Mario Vargas Llosa – Das böse Mädchen

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Das böse Mädchen

Elke Wehr (Übersetzer). Suhrkamp Verlag 2007, Taschenbuch, 395 Seiten, € 6,00

Rezension von: Christopher | Rezensionsdatum:

Dass aus vermeintlicher Liebe schnell Obsession werden kann zeigt eindrucksvoll Mario Vargas Llosas Werk – Das böse Mädchen

Wer im Buchladen seines Vertrauens nach Büchern schaut wird zumeist erschlagen von Neuerscheinungen und Qualitätsprädikaten. Für mich sind da manchmal die Prädikatssiegel ein Indikator und da nun mal das böse Mädchen den Literatur Nobelpreis 2010 bekommen hat, fand sich das besagte Buch recht flink vom Regal auf der Kassentheke. Zusätzlichen positiven Einfluss bewirkte dann auch noch, dass Llosas Werk im suhrkamp-Verlag erschienen ist, was eigentlich immer ein gutes Zeichen ist.

Zum Inhalt

Obsession, Stalking, blinde Liebe oder wie es nennen möge sind die prägenden Handlungsstränge des Protagonisten Ricardo aus Peru. Er ist besessen von seiner kleinen hübschen Chilenin – dem bösen Mädchen, welche ihm auf der ganzen Welt den Kopf, innerhalb von Stunden, verdrehen kann, so dass seine Welt aus den Fugen gerät. Ob in Peru, Paris, London oder Tokyo überall trifft er, per Zufall, weil so klein ist die Welt ja nicht, seine Herzensdame.

Gerade das lässt bei aber beim Leser ein gewisses Schema X erahnen und langweilt nach spätestens der dritten „zufälligen“ Begegnung. Da wirkt es viel interessanter, dass sich die Szenen, wie gesagt auf der ganzen Welt ereignen und das auch noch in so gesellschaftlich umwälzenden Jahrzehnten die Liebesszenen verwoben werden.

Da kommt es dann also vor, dass sich Ricardo in prägenden gesellschaftlichen Umwälzung wiederfindet: sexuellen Revolution in London oder das Aufkommen von AIDS, was er hautnah und emotional im eigenen Freundeskreis erfahren muss. Auf jedenfall ist Ricardito, wie er verniedlicht vom bösen Mädchen genannt wird, immer streb- und arbeitssam und kommt nie wirklich zur Ruhe.

Erst wenn er mit seiner Herzensdame in vermeintlicher Eintracht zusammenlebt, wirkt Ricardo in seinem ganze Auftreten vollendet, doch dieser Frieden währt meist nicht lange, da das böse Mädchen immer auf dem Sprung ist und sich nie ganz gegenüber Ricardo öffnet, doch seine ungebrochene Obsession lässt ihn immer wieder in die Venusfliegenfalle des bösen Mädchens fallen. Man leidet förmlich mit ihm mit und möchte ihn bei den zig Malen des Verfalls ohrfeigen, so dass er aufwacht und sich seiner Lage bewusst wird. Doch gerade dafür empfindet man letztlich immer weniger Mitleid.

Fazit

Das Werk Llosas ist auf jedenfall lesenswert, doch ob man es nobelpreisträchtig einstufen sollte, mag ich einmal bezweifeln, da die Figuren nicht wirklich in die Tiefe gehen und der Plot auch nicht wirklich herausragend ist, sondern eher ermüdend. Letztlich auszeichenswert finde die detaillierte Schilderung der Zeit und den gesellschaftlichen Strömungen, die Llosa hier in sehr schöner Art und Weise mit der Handlung verwebt. Daher würde ich resümieren, dass man das Werk wahrscheinlich eher unter den gesellschaftlichen Darstellungen lesen sollte, um nicht enttäuscht von der Handlung, das Buch einfach aus der Hand zu legen.

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