Petra Schier: Frevel im Beinhaus

Autorenwertung
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  • Lesbarkeit
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  • Dramatik
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  • Charaktere
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  • Dialoge
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  • Gesamt
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Rezension von: Andreas Kurth | Rezensionsdatum:

Petra Schier: Frevel im Beinhaus


Furchtbarer Verdacht gegen Neklas Burka

Die ebenso kluge wie neugierige Apothekerin Adelina Burka ist mal wieder schwanger, und sie liebt ihren Mann Neklas über alles. Doch sie und ihre Familie geraten einmal mehr in schwere Konflikte mit der Kölner Obrigkeit  und schließlich sogar in die Fänge der Inquisition. Doch zunächst empört ein wahrhaft gottloser Frevel die Kölner Bürger, denn aus einem städtischen Beinhaus wurden von Unbekannten einige Schädel und Knochen gestohlen. Als dann auch noch in der Abortgrube im Hinterhof der Apotheke die Leiche einer ermordeten schwangeren Frau gefunden wird, gerät Medicus Neklas Burka in den Verdacht, die Tote für seine umstrittenen und verbotenen Experimente missbraucht zu haben, zumal der Schwangeren das ungeborene Kind aus dem Leib geschnitten wurde. Doch die tapfere Adelina ist fest entschlossen, die Unschuld ihres geliebten Ehemannes zu beweisen. Allerdings kommen ihr selbst einige Zweifel, als sie bei ihren Nachforschungen unter einer Falltür in ihrem Keller einen geheimen Raum mit menschlichen Schädeln und Knochen findet.

Adelina ermittelt unter Lebensgefahr

Für die städtische Obrigkeit erscheint der Fall ohnehin schnell als gelöst – Neklas wird von den Bütteln ins Gefängnis gebracht. Adelina ist zunächst völlig verzweifelt. Liebend gerne würde sie in dem mysteriösen Fall selbst ermitteln. Doch einerseits macht ihr abermals der Dominikaner-Mönch Bruder Thomasius das Leben schwer, denn er hat seine privaten Rachepläne gegen Neklas noch immer nicht aufgegeben. Andererseits wird Tillmann Greverode, Hauptmann der Stadtsoldaten, mit der Beobachtung der Apothekerin beauftragt. Immerhin hat sie noch gute Freunde, die ihr in dieser überaus schwierigen Situation mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es gibt einige Verwicklungen, und manch private Überraschung für die tapfere und zuweilen sture Adelina, die sogar selbst in Lebensgefahr gerät, bis sich in einem recht dramatischen Finale alles auflöst.

Vielfältige Rätsel für die Apothekerin

Die Geschichte um die manchmal etwas sture Apothekerin und mittelalterliche Hobby-Detektivin Adelina und ihre Familie, die immer wieder zufällig in kriminelle Fälle verwickelt wird, erlebt mit diesem Buch bereits die vierte Folge. Autorin Petra Schier schildert ihren Lesern die Verhältnisse in der Stadt Köln zum Ausgang des 14. Jahrhunderts recht plastisch. Dabei sind vor allem die Ausdrucksweise ihrer Akteure und historische Ereignisse besonders wichtig, um dem Roman die entsprechende Authentizität zu geben.  Die zu lösenden Rätsel sind für Adelina in diesem Buch recht vielfältig. Neklas und seine Tochter verbergen ein kleines Geheimnis vor der Apothekerin, und auch ihr Lehrmädchen Mira gibt sich reichlich undurchsichtig. Nicht zuletzt gibt es eine Überraschung, als sich Tillmann Greverode gegenüber  Adelina endlich offenbart – mit entsprechenden Konsequenzen für die weitere Handlung. Der Leser/Hörer kann sich gar nicht recht entscheiden, ob der Kriminalfall im Vordergrund steht, oder eher die familiären Verwicklungen der klugen Apothekerin. Dabei ist der Krimi ziemlich undurchsichtig inszeniert – es gibt immer wieder neue Wendungen und Verdächtige.

Reihe hat noch genug  Entwicklungspotenzial

Auf jeden Fall wird dem Leser/Hörer schnell deutlich, dass von einem Rechtsstaat, wie man ihn heute kennt, damals noch keine Rede war. Die Willkür der Behörden, vor allem die Ohnmacht der Familie gegenüber den Anfeindungen und Verdächtigungen der Inquisition lassen einige kalte Schauer den rücken hinab rieseln. Aber so lässt sich auch der starke und beharrliche Charakter der Apothekerin gut herausarbeiten, die sich wieder einmal ebenso unbeugsam wie einfallsreich zeigt. Positiv zu bewerten ist auch, dass Neueinsteiger durchaus mit dem vierten Band anfangen könne, denn wichtige Ereignisse aus früheren Büchern werden geschickt und eher unauffällig eingeflochten. Daher ist man durchaus auf dem Laufenden in Sachen Familiengeschichte. Die Sympathiewerte sind schnell verteilt, denn die offensichtliche Beliebigkeit der Anschuldigungen drängt Büttel und Inquisitoren unwiderruflich in die Schurken-Rolle. Herausragend ist auch das dramatische Finale – aus dramaturgischen Gründen kann dazu allerdings nichts verraten werden. Die Adelina-Reihe ist jedenfalls noch lange nicht an ihrem Ende angelangt, sondern lässt noch reichlich Entwicklungspotenzial für weitere Folgen, auf die sich nicht nur ausgesprochene Fans freuen dürfen.

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Ein Kommentar to “Petra Schier: Frevel im Beinhaus”

  1. Tweets that mention Petra Schier: Frevel im Beinhaus - Bücher, Hörbücher -- Topsy.com schreibt:

    […] This post was mentioned on Twitter by rowohlt, Petra Schier. Petra Schier said: Soeben fand ich diese wunderbare #Rezension zu "Frevel im Beinhaus": http://www.rezension.org/petra-schier-frevel-im-beinhaus/ 🙂 […]

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