Das war ich nicht

Autorenwertung
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Das war ich nicht

Kristof Magnusson. Kunstmann 2010, Gebundene Ausgabe, 288 Seiten, € 14,99

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Das war ich nicht von

Inhalt
Der deutsche Banker Jasper Lüdemann steht auf der Schwelle zu einer großen Karriere: Aus dem „Back Office“ einer amerikanischen Großbank gerade in den Händlersaal versetzt und nach einer Schulung in London mit allen Fakten des internationalen Wertpapierhandels vertraut, sieht Jasper sich schon bald als Investmentbanker, der weiß, wie man Geld vermehrt. Die Literaturübersetzerin Meike Urbanski hingegen steht der soziale Abstieg bevor: Der international gefeierte Bestsellerautor, dessen Werke sie ins Deutsche übersetzt, scheint spurlos verschwunden zu sein, und seinen groß angekündigten neuen Roman hat er nicht rechtzeitig beim Verlag eingereicht.

Henry LaMarck, der gefeierte Bestsellerautor hat hingegen ganz andere Sorgen: Ihn plagt die Angst vor dem Alter, und schon seit geraumer Zeit leidet er unter einer Schreibblockade. In „Das war ich nicht“ kreuzen sich die Wege dieser drei unterschiedlichen Menschen, und schon bald befinden sich alle drei Protagonisten auf einem abenteuerlichen Weg, der sie in eine Abhängigkeit führt, aus der sie nur schwer wieder ausbrechen können.

Ein fesselnder Roman über Loyalität, die Folgen von falschen Entscheidungen und die Verstrickungen des globalen Kapitalismus
Kristof Magnusson erzählt in „Das war ich nicht“ eine Geschichte vor dem Hintergrund der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise. Jasper Lüdemann ist dabei derjenige, der mit seinen Entscheidungen mehr oder weniger direkt zur Entstehung dieser Krise beiträgt. Als er versucht, den Fehler eines Kollegen auszugleichen, gerät er binnen kürzester Zeit in einen Strudel von folgenschweren Ereignissen hinein, die nicht nur seine Karriere, sondern auch sein gesamtes sonstiges Leben bedrohen.

Jaspers Verluste, die er für seinen Arbeitgeber „einfährt“, steigen ins Unermessliche, doch Jaspers Vorgesetzte bekommen von den immensen Verlustgeschäften Jaspers nichts mit – im Gegenteil, sie verbuchen die Geschäfte als Gewinne, und auch wenn Jasper die Geschäfte ohne Berechtigung getätigt hat, soll er schon bald erneut befördert werden.

Immer tiefer gerät Jasper in einen Teufelskreis aus Vertuschung, Verzweiflung und einem latenten Gefühl der Überlegenheit. Meike Urbanski begegnet Jasper eines Tages rein zufällig und hält ihn für einen durchschnittlichen, arroganten und absolut langweiligen Banker – natürlich ahnt sie nichts von seinen heimlichen Risikogeschäften, die die Existenz von Jaspers Arbeitgeber bedrohen. Sowohl Jasper als auch Meike begegnen bald Henry LaMarck, ahnen jedoch zunächst noch nichts davon, dass das jeweilige Gegenüber ebenfalls in Kontakt mit Henry LaMarck steht.

Magnusson verbindet die drei Einzelschicksale der Protagonisten in „Das war ich nicht“ gekonnt zu einem großen Ganzen und wirft damit immer wieder die Frage auf, inwiefern man sein Leben selbst in der Hand hat, und wie schnell eine einzelne, vermeintlich unbedeutende Entscheidung dafür sorgen kann, dass das gesamte Lebenskonzept aus den Fugen gerät.

„Das war ich nicht“ ist in gewisser Weise auch ein Roman über die Finanzkrise, es wäre jedoch vermessen, zu behaupten, dass Magnussons kurzweiliger Roman, der zwar mitunter erschreckend realitätsnah wirkt, ein gesellschaftskritisches Werk sei. Dafür steht die Zeichnung der Charaktere und die Fortentwicklung der Story zu sehr im Vordergrund des Geschehens. Doch „Das war ich nicht“ ist keineswegs nur erschreckend, vielmehr glänzt der Roman gerade auch durch seine zahlreichen schier unfassbar komischen und skurrilen Momente, und der Autor tut gut daran, dem Leser selbst die Einordnung und Beurteilung der geschilderten Ereignisse zu überlassen.

Fazit
„Das war ich nicht“ ist ein Roman, der auf der einen Seite hochaktuell ist, dennoch gelingt es Kristof Magnusson, die Entwicklungen, die zu einer Finanzkrise führen, so klar darzustellen und sie darüber hinaus eher „dezent“ in den Handlungsverlauf einzuweben, dass der Roman eine allgemeine Gültigkeit und einen zeitlosen Unterhaltungswert besitzt.

Der Roman bewegt sich dabei zwischen dem Feld der kompromisslosen Spannungsliteratur und dem Bereich der klugen, und anspruchsvollen, aber dennoch nicht „zu schweren“ Unterhaltungsliteratur. Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt über „Das war ich nicht“ gar: „So spannend wie ein amerikanischer Thriller“. Dies trifft zweifelsohne zu, allerdings wird „Das war ich nicht“ nicht nur Liebhabern von Kriminalromanen und Thriller-Romanen außerordentlich gut gefallen. „Das war ich nicht“ ist somit sicher einer der erfreulichsten Romane des frühen Jahres 2010 – bedingungslos zu empfehlen!

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