LTB Spezial – Ohne Furcht und Tadel

Autorenwertung
  • Humor
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  • Story
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  • Kreativität
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  • Zeichnungen
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  • Gesamt
    4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne
Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Lustiges Taschenbuch Spezial Band 45 – Ohne Furcht und Tadel

Zur Zeiten der Ehre

Als die Seiten noch wechselweise schwarz-weiß waren und die Hintergrundzeichnungen aus Blöcken bestanden, Twix noch Raider hieß und man fürs Telefonieren Geld bzw. viel Geld bezahlen musste, also ganz, ganz früher, da gab es ein Lustiges Taschenbuch mit dem schön-schaurigen Titel Ritter ohne Furcht und Tadel und abgebildet darauf war just der Held aller Helden: Donald Duck in klappriger Don-Quixote-Montur. Wie so häufig bei alten -Meisterwerken ein großes Geschenk an packenden und sehr, sehr langen Geschichten. Die gute alte Zeit also.

Wie sich die Zeiten doch ändern: Auf dem neusten Spezial-LTB guckt der gleiche Held todesmutig und siegessicher den Leser an, sein schwarzes Schlachtross, ein legitimer Nachfahre des Ivanhoe-Rappen, verscheucht wutschnaubend die letzten Zweifel an Untertänigkeit oder persönlicher Schwäche. Der Titel ist gleich geblieben und dieses Mal vollauf berechtigt. Ohne Frucht und Tadel kämpfen sich unsere Helden durch zehn bunt gemischte Geschichten. Dazu gibt’s zwei kleine Einseiter-Teaser und fertig ist das mittelalterliche Potpourri.

Hervorzuheben ist die bislang unveröffentlichte Fortsetzungsgeschichte (ganz am Anfang und Ende des Buches) Doktor Duckenfaust, die nomen est omen Goethes Klassiker nach Entenhausen respektive in die Wälder Walt Disneys bringt. Ein toller Epos, in dem alles, was bei Disney Rang und Namen hat, auflaufen darf und das auch gekonnt den fesselnden und für jeden so übergreifenden Aspekt des Teufelpaktes aufgreift. Doch damit lange nicht genug, das Buch strotzt nur so vor Highlights.

In der Geschichte Fesselnde Lektüre liest Klarabella Kuh Mickys Neffen eine Rittergeschichte vor, was an sich nicht besonders zu erwähnen wäre, wenn da nicht, die in Rottönen und mit dem Comicstil der frühen Disneys (1940er Jahre!) gehaltene Stilprägung wäre. Faszinierend! In Drachengold begeistert neben dem Drachen vor allen Dingen die Frisur von Daniel Düsentrieb, de hier den Troubadour zum  Besten gibt. Anspruchsvoll ist auch die Idee Micky und Goofy als lebende Schachfiguren ins Spiel zu  bringen, nachzulesen in den von Wettkämpfen durchzogenen Zeiten des Mittelalters.

Fazit:

Edel, stolz und tapfer, anmutig, lieblich und rücksichtslos waren die Eigenschaften einer ganz eigenen Epoche der Menschheitsgeschichte, die in diesen Storys wunderbar wiedergegeben werden. Sie setzen sich aus bereits veröffentlichten Geschichten in normalen Lustigen Taschenbüchern und Donald Duck Comics zusammen, der Schwerpunkt liegt bei den Enten, die Mäuse und ihr Epigone Micky sind immerhin in drei Geschichten vertreten.

Insgesamt wohl eine der stärksten Spezialausgaben, was sich in erste Linie dadurch erklären lässt, dass just die Eigenschaften, die die Ritterzeit (egal ob historisch verortbar oder nicht) auszeichnen, so perfekt in das Spielumfeld der Disneyautoren passen. Bedingungsloser Aktionismus, heldenhafte Beweggründe, Pathos und Ethos – gewürzt mit der unnachahmlichen humoristischen Untermalung. Perfekte Comicunterhaltung, bestens zusammengefasst.

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