu nehmen. Denn ein Mensch könnte es nie mit einem Magier aufnehmen.

Schnell wird jedoch klar, dass Justus Zoe nicht vor allem beschützen kann. Als ihr Erschaffer sich zeigt und seine Rechte an Zoe verlangt, muss sie mit ihm gehen und was sie dort erlebt ist der pure Albtraum. Können Zoes Beschützer sie von diesem Monster befreien, ohne es mit ihrem Leben bezahlen zu müssen?

 

Fazit

Das erste Buch der Serie hat mir schon sehr gut gefallen. Zoe ist eine nette, unscheinbare Frau. Sie lernt, sich in ihre neue Welt hinein zu finden, auch wenn ihr loses Mundwerk ihr manchen Ärger bringt. Sie hat eine sehr starke Persönlichkeit und viel kampfgeist.

Interessant finde ich auch, wie Zoe die Männer um sich herum um den Finger wickelt: Justus, ihr Beschützer, der eine harte Schale, aber einen weichen Kern hat. Adam, der starke Gefühle für Zoe hat und alles für sie tun würde und Simon, Justus’ bester Freund, der auch ein Auge auf Zoe geworfen hat, sie aber auch beschützt und als guter Freund für sie da ist.

Die Geschichte lässt sich gut lesen und die Charaktere sind alle sehr sympathisch beschrieben. Jeder Charakter hat etwas ganz besonderes an sich ich finde es schön, wie wichtig Zoe allen Männern zu sein scheint.

Ein guter Anfang einer Serie. Ich freue mich schon auf das zweite Buch.

Autorwertung

Spannung
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Romantik
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Lesbarkeit
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Charaktere
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Story
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Gesamt
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Blood of the White Witch (Of Witches and Warlocks #3)

Blood of the White Witch (Of Witches and Warlocks #3) – Lacey Weatherford

 

Inhalt

Portia und Vance sind endlich verheiratet und die Flitterwochen verbringen sie in Schottland, wo sie nach Vance’s Mutter suchen wollen. Sie haben erfahren, dass sie bei Vance’s Großeltern festgehalten werden soll. Sie bekommen auch Hilfe von einem anderen Hexenzirkel, der in Schottland ganz in der Nähe von Vance’s Familie lebt. Brian, der schottliche Hexer, bietet ihnen sogar an, sie direkt zu den Großeltern zu fahren, die sehr nett, hilfsbereit und in der Gesellschaft hoch angesehen sein müssen. Und tatsächlich sind Douglas und Fiona so, wie Brian ihnen versprochen hat. Sie bieten Portia und Vance sogar an, bei ihnen zu bleiben, solange sie möchten. Von Vance’s verschollener Mutter wollen sie nichts wissen.

Portia hat gleich ein komisches Gefühl bei Vance’s Großeltern. Aber wie ein Dämonenkult, der Vance’s Mutter fest halten soll, kommt ihr es dort auch nicht vor. Vance verändert sich immer mehr und mehr, bis ihnen irgendwann klar wird, was passiert: Fiona und Douglas geben Vance heimlich Blut, was seine dämonischen Kräfte wieder etwas hervorruft. Als Portia und Vance dies herausfinden, versuchen sie zu fliehen. Doch Fiona und Douglas lassen das nicht zu. Portia und Vance werden in ein Verlies geworfen und sie dürfen sogar Vance’s Mutter treffen. Die kann schließlich aufklären, was Douglas und Fiona vor haben:

Vance, Portia und sie selbst haben das Blut einer weißen Hexe in sich. Weiße Hexen sind extrem mächtig und leben wesentlich länger als normale Hexen oder Menschen. Es gibt eine Zeremonie, in der Fiona oder Douglas das Blut einer weißen Hexe trinken muss, um diese Macht zu erlangen. Je reiner das Blut, desto besser und stärker wird die Hexe. Doch auch wenn Vance’s Blut schon sehr gut ist, wäre es noch besser, das Blut von Vance’s und Portia’s Kind zu trinken. Douglas und Fiona wollen, dass Portia schwanger wird, sodass sie bei der Zeremonie das Blut direkt aus dem Fötus trinken und fast unsterblich werden können. Vance und Portia wollen dies nicht zulassen, aber wie sollen sie gegen einen solch starken Dämonenkult ankommen und vor allem ohne fremde Hilfe? Immerhin weiß niemand, wo sie sind…

 

Fazit

Portia und Vance werden mir von Buch zu Buch immer unrealistischer. Sie haben geheiratet, obwohl Portia erst 16 und Vance 18 ist und als sie erfahren, dass Douglas und Fiona ein Enkelkind erwarten, wird ihnen erst mal klar, dass sie sich nicht geschützt haben und Portia sehr gut schwanger sein könnte. Das kommt mir ein bisschen unrealistisch vor, allem weil Portia’s Eltern immer so hinter ihrer Tochter gestanden, Ratschläge gegeben und sie beschützt haben. Warum haben sie nie an so etwas gedacht oder haben Portia darauf angesprochen?

Ansonsten war das Buch wieder spannend geschrieben und am Ende sind bei mir sogar ein paar Tränen geflossen. Wirklich tragisch und doch irgendwie schön und überraschend. Ich bin gespannt, wie es im nächsten Buch weiter geht!

Autorwertung

Spannung
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Romantik
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Lesbarkeit
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Men In Trouble

EINE VERSTECKTE PERLE FÜR JEDEN ROCK UND BLUES FAN!

Der Musiker:

Jedem Hörer deutschsprachiger Rockmusik wird Klaus Heuser ein Begriff sein. Als langjähriger Weggefährte von Wolfgang Niedecken prägte er als Gitarrist und Songschreiber den Sound der Kölner Rockband BAP. Sein Spitzname Major leitet sich von der Figur des Major Healey aus der Fernsehserie “Bezaubernde Jeannie” ab. Den obligatorischen Lederhut trägt Klaus Heuser seit einer Hautkrebserkrankung, um die Kopfhaut von der Sonnenstrahlung zu schützen. 1999 erklärte er seinen Ausstieg bei BAP. Anschließend war es eine zeitlang ruhig um ihn. Erst 2006 veröffentlichte er mit der Berliner Sängerin Susanne Werth das Album “Major & Suzan”. 2012 lernte er in einer Talkshow den Blues-Gitarristen Richard Bargel kennen. Im gleichen Jahr erschien ihr Album “Men In Blues”. Nach einem Hörsturz Bargels gründete Klaus Heuser die nach ihm benannte Klaus Major Heuser Band.

Das Album:

Für seine Band hat sich der Major ausgezeichnete und erfahrene Musikerkollegen gesucht. Keyboarder Matthias Krauss war für die Scorpions, Jon Lord oder Sally Oldfield aktiv, Schlagzeuger Markus Rieck saß für Tom Gaebel oder Silvia Droste an den Drums und Bassist Sascha Delbrouck spielte schon für Christopher Cross oder Birth Control. Mit Thomas Heinen komplettiert ein Sänger das Line Up, der über eine ausgesprochen breite Stimmfärbung verfügt.

Will man den Sound der Klaus Major Heuser Band in eine bestimmte Schublade stecken, wird es schwer fallen, die passende zu finden. Fernab jeglichen Marktdenkens liefert die Band eine hervorragende Mischung ab, die zwischen Rock, Blues, Jazz und Country pendelt und flotte Rocknummern wie “The Journey” ebenso glaubhaft präsentiert, wie schmachtende Balladen (I”ll Be On Your Side”). Zu jeder Sekunde hört man, dass hier vier Musiker zusammen spielen, die ausgezeichnet miteinander harmonieren und die mit Thomas Heinen einen Sänger haben, der die Titel überaus abwechslungsreich interpretiert. Zwei Songs mit Überlänge ragen auf dem Album heraus: “Day On The Beach” und “Last Favourite Song” sind mit einer Länge von acht bzw. zehn Minuten nicht radiotauglich, aber ein echter musikalischer Hochgenuss. Gerade der zweite Song brilliert mit einem Gitarrensoli, das in Deutschland nur der Major so spielen kann.

Überhaupt prägt das markante  Gitarrenspiel Heusers, der sich auch für die meisten Titel als Songwriter verantwortlich zeichnete, das Album. Allerdings klingen die Songs nicht wie ein Solowerk, sondern er stellt sich ganz in den Dienst seiner Band. Und das ist gut so, da das Album dadurch seine Klasse erhält.

Trackliste:

01 – The Journey

02 – In Your Own Time

03 – Five Long Days

04 – Day On The Beach

05 – Higher Faster Stronger

06 – Better World

07 – Care For The World

08 – I’ll Be On Your Side

09 – Cruisin’

10 – Last Favourite Song

 

Fazit:

Wer hofft, mit diesem Album zehnmal das geniale Gitarrenriff von “Verdamp lang her” zu bekommen, wird sicherlich enttäuscht sein, da Klaus Heuser ganz bewusst nicht den Sound kopiert, den er seinerzeit bei BAP geprägt hat. Wer aber auf anspruchsvolle Rockmusik mit Blues- und Jazzelementen steht, der sollte sich unbedingt näher mit “Men In Trouble” beschäftigen. Er wird mit einem hervorragenden Album einer Band belohnt, die man danach sicher weiter auf dem Schirm behalten wird.

Autorwertung

Musik
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Instrumentalisierung
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Stimme
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Abwechslung
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Hörspaß
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Gesamt
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Nietzsche: Das große Lesebuch

Ludger Lütkehaus: Nietzsche – Das große Lesebuch

Gott ist tot – Nietzsche lebt

Es geht, wie der Fischer-Verlag auf seiner Website offen erklärt, nicht um Konzepte, Systeme oder Einschränkungen, sondern nur um die pure Lust am Lesen. Das ist nicht nur aller Ehren wert, sondern auch die Verpflichtung zur Bergung und Tradierung wertvoller Schriften und Gedanken, die manch zu spät Geborenem (und zu spät Geborener – aber damals, als die Klassiker regierten, sprach man nur im Maskulin) als Geschenk überreicht werden sollte. Nur: Kann er, will er denn lesen? Gelegenheiten bietet die Klassikabteilung des Fischerverlags zumindest zuhauf. Ein weiterer Leckerbissen präsentiert uns der Philosoph mit dem alliterativ wohlklingenden Namen Ludger Lütkehaus, der sich bislang besonders um Schopenhauers Memorisierung verdient gemacht hat und angeblich als bekennender Atheist firmiert.

Da haben sich dann wohl zwei gefunden, möchte man anschließen. Denn eben jener weltberühmte Ur-Atheist namens Friedrich Nietzsche, dereinst im Oktober 1844 im heutigen Sachsen-Anhalt geboren, wird vom Herausgeber aufs Feinste ziseliert und präsentiert. Gut 470 Seiten als Anregung für die pure Lust des Lesens, obschon bei Nietzsche noch viel mehr die pure Lust des Erkennens, Verstehens und Veränderns im Vordergrund steht – die Umwertung aller Werte möge hier als Stichwort genügen.

So sind eben jene klassischen Ausschnitte im Einführungswerk präsent. Vom Übermenschen, von der Moral, vom toten Gott, vom Nihilismus. Was ein wenig schade ist, ist jene etwas konfuse Übersichtlichkeit. So hat nämlich Lütkehaus Themen erwählt, wie Wagner, Wahrheit, das Unbewusste oder den Übermenschen, die einerseits zwar zentrale Kernpunkte des Nietzsches Denkens ausmachen, andererseits aber fällt eine Unterscheidung bisweilen schwierig. Ist das jetzt Nietzsches Selektion oder die des Herausgebers? Ebenso wünschenswert wäre es gewesen, deutlicher als es geschieht, zu deklarieren, aus welcher Schrift genau (und nicht nur aus den gesammelten Werken) jene Abschnitte herausgenommen wurden. Aus welchen Kapiteln sind sie denn? Wo kann ich weiterlesen? KSA (so die Kurzform der gesammelten Werke) XII, Seite 458-460, mag vielleicht für Anthologie-Freaks was sagen, aber der gemeine Leser hätte gerne gehört: Die fröhliche Wissenschaft, Kapitel soundso.

Inhaltlich steht das Geschriebene natürlich über jeder Kritik. Goldene Passagen aus goldenen Werken (Zarathustra, fröhliche Wissenschaft, Ecce homo, Genealogie der Moral etc.), nicht langatmig, sondern knackig und klar destilliert. Dazu ein umfangreiches Vorwort, in dem Lütkehaus recht  deutlich seine atheistische Nähe zu Nietzsche darstellt, eine kurze Zeittafel und ansonsten reichlich Lust am Lesen.

Fazit:

Wenn man sich dann an dieser puren Lust ergötzt hat, könnte man ja auch das Lesen und Verstehen in ein Agieren ausbauen. Müsste man sich vorstellen, wie eine Nietzsche-Welt aussähe. Verrückt, sicherlich, aber in vielerlei Hinsicht auch umwerfend, wirklich und wichtig. Jener Philosoph jedenfalls ist ein ganz Großer und hier gibt es Gelegenheit, jene Größe auch unabdingbar zu erfahren.

 

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Faszination
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Anspruch
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Authentizität
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Systematik
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Geschichte
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Kommunikative Bewegungstherapie

Wilda-Kiesel; Tögel; Wutzler: Kommunikative Bewegungstherapie: Brücke zwischen Psychotherapie und Körpertherapie

Ausdruck des Kollektivs

Den Nostalgiepokal, besser vielleicht den Ostalgiepokal, hat dieses Buch schon mal sicher. Das inhaltlich mehr als überzeugende Grundlagenwerk der Kommunikativen Bewegungstherapie besticht bei der Bebilderung der einzelnen Übungen mit einer kruden Mischung aus Post-Millenniums-Fotografien relativ ausdrucksloser Klienten (das ist nicht gegen die Klienten gemeint, die Post-Millenniums-Zeit ist, höflich formuliert, an sich ausdruckslos) und – genau hierfür den Pokal – sensationeller Archivbilder aus DDR-Zeiten, in denen junge Mädchen mit schwarzen Leggings, weißen Hemden mit Hammer und Sichel und Frisuren, die jenes System und jene Zeit erlaubten (also keine Frisuren!), einfache Bewegungen vormachen. Dass jene Bilder noch auf kasernenhofartigen Militärplätzen (wahlweise Internatspausenhöfe) zustande kommen, geschenkt. Willkommen im Rausch der Zeiten.

Wer meint, dass jener bluminante Exkurs nichts mit dem Inhalt jenes Buches zu tun hat, für das sich das kaum aussprechbare Autorentrio Anita Wilde-Kiesel, Anette Tögel und Uwe Wutzler auszeichnet,  der täuscht. Denn jene Systematisierung, jener Geist disziplinierter und vor allen Dingen wissenschaftlich fundierter Hoheit dringt trotz aller Liebe zum wirklichen Leben immer wieder durch. Besonders negativ fällt die Verehrung für einen der obersten DDR-Ideologen Kurt Meinel auf, der mit seinem Standardwerk Bewegungslehre schon Anfang der 1960er Jahre zwar eine wissenschaftliche Basis menschlichen Bewegens vorlegte, diese aber bis heute (das Buch wird jedes Jahr neu aufgelegt) als Mechanisierung und Mathematisierung des Menschen postuliert.

Und wo ist in dem reichhaltigen (typisch wissenschaftlich eben) Literaturverzeichnis der Name Gerda Alexander, die einen Großteil der hier dargereichten Übungen in einer naturhaften, tief von innen kommenden Form der Eutonie postuliert hat? Wo der von Ashley Montagu, deren Buch Körperkontakt einzigartig ins Leben dringt, aber nicht vom Großhirn, sondern vom Herzen her erklungen ist? Stattdessen die langweiligen Heroen psychosomatischer und vor allem psychiatrischer Medizin. Das genügt als Kritik und darf den Blick nicht verstellen, denn das Buch bietet eine wirklich umfassende Einführung in die Möglichkeit, psychotherapeutische Krankheiten mit Hilfe einer als kommunikativen Bewegungstherapie bezeichneten Form zu behandeln.

Theoretisch werden die wichtigen Grundlagen der Psychomotorik, der Körpertherapie, der Psychiatrie und Psychologie dargelegt und ganz wunderbar im praktischen Teil aufbereitet. Zahlreiche Übungen für Gruppen, die abgewandelt auch für Einzelsitzungen verwendet werden können, warten auf die Interessierten. Besonders positiv sind die zahlreichen Varianten und Möglichkeiten, die die Autoren anbieten, genauso wie die häufig sehr konkreten Anwendungsmöglichkeiten. Also welche Übung löst welche Gefühle aus und kann bei welchen Patienten helfen?

Fazit:

Die beigelegte CD mit Übungsanleitungen, der reichhaltige Fundus an theoretischem und praktischem Wissen, die prall gefüllten gut 270 Seiten, das große Glossar nebst Literaturangaben: alles gewichtige Pluspunkte. Die negativen Seiten sind die etwas unübersichtliche Handhabung des Buches und die – wie eingangs erwähnt – deutlichen Unterschiede der Herangehensweise, auch mit vielen anderen Werken des großartigen Huber-Verlages aus der Schweiz. Denn in diesem Buch regiert für den, der es möchte, das Großhirn. Ein Organ, das im Körperwissen eine sekundäre Rolle spielt.

Autorwertung

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Nutzen
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