Der Blumenkrieg

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Der Blumenkrieg

Hans-Ulrich Möhring (Übersetzer). Heyne 2008, Taschenbuch, 958 Seiten, € 9,95

Rezension von: Wolfi | Rezensionsdatum:

Der Blumenkrieg von

Inhalt 

Theo Vilmos ist dreißig, gutaussehend, ein hervorragender Sänger – und ein Versager ohne Perspektive. Statt Sänger einer berühmten Band zu sein, spielt er mit arroganten Kids in einer Garagenband; statt Geld mit seinem Talent zu verdienen, ist er lediglich ein kleiner Lieferant. Und weil seine Freundin Cat das alles sehr genau erkennt, verlässt sie ihn. Das Unglück verfolgt ihn jedoch weiter, denn als er zurück zu seiner Mutter zieht, stellt sich heraus, dass sie eine unheilbare Krankheit hat. Beste Voraussetzungen also für ein kleines fantastisches Abenteuer. 

In das Märchenland „Elfien“ gerät er durch Zufall und mit Hilfe einer kleinen frechen Fee namens Apfelgriebs. Doch das vermeintliche Märchenland entpuppt sich sehr schnell als eine Welt, die auf ihre Weise ebenso an der Modernisierung leidet wie Theos eigene Welt. Nicht die Suche nach einem magischen Gegenstand bestimmt daher die Handlung, sondern der Macht- und Klassenkampf, in dessen Mittelpunkt der kaum mehr zu deckende Energiebedarf und die Ausbeutung der unteren Klassen stehen. Theo wird nun mitten hineingeworfen in die brisante politische Entwicklung einer Welt, in der er sich nur schwer zurechtfindet. Dass ihn auch die führenden Adligen wie einen Schwerverbrecher suchen lassen und ihn ein Zombie verfolgt, ist da fast nur noch Nebensache … 

Entzaubertes Feenland 

Tad Williams spielt auf eine ganz eigene Weise mit dem romantischen Mythos der „Entzauberung der Welt“ durch Aufklärung, Naturwissenschaft und fortschreitende Modernisierung. Die Welt, aus der die Fee Apfelgriebs stammt und in die Theo hineingeworfen wird, ist ohne Zweifel aus dem Blickwinkel eines Menschen hochmagisch – doch zugleich so modern und voller Technologie, wie nur irgendwie möglich. Der ausbrechende Blumenkrieg veranlasst daher Tad Williams sogar, in einem Vorwort Stellung zu einer Szene zu nehmen, die den Leser unweigerlich an den Angriff im Jahr 2001 auf New York erinnert. Erstaunlich, wenn man sich bewusst macht, dass es sich hier um eine Märchenwelt handelt, vollgestopft mit Figuren aus Sagen und Mythologien.

Durch Theos Augen bekommt man einen ausgezeichneten Blick auf das kaputte Märchenland und die Diskrepanz zwischen Zauberei und Verzauberung. Geheimnisse stecken ebenfalls in dem über 900 Seiten starken Buch. Aber man muss, wie üblich bei einem Werk von Tad Williams, viel Geduld beim Lesen mitbringen, da sich die Geschichte langsam entwickelt. So bekommt man eine lange Weile kaum etwas von Elfien zu sehen, sondern nur einen arg gebeutelten und bemitleidenswerten Theo, der sich mehr schlecht als recht durch seine Lebenskrisen kämpft und auch im weiteren Handlungsverlauf eher zu Selbstmitleid als Heldentum neigt. Einen kleinen Vorgeschmack auf Elfien geben aber eingeschobene Kapitel aus der Perspektive anderer Figuren des Buches.

 Fazit

Zu empfehlen ist dieses Werk vor allen Lesern, die nicht allein auf schnelle Erzählstränge setzen. Einziger Kritikpunkt könnte die sich lange selbst bemitleidende Hauptfigur sein, wäre da nicht die stete Hoffnung, dass aus Theo irgendwann ein Held wird – denn ganz gewiss gibt es auch in modernen Märchen Helden. Dennoch sollte es sich niemand nehmen lassen, diese moderne Version von der Anderen Welt mitsamt ihren komischen, tapferen, klugen, liebenswerten oder grausamen Figuren kennenzulernen. Wer außerdem schon immer einmal wissen wollte, wie eine Goblingeschichte mit ihrem obligatorischen Loch in der Mitte aussieht, sollte nicht zögern. Denn es gibt nur einen, der bessere Geschichten erzählen kann als der Goblinrebell Dreck L. Knopf und das ist Tad Williams.

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