Der Palast
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Der Palast ist eine ZDF-Miniserie über eine Tänzerin des Friedrichstadt-Palastes im Jahr 1989 und erhält in der Rezension vom 9. April 2022 4,5 von 5 Punkten. Svenja Jung trägt die Doppelrolle zweier Zwillingsschwestern aus Ost und West; der Plot ist nicht frei von Klischees, steigert sich aber über drei Teile.
Der Palast [2 DVDs]
12,99 € Stand: 28.09.2026
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Worum geht es in Der Palast?
Christine Steffen hat es geschafft: Endlich ist sie Solotänzerin der berühmten Girl Line des Ensembles am Berliner Friedrichstadt-Palast. Im Sommer 1989 bereitet sich die Truppe auf eine neue Revue vor, die den 40. Jahrestag der DDR begehen soll. Bei einer Vorstellung sitzt Marlene Wenninger aus Bamberg im Publikum. Die junge Frau ist für ihr Familienunternehmen auf Einladung des Außenministeriums der DDR in Ost-Berlin. Marlene staunt nicht schlecht, als sie erkennt, dass Christine genauso aussieht wie sie. Nach der Show sucht sie die Frau auf und sie erfahren, dass sie beide am 17. Mai 1961 geboren wurden. Allerdings glaubt Christine, dass ihr Vater bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, während Marlene ihre Stiefmutter für ihre leibliche Mutter hält. Sie beschließen, die Rollen zu tauschen, und Christine reist an Stelle von Marlene nach Bamberg.
Damit ist der Motor der Serie angeworfen. Jeder Rollentausch bringt neue Halbwahrheiten in Umlauf, und weil die eine Hälfte der Familie im Westen und die andere im Osten lebt, wird aus einer privaten Verwechslung schnell ein Fall für Behörden, die für Privates keinen Sinn haben.
Welche Schauspielerin spielt in Der Palast?
Die Doppelrolle der Zwillingsschwestern übernimmt Svenja Jung. Sie spielt sowohl Christine Steffen als auch Marlene Wenninger und trägt damit die gesamte Erzählung. Der Reiz ihrer Leistung liegt darin, dass sie beide Frauen nicht über Frisur und Kostüm auseinanderhält, sondern über Haltung, Tempo und Blick.
Die Besetzung im Überblick
Svenja Jung ist Christine Steffen / Marlene Wenninger
Anja Kling ist Rosa Steffen
Katja Fellin ist Rosa Steffen (jung)
Heino Ferch ist Roland Wenninger
Nicolas Wolf ist Roland Wenninger (jung)
Hannes Wegener ist Alexander Bachmann
August Wittgenstein ist Georg Weiss
Luise Befort ist Bettina Wilke
Ursula Werner ist Elisabeth Steffen
Friedrich von Thun ist Wilhelm Wenninger
Marc Hosemann ist Sönke Rappolt
Luisa-Céline Gaffron ist Nadja Brucker
Wer neben Svenja Jung heraussticht
Überhaupt ist der Cast durchweg gut besetzt. Heino Ferch und Anja Kling sind als schicksalhaftes Paar zwischen Ost und West ebenso überzeugend wie Friedrich von Thun als Familienoberhaupt Wilhelm Wenninger. Ebenfalls eine wirklich tolle Leistung liefert August Wittgenstein als Christines Sandkastenfreund Georg Weiss ab, der mit dem Leben in der DDR immer unzufriedener wird. Mit den jungen Doubles Katja Fellin und Nicolas Wolf lässt die Serie zudem die Vorgeschichte der Elterngeneration mitlaufen, ohne sie umständlich erklären zu müssen.
Hintergrund zur Produktion
Regie führte Uli Edel, das Drehbuch schrieb Rodica Doehnert. Ausgestrahlt wurde die Geschichte am 3., 4. und 5. Januar 2022 als Dreiteiler mit jeweils rund 90 Minuten Länge um 20:15 Uhr im ZDF. Parallel stand in der Mediathek eine sechsteilige Fassung mit 45-Minuten-Folgen bereit, die dort schon Ende Dezember 2021 startete. Mit mehr als sechs Millionen Zuschauern gehörte die Produktion zu den meistgesehenen deutschen Serien des Jahres, und der Erfolg führte zu einer Fortsetzung mit einer zweiten Staffel. Ebenfalls als Miniserie mit historischem Setting erzählt die sechsteilige ARD-Miniserie von der Pfalz des Jahres 1951.
Der Friedrichstadt-Palast als Schauplatz
Nebenbei wirft die Story einen interessanten Blick hinter die Kulissen des Friedrichstadt-Palastes, der bereits zu DDR-Zeiten als eines der modernsten Revuetheater der Welt galt und entsprechende Reputation für die DDR einbrachte. Die Revuenummern sind nicht bloß Dekoration: Sie liefern den Takt, in dem die Serie erzählt, und sie erklären, warum Christine an einem Ort zufrieden sein kann, den der Zuschauer aus heutiger Sicht als Gefängnis liest.
Produktinformationen
2 DVD
Laufzeit: 255 Minuten
Sprache: Deutsch
Untertitel: Englisch
Ton, Bild, Farbe: Dolby Digital, 16:9 - 1.78:1, PAL
FSK: ab 12 Jahre
Für wen lohnt sich Der Palast?
Wer deutsch-deutsche Stoffe mag und mit einer gehörigen Portion Melodram leben kann, ist hier richtig. Die Serie erzählt zugänglich, nicht sperrig, und sie verlangt kein Vorwissen über die DDR der späten Achtziger. Historiker werden manche Abkürzung bemängeln, Zuschauer, die Familiengeschichten zwischen Ost und West suchen, bekommen dafür drei Abende gut gefüllte Unterhaltung. Wer Familiengeschichten im ZDF mag, findet auch in einer weiteren Familienserie über eine Berliner Tischlerfamilie fünf Jahre Alltag und Schicksalsschläge.
Weniger geeignet ist die Produktion für alle, die nüchterne Aufarbeitung erwarten. Die Verwechslungsmechanik verlangt Zufälle, und die Serie nimmt sie sich. Wer die Konstruktion akzeptiert, wird durch Figuren belohnt, die deutlich mehr Kontur haben, als der Plot zunächst vermuten lässt.
Fazit: Lohnt sich Der Palast?
Mit der Miniserie „Der Palast“, die Anfang 2022 sehr erfolgreich im ZDF lief, knüpft der Sender an die Tradition der Weihnachtsmehrteiler wie „Der große Bellheim“ oder „Der Schattenmann“ an. Kernstück der Handlung ist sicher die moderne Version des doppelten Lottchens, da Marlene und Christine immer wieder die Rollen tauschen und zwischen Ost und West pendeln. Natürlich bleibt das von der Staatssicherheit nicht unbemerkt. Sicher ist der Plot nicht frei von Klischees, doch die Handlung steigert sich über die drei Teile kontinuierlich und lässt dabei die Figurenzeichnung nicht zu kurz kommen.
Die Klasse dieser Miniserie liegt natürlich am gesamten Schauspielerensemble, hat aber in erster Linie einen Namen: Svenja Jung! Die junge Schauspielerin brilliert in einer Doppelrolle und kann in beiden ungeheure Akzente setzen. Sehr schön ist, dass man hier nicht zu schablonenhaft arbeitet, sondern die Figuren überaus authentisch angelegt hat. So ist Christine Steffen mit ihrem Leben in der DDR durchaus zufrieden. Svenja Jung gelingt es, diese Akzente hervorragend herauszuarbeiten. Eine Leistung, mit der sie sich für weitere Hauptrollen empfiehlt.
„Der Palast“ ist eine mehr als sehenswerte Mischung aus dem Musicalfilm „A Chorus Line“, der brillanten DDR-Serie „Weissensee“ und dem doppelten Lottchen von Erich Kästner. Aus allen drei Werken hat man Motive entnommen, die aber nicht lieblos geklaut, sondern zu einer tollen, stimmigen und spannenden Handlung verbunden wurden. Regisseur Uli Edel, der den legendären Kinofilm um Christiane F. sowie die überaus erfolgreichen Mehrteiler „Das Adlon“ oder „Der Club der singenden Metzger“ inszeniert hat, beweist auch hier sein Händchen für zeitgeschichtliche Filmstoffe, die den Zuschauer von Beginn an fesseln.
Unsere Bewertung
Spannung: 4,5
Action: 3,5
Humor: 3,5
Erotik: 4
Anspruch: 5
Häufig gestellte Fragen
Welche Schauspielerin spielt die Hauptrolle in Der Palast?
Svenja Jung spielt in Der Palast die Hauptrolle in einer Doppelrolle als Zwillingsschwestern Christine Steffen und Marlene Wenninger. Sie trägt damit die gesamte Erzählung der Miniserie. An ihrer Seite spielen unter anderem Anja Kling, Heino Ferch, Friedrich von Thun und August Wittgenstein.
Worum geht es in Der Palast?
Der Palast handelt im Sommer 1989 von der Solotänzerin Christine Steffen am Berliner Friedrichstadt-Palast. Bei einer Vorstellung entdeckt die Westdeutsche Marlene Wenninger, dass Christine genauso aussieht wie sie und am selben Tag geboren wurde. Die beiden tauschen die Rollen und pendeln zwischen Ost und West, was der Staatssicherheit nicht verborgen bleibt.
Wann lief Der Palast im ZDF?
Der Palast lief am 3., 4. und 5. Januar 2022 jeweils um 20:15 Uhr im ZDF, als drei Teile mit rund 90 Minuten Länge. In der Mediathek stand die Miniserie zusätzlich als sechsteilige Fassung mit 45-Minuten-Folgen bereit, dort schon ab Ende Dezember 2021.
Wer hat Der Palast inszeniert?
Uli Edel führte bei Der Palast Regie, das Drehbuch schrieb Rodica Doehnert. Edel hat zuvor unter anderem den Kinofilm um Christiane F. sowie die Mehrteiler Das Adlon und Der Club der singenden Metzger inszeniert.
Gibt es eine zweite Staffel von Der Palast?
Ja, zu Der Palast gibt es eine zweite Staffel. Die erste Staffel erreichte mehr als sechs Millionen Zuschauer, der Erfolg führte zur Fortsetzung. Die besprochene DVD-Ausgabe enthält die erste Staffel mit einer Gesamtlaufzeit von 255 Minuten.
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