Deutschland nach 1945

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Deutschland nach 1945

Eberhard Wilms. Wochenschau-Verlag 2009, Taschenbuch, 240 Seiten, € 9,49

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Eberhard Wilms: Deutschland nach 1945 Prüfungs- und Basiswissen für Schülerinnen und Schüler

Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen prägte die deutsche Geschichte nachhaltig. Die Besatzungszeit (1945 – 1949) und die Zeit der deutschen Teilung (1949 – 1990) gelten dabei als wichtige Abschnitte unserer eigenen Geschichte.

Der Autor

Wilms wurde 1940 geboren. Nach seiner Zeit in Königsberg / Ostpreußen und Dresden (DDR) lebte er im Raum Tübingen – Stuttgart. Heute ist er Rektor im Ruhestand. Neben Schulbuchveröffentlichungen kann er Publikationen zur baden-württembergischen Landesgeschichte, zur Geschichte der DDR und zur russischen Geschichte vorweisen.

Die Besprechung

Wilms schildert die deutsche Nachkriegsgeschichte in chronologischer Reihenfolge. Interessant dabei ist, daß Deutschland in diesem Buch stets als Ganzes genommen und betrachtet wird. Im Text wird die Geschichte von Bundesrepublik und DDR also miteinander verwoben und nicht – wie sonst oftmals üblich – beide Staaten nebeneinander vorgestellt.

Leider gibt es hier nur Text. (Berühmte) Fotos, Karikaturen, Landkarten oder veranschaulichende Schaubilder fehlen bedauerlicherweise völlig. Sie hätten bestimmt mit zur Lebendigkeit beigetragen und geholfen, einen plastischen Eindruck von den beschriebenen Geschehnissen zu vermitteln.

Charakteristisch für das Buch ist auch der hellgraue, senkrechte Streifen, der sich auf dem äußeren Rand einer jeden Seite befindet. Hier gibt es Schlagworte, die neben den Überschriften der Kapiteln zur bessern Orientierung dienen sollen.

Eine Zeitleiste am Ende des Buches vermittelt noch einmal einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse in Deutschland in den Jahren 1945 – 1990.

Ein persönlicher Rückblick

Ich selbst habe 1987 in Nordrhein-Westfalen Abitur gemacht. Geschichte war mein mündliches, viertes Abi-Fach. Verglichen mit dem vorliegenden waren unsere damaligen Bücher für den schulischen Geschichtsunterricht deutlich schwächer ausgeprägt. Primärtexte und Bildmaterial sollten fast schon zusammenhangslos Weltgeschichte vermitteln. Inhaltlich ist der Grundkurs, in dem ich in der Oberstufe war, nur bis zum Nationalsozialismus gekommen. Zweiter Weltkrieg und Nachkriegsdeutschland war nicht mehr Stoff des Unterrichts.

Ich erzähle dies nicht umsonst. WIe es sich für einen Lehrer und treuen Staatsdiener gehört, bemüht sich Wilms um eine neutrale, faktenorientierte und sachliche Darstellung. Bestimmte Bereiche fehlen aber trotzdem. Der Sport sei hier als Beispiel genannt. Ereignisse wie das Wunder von Bern, Wembley `66 oder die Olympiade `72 in München, die die Herzen der Menschen gefühlsmäßig berühren und als identitätsstiftend betrachtet werden, kommen überhaupt nicht vor.

Auch formale Strukturen bleiben unterbelichtet. Der staatliche Aufbau Deutschlands kann bei heutigen Schülern sicherlich auch als bekannt vorausgesetzt werden. Hoffe ich zumindest. Wer heute zur Schule geht, dürfte aber in der Regel nach der Wiedervereinigung zur Welt gekommen sein. Das Wissen über den staatlichen Aufbau der DDR kann also genausowenig vorausgesetzt werden wie – beispielsweise – das Wissen über die Entwicklung der Parteienlandschaft. Wer nicht den Lebenslauf eines Menschen kennt, kann auch nur schwer seine beruflich-politische Leistung einordnen. Je weiter der Zweite Weltkrieg zurückliegt, desto zwingender wird es auch erforderlich sein, Akteure von damals genauer vorzustellen. Konrad Adenauer und Otto Grotewohl seien hier als Beispiele genannt.

Das Fazit

Wilms ist hier offensichtlich betriebsblind. Er setzt zu viele Punkte, die ihm aus persönlichem Erleben, aus seiner individuellen Erinnerung heraus vertraut sind, als bekannt voraus. Dem Buch ist nicht zu entnehmen, daß es für den Unterricht bzw. die Abiturprüfung in einem einzelnen Bundesland geschrieben wurde. Es kann also deutschlandweit genutzt werden. Sollte es je zu einer Neuauflage des Buches kommen, sollte es an diversen Punkten (siehe oben) Nachbesserungen geben müssen.

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