Achtsam durch den Tag – 53 federleichte Übungen zur Schulung der Achtsamkeit

Autorenwertung
  • Kreativität
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  • Aufmachung
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  • Systematik
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  • Informationen
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  • Übersetzungsqualität
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  • Gesamt
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Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Jan Chozen Bays: Achtsam durch den Tag – 53 federleichte Übungen zur Schulung der Achtsamkeit

Wenn ich weiß, was ich tue…

Zieldrang: So nannte der Pionier der Bewegungstherapie, der Australier Frederic Matthew Alexander, zu Beginn des 20. Jahrhunderts jenes Phänomen, welches dafür sorgt, dass sich unsere Körper regelmäßig verspannen. Denn Zieldrang, so Alexander, ist eine vom menschlichen Verstand fälschlich verstandene Intention, die der eigenen Natur zuwiderläuft. Ob es sich um den vorgeschobenen Kopf handelt, der zum Ziel des Essens drängt, anstatt die Gabel zum Mund zu führen, oder den angespannten Bauch, der Organe und Atmung in Mitleidenschaft zieht, anstatt dem Zwerchfell Raum zu geben – unachtsames und unökonomisches Verhalten wird durch mentale Überforderung ausgelöst.

Diese Beispiele könnten nahezu ins Unendliche fortgeführt werden, der gemeinsame Nenner ist ein Mangel an Achtsamkeit, Bewusstheit und Zuwendung dem eigenen Wesen gegenüber – mit all seinen physischen, psychischen oder spirituellen Bestandteilen. Jan Chozen Bays, eine amerikanische Ärztin in buddhistischer Tradition, hat ein weiteres der vielen Bücher geschrieben, die sich diesem Thema widmen. Doch im Gegensatz zu vielen ihrer Vorgänger, die in theoretischen und philosophischen Exkursen verharren, bieten Bays einen praktischen Leitfaden zur Schulung jener Fähigkeiten.

Wenige Seiten als Einführung mögen genügen. Warum auch nicht, denn die Thematik der Achtsamkeit ist keiner unnötigen langen Systematik unterworfen. Entweder laufe ich träumend durch die Welt, esse, liebe, putze oder schreibe und bin gleichzeitig mit meinen Gedanken ganz woanders; oder aber, ich bin bei der Sache, im Hier und Jetzt. Präsenz, Jetzt-Bewusstsein, Achtsamkeit – die Essenz wirklichen Lebens!

Die 53 vorgeschlagenen Übungen können systematisch in einen Jahresplan integriert werden, indem man sie wöchentlich praktiziert. Dazu bietet jede Übung die Möglichkeit mittels Gedächtnisstützen, Entdeckungen und Vertiefungen sich schrittweise jener Achtsamkeit anzunähern. Natürlich muss man sich nicht sklavisch an Reihenfolge oder auch an die Zeitvorgaben halten, aber der Ansatz ist löblich und bietet so wirklichen Raum für persönliche Weiterentwicklungen.

Die Übungen sind herrlich und von mir aus auch federleicht, wie der Untertitel des Verlags etwas kitschig formuliert. Sie sind allesamt keine Neuerfindung von Bays, aber die sanfte und zugleich kraftvolle Beschreibung und Zusammenstellung sind in dieser Form hervorzuheben. Ob ein tiefes Atmen bevor man ans Telefon geht, die bewusste Art Dinge oder Personen liebevoll zu berühren oder die Wahrnehmung der schützenden Mutter Erde unter uns: die Übungen sind lebensbejahend und effektiv.

Fazit:

Den Widerspruch zwischen Funktionalität und lebendiger Kreativität schaffen nicht viele, schon gar nicht – Verzeihung! – amerikanische Autoren, die trotz aller großen Worte häufig in ihrer oberflächlichen Zuckermasse stecken bleiben. Chozen Bays ist eine wohltuende, hervorragende Ausnahme. Weise Worte gepaart mit klugen und anregenden Übungen, verpackt mit einer anwendungsfreundlichen Pädagogik, garniert mit viel Liebe und tiefer Spiritualität. Herzlichen Dank.

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