Uhrwerk Orange

Autorenwertung
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  • Charaktere
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  • Anspruch
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  • Gesamt
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Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Uhrwerk Orange

Inhalt
Im Großbritannien der 70er Jahre hat der junge Rowdy Alex seine ganz eigene Definition von „Spaß“ gefunden. Gemeinsam mit seinen 3 „Droogs“ zieht Alex durch die Straßen, sie genehmigen sich Koks in rauen Mengen, verprügeln unbeteiligte Bürger und vergewaltigen Frauen, gerne auch vor den Augen der Ehemänner. Lange Zeit scheint das Handeln von Alex und seiner Bande keinerlei Konsequenzen zu haben, als eines Tages bei einem Einbruch jedoch etwas schief geht, und Alex eine Frau ermordet, wandert er ins Gefängnis. Und dort beginnt im Grunde die Haupthandlung von Stanley Kubricks vielgelobtem Werk „Uhrwerk Orange“.

Alex entwickelt sich im Gefängnis zunächst zum Ja-Sager, er möchte seine Zeit hinter Gittern ohne größere Probleme hinter sich bringen, und die sadistischen Gefängnisaufseher, die die Gefangenen terrorisieren, machen es Alex leicht, sich in einen unselbstständigen und unterwürfigen Menschen zu verwandeln. Doch dafür sorgt nicht nur die Haft, sondern vor allem die Entlassung von Alex aus der Haft und die unmittelbar daran anschließende Einweisung in eine psychiatrische Anstalt. Dort wird Alex einer fragwürdigen „Therapie“ unterzogen, die ihn von einem „bösen, gesellschaftsunfähigen und brutalen Individuum“ in ein „vollwertiges Mitglied der Gesellschaft“ verwandeln soll.

Ein verstörender Ausblick in die Abgründe der menschlichen Psyche
Zunächst einmal: Stanley Kubricks Verfilmung des Romans „Clockwork Orange“ von Anthony Burgess ist wirklich das, was man allgemeinhin als „starken Tobak“ bezeichnet.  Kubricks Verfilmung lehnt sich eng an Burgess Roman an, was bereits in der Tatsache deutlich wird, dass auch der Film viele zweideutige und harte Slangausdrücke enthält, die auch in der synchronisierten Version nicht „eingedeutscht“ wurden. „Uhrwerk Orange“ ist dabei ein absolut drastischer und kompromissloser Film.

Dabei sind es nicht einmal die Bilder, die den Zuschauer fesseln und ihn nicht selten auch schockieren, sondern es macht dem Zuschauer vielmehr die Handlung und dabei vor allem das skrupellose und brutale Handeln Alex zu schaffen. Doch genau da liegt auch der Brennpunkt des Films: Der Hauptprotagonist Alex ist zutiefst verroht, verdorben, und Skrupel sind für ihn lediglich ein Zeichen von Schwäche.

Dennoch ist er auch ein Ästhet: Er liebt klassische Musik und verabscheut Menschen, die auf Reinlichkeit keinen gesteigerten Wert legen. Kubricks Film lässt sich trotz seines Alters von mittlerweile mehr als 30 Jahren auch heute noch als „visionär“ bezeichnen, und vor allem die überragende Darstellerleistung des Hauptdarstellers hat dafür gesorgt, dass „Uhrwerk Orange“ zu einem Meilenstein der Filmgeschichte wurde.

Fazit
verzichtet in „Uhrwerk Orange“ bewusst auf Wertungen und subjektive Urteile. Dies mag nicht jedem Zuschauer gefallen, für die Botschaft des Films ist dies jedoch unerlässlich. Kubrick zeigt den Menschen und den intelligenten Ästheten Alex, der hinter der „Verbrecherfassade“ steckt. Der Film stellt die Frage, inwiefern eine kranke Gesellschaft gesunde Menschen hervorbringen kann, und ob eine kranke und manipulierte Gesellschaft das Recht hat, Mitglieder dieser Gesellschaft, die anderen Menschen Schaden zufügen, zurechtzuweisen. Der Film ist sicher nichts für schwache Nerven, als ein „sozialkritisches Lehrstück“, welches zudem zu einem der bekanntesten Filme aller Zeiten wurde, ist „Uhrwerk Orange“ jedoch absolut zu empfehlen!

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