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Katharina Pietsch (Bearbeitung). Heyne Verlag 2011, Taschenbuch, 528 Seiten, € 10,99

Rezension von: Evi | Rezensionsdatum:

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Inhalt:

Paul Sheldon ist ein äußerst erfolgreicher Schriftsteller mittleren Alters. Seinen Ruhm verdankt er vor allem der Liebesromanserie über seine Heldin „Misery Chastain“. Paul allerdings will mit dieser kitschigen Reihe endlich abschließen und schreibt einen neuen Roman mit dem Titel „Schnelle Autos“. Wie jedes Mal wenn er schreibt, zieht er sich in ein Hotelzimmer zurück und fährt nach der Beendigung nach Hause.

Auf dem Weg nach Colorado gerät er in einen Blizzard, kommt von der Fahrbahn ab und stürzt in einen Abgrund. Als er wieder erwacht, findet er sich in einem Bett wieder. Die ehemalige Krankenschwester Annie Wilkes hat ihn gefunden, befreit und in ihr abgelegenes Farmhaus gebracht. Paul hat schwere Beinbrüche erlitten und ist nur knapp mit dem Leben davongekommen. Zufälligerweise ist Annie sein größter Fan. Sie liebt die Misery-Romane über alles und empfindet es als Ehre, ihren Lieblingsschriftsteller gesund pflegen zu dürfen. Annie erklärt, dass wegen des Blizzard die Straßen gesperrt sind und die Telefonleitung kaputt ist, Paul kann also niemanden informieren.

Nach den ersten Tagen bei Annie merkt Paul zu seinem Entsetzen, dass seine Verehrerin eine Stalkerin ist. Zudem bekommt sie oft urplötzlich Wutanfälle. Er ist ihr hilflos ausgeliefert und wird mit Medikamenten abhängig gemacht. Richtig dramatisch wird es, als Annie das aktuelle Misery-Buch kauft und liest, dass ihre verehrte Heldin dort sterben muss. Paul muss um sein Leben fürchten …

Vom Fan zur Furie

Nicht nur Hollywoodstars, auch berühmte Schriftsteller können Stalker haben. Stephen King weiß, wovon er da schreibt, und hat mit „Sie“ einen größtenteils fesselnden Thriller geschaffen, der vor nichts zurückschreckt – so muss der Protagonist im Laufe der Handlung mehrere Körperteile lassen. Wegen solcher und ähnlicher Szenen ist der Roman absolut nichts für schwache Nerven. Besonders reizvoll bei King ist die immer gegebene Möglichkeit, dass alle wichtigen Personen sterben, ein glücklicher Ausgang ist nie gesichert.

Das Setting beschränkt sich fast ausschließlich auf Annie Wilkes Haus und dort auf Pauls Zimmer. Trotzdem versteht es der Autor, den Leser an sich zu binden. Paul Sheldon ist eine recht sympathische Figur, deren Gedanken man hautnah miterlebt. Annie Wilkes ist ein gelungener Bösewicht, einerseits eine  äußerst gefährliche Psychopathin, die düstere Geheimnisse in sich birgt, andererseits neigt sie auch zur Melancholie und man hat in manchen Momenten beinah Mitleid mit dieser einsamen Frau, deren Leben sich auf Farm und die Misery-Reihe konzentriert. Ihre fanatische Liebe zu Paul Sheldon zeigt sich mal in aufopfernder Pflege und mal in drastischen Folterszenen, wenn sie sich von ihm enttäuscht fühlt. Etwas langatmig sind die seitenlangen Passagen aus Pauls Feder, die zwar Authentizität suggerieren, aber zu weit von der eigentlichen Handlung wegführen.

Fazit:

Sehr dramatischer Thriller, der nichts für schwache Nerven ist. Vor allem die Darstellung der Annie Wilkes ist faszinierend und der Ausgang ist bis kurz vor Schluss ungewiss. Zwar nicht Kings bester Roman, vor allem dank übertriebener Abschweifungen, aber eine sehr lohnenswerte Lektüre, wenn man harten Stoff verträgt.

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