Böhse Onkelz

Autorenwertung
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  • Instrumentalisierung
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  • Stimme
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  • Texte
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

DER LACK IST AB, DOCH DIE GRUNDIERUNG ERSTE SAHNE!

Die Band:

Zu Zeiten der Punkbewegung gründeten (Bass), Kevin Richard Russell (Gesang) und Peter „Pe“ Schonowsky 1980 in Frankfurt die Böhsen Onkelz. Ein Jahr später stieß Gitarrist Matthias „Gonzo“ dazu. Die Band orientierte sich immer stärker an der Oi!-Bewegung und nahm Songs mit ausländerfeindlichen Inhalten auf, die vor allem in der Skinheadszene beliebt waren. 1984 erschien das bis heute indizierte Album „Der nette Mann“. Ende des Jahres begann die Band damit, sich von der Szene und deren Gedankengut zu distanzieren. In den folgenden Jahren folgten Alben wie „Kneipenterroristen“, „Heilige Lieder“ oder „Es ist soweit“, welche die Fangemeinde kontinuierlich vergrößert haben, auch wenn ihnen der Makel der Vergangenheit oft noch nachhing. Mit ihrem Album „Via Los Tioz“ platzierten sich die Böhsen Onkelz 1999 erstmals auf dem ersten Platz der deutschen Albumcharts und wurden für den Echo nominiert. Seitdem erreichte jeder Longplayer den Spitzenplatz der Charts und die Band mauserte sich zu einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands. 2004 kündigten sie ihren Rücktritt an, den sie mit einer Tour und einem gigantischen Abschiedsfestival auf dem Lausitzring mit ihren Fans feierten.

Das Album:

Rund 3,5 Jahre nach ihrem Comebackalbum „“ haben die vier Männer aus Frankfurt allen Grund fröhlich zu sein. Die anstehende Tour für das 40-jährige Bandjubiläum war innerhalb von wenigen Stunden komplett ausverkauft und für die eigentlichen Feierlichkeiten rund um Frankfurt hat man jetzt sechs Konzerte angekündigt: Vom kleinen Club, über die Festhalle bis hin zur Commerzbankarena wird jede Location zweimal bespielt. 

Dazu passend gehen die Onkelz jetzt mit ihrem siebzehnten Studioalbum an den Start. Erstmals selbstbetitelt geben sich die Rocker selbstbewusst wie nie. Keine Vorabveröffentlichungen sollten den Fokus der Fans auf den Erscheinungstag konzentrieren. Zwölf neue Songs hat die Band im Kasten. Nach einem etwas überflüssigen Prolog, der von Ben Becker eingesprochen wurde, der seinerzeit auch recht pathetisch das Comebackkonzert am Hockenheimring eröffnet hatte, starten die Jubiläumsfeierlichkeiten mit „Kuchen und Bier“, einer obligatorischen Nummer, in der die Onkelz sich selbst besingen. Allerdings finde ich den Song etwas zahnlos. Soll der Lack etwa ab sein?

Nein, ist er nicht. Im weiteren Verlauf präsentieren die Onkelz, das, was man seit vierzig Jahren kennt und wofür man sie liebt (oder eben hasst). Melodiösem Hardrock, der von Kevin Russels schneidender Stimme zerlegt wird. „“ ist nicht so experimentell wie der Vorgänger. Vielmehr verlässt man sich auf das Erfolgsrezept, das all die Jahre gut funktioniert hat. Viele Midtempostampfer mit eingängigen Riffs von Gitarrist Gonzo. Dabei können Songs wie „Des Bruders Hüter“ oder „Saufen ist wie Weinen“, das sich mit Kevins Vergangenheit auseinandersetzt, überaus gefallen. 

Textlich bleiben die Onkelz bissig („Du hasst mich! Ich mag das!“) auch wenn es nicht mehr diese pauschale Medienschelte gibt. Vielleicht sind sie inzwischen, doch ein wenig Mainstream geworden. Wenn aber Titel wie „Wie aus der Sage“, „Rennt!“ oder „Die Erinnerung tanzt in meinem Kopf“ erklingen, ist das alte Onkelz-Feeling wieder da. 

Trackliste:

01 – Prolog

02 – Kuchen und Bier

03 – Des Bruders Hüter

04 – Ein Hoch auf die Toten

05 – Prawda

06 – Saufen ist wie Weinen

07 – Wie aus der Sage

08 – Du hasst mich! Ich mag das!

09 – Rennt!

10 – Wer schön sein will muss lachen

11 – Der Hund den keiner will 12 – Flügel für dich

13 – Die Erinnerung tanzt in meinem Kopf

Fazit:

„Der Lack ist ab, doch die Grundierung erste Sahne“ singen die Onkelz in „Wer schön sein will muss lachen“. Und diese Textzeile finde ich, passt perfekt auf dieses neune Album. Routiniert, abgeklärt und mit großer Spielfreude legen die Onkelz ein wirklich gutes Werk vor. Wer die Band bisher gehasst hat, wird dies mit Inbrunst sicher weiterhin tun, alle anderen werden zugeben, dass sie Böhsen Onkelz immer noch in der ersten Hardrockliga spielen. 

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