Geheimauftrag in Wologizi

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Geheimauftrag in Wologizi

Thomas Brückner (Übersetzer). Peter Hammer Verlag 2009, Gebundene Ausgabe, 220 Seiten, € 14,90

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

Geheimauftrag in Wologizi von

Inhalt
Als William Mawolo, der Held des Romans, in Wologizi, einem Kaff im Nirgendwo, ankommt, ist es unglaublich heiß. Der „alte Mann“ hat ihn mit einem Geheimauftrag hier hergeschickt. Der „alte Mann“ ist der Diktator eines fiktiven afrikanischen Staates, ein Diktator, dessen Bilder überall hängen, dessen Schatten allmächtig ist. Geheim bleibt Mawolos Geheimauftrag nicht lange und auch seine Fähigkeiten als Ermittler in der ihm fremden archaischen Welt sind nicht sonderlich beeindruckend – dabei ist der „Fall“ allein schon verworren genug.

Auf der Suche
In der kleinen Grenzstadt ist der Kommandant namens Tetese samt seiner Miliztruppe plötzlich spurlos verschwunden. Mawolo beginnt seinen Auftrag, die Suche nach dem Verschwundenen, zuerst ganz klassisch mit der Befragung aller wichtigen Einwohner des Ortes. Doch niemand will ihm etwas sagen oder schlimmer, erzählt ihm plötzlich dies und das, Wahres und Gelogenes. Tetese, so stellt sich heraus, war keineswegs beliebt. Seine Geschichte ist bizarr. Ursprünglich von allen verachtet, ein Versager, verschwand er plötzlich, um ein Jahr später als Kommandant mit einer Miliz wieder aufzutauchen und ein Terrorregime zu errichten. Sein Hauptziel schien Rache zu sein, am Schwiegervater, der ihm die Tochter nicht gönnte, am abgesetzten alten Häuptling, dessen Platz er einnahm, an allen. Nur seine schöne Tochter Makemeh blieb von seinem Terror verschont, die Tochter, die er mit der begehrenswertesten Frau Wologizis gezeugt hatte.

Wie konnte das nur geschehen, wieso hatte sich die schönste Frau des Ortes ausgerechnet mit dem Versager, dieser Witzfigur, eingelassen ? Und hat Tetese seine schöne Frau nach seiner Rückkehr getötet? Tot ist sie jedenfalls. Und was verbindet Tetese mit dem libanesischen Ladeninhaber? Warum hat der Diener des Schreiners Angst um sein Leben? Und was bedeuten diese infernalischen Jammergeräusche, die Mawolo den Schlaf rauben, die aber kein anderer gehört haben will. Der Ermittler aus der Stadt weiß bald nicht mehr weiter, und dass er sich auch noch unsterblich in Makemeh verliebt hat, macht die Sache nicht leichter. Auch nicht, dass ihm eine der Frauen des Bürgermeisters nachstellt.

Nichts scheint so zu laufen, wie es sich Mawolo gedacht hatte, alles läuft aus dem Ruder. Wie soll er sich vor dem „alten Mann“ verantworten? Mawolo versucht es auch mit Gewalt, er versammelt ebenfalls eine Miliz um sich und versucht, als Ermittler, Richter und Henker in einem, den Fall noch zu lösen. Als Ermittler hat er versagt, als Richter verpatzt er es schließlich auch.

Ein anderes Afrika
Mawolo hat es in Wologizi mit einer anderen Welt zu tun, einem anderen Afrika, als er es kennt. Hier herrscht noch Magie, der Glaube an alte Kulte. Dieses fiktive afrikanische Land ist genauso wie die Heimat des Autors, Liberia, durch einen grausamen Bürgerkrieg unmenschlich geworden. Die Bewohner Wologizis sind einerseits grausam, andererseits seltsam unterwürfig, wollen ihre Ruhe, ducken sich weg und lügen ohne Hemmungen – gefährlich für den Ermittler, der Wologizi nicht mehr verlassen wird.

Fazit
Wer sich für ein Afrika abseits westlicher Klischees interessiert und auch mal etwas von einem afrikanischen Autor lesen will, kann mit „Geheimauftrag in Wologizi“ gut anfangen. Vamba Sherif erzählt eine Geschichte, ohne irgendwelche psychologischen Einsichten in die handelnden Personen. Das ist ungewöhnlich, wenn man sich aber darauf einlässt, ist dieser außergewöhnliche Krimi sehr interessant.

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