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La nonna - La cucina - La vita

5 von 5 Redaktion · 2010-03-04 · aktualisiert 2026-10-01

Antwort

La nonna - La cucina - La vita von Larissa Bertonasco ist ein Kochbuch mit den Rezepten ihrer ligurischen Großmutter, das mit Collagen, Geschichten und Anekdoten zugleich als Erinnerungsbuch funktioniert. Die Rezension vom 4. März 2010 vergibt 5 von 5 Punkten, für ein Nachschlagewerk mit exakten Mengenangaben ist das Buch weniger geeignet.

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La nonna - La cucina - La vita: Die wunderbaren Rezepte meiner Großmutter von Larissa Bertonasco

Worum geht es in La cucina?

Es erscheint nicht nur regelmäßigen Schlemmertempelpilgern selbstverständlich, dass sich die Gastronomie in Astronomie verwandelt, sobald man den dort töpfernden Köchen Sterne verleiht. Dass dies nicht zwangsläufig auch für entsprechende Literatur gilt, ist indes ein zu beklagendes Manko. So hätte beispielsweise die Hamburger Illustratorin Larissa Bertonasco ohne Zweifel einige dieser stellarischen Auszeichnungen verdient, wenn es um die etwas andere (und vor allem kreativere) Art geht, Rezepte für alle Sinne appetitanregend aufzubereiten.

In ihrem Buch „La nonna - La cucina - La vita: Die wunderbaren Rezepte meiner Großmutter“, welches weit mehr als nur eine bloße Rezeptsammlung ist, beschreibt sie liebevoll und voller Wärme ihr inniges Verhältnis zu ihrer nonna, ihrer Großmutter, und deren Liebe zur lokalen Küche, zur kulinarischen Tradition Liguriens. Es sind dabei vor allem jene geheimnisvollen und dennoch so vertrauten Düfte, welche Bertonascos Reise nach Finale Ligure in der Nähe von Genua begleiten und ihre Erinnerungen an die Sommerferien der Kindheit und Jugend nicht nur olfaktorisch, sondern mithilfe aller Sinne untermalen.

Über die Autorin

Larissa Bertonasco wurde 1972 in Heilbronn geboren. Sie studierte zunächst Italianistik und Kunstgeschichte in Siena und Hamburg und anschließend Illustration, die sie 2003 abschloss. Diese doppelte Ausbildung erklärt viel an diesem Buch: Es ist weder ein Kochbuch mit hübschen Bildern noch ein Bilderbuch mit Rezeptbeigabe, sondern der Versuch, ein Stück Familiengeschichte zeichnerisch und kulinarisch zugleich zu erzählen.

Um an diesen Schatz zu gelangen, verbrachte Larissa Bertonasco einige Monate bei ihrer Großmutter in Ligurien. Das ist der entscheidende Punkt, denn Rezepte dieser Art existieren selten in aufgeschriebener Form. Sie leben in Handgriffen, in Mengenangaben nach Gefühl und in Sätzen wie „so viel, bis es passt“. Wer sie retten will, muss danebenstehen, zusehen und nachfragen. Genau diese Arbeit steckt in dem Buch.

Was das Buch bietet

Die Rezepte

Die Vielzahl der detailgetreu aufgezeichneten Rezepte ist dabei ebenso überraschend wie deren unverfälschte Ehrlichkeit, was die Zutaten und die Zubereitung angeht. Es geht nicht um Effekt, sondern um Alltagsküche, die über Jahrzehnte funktioniert hat. Die ligurische Küche gilt als kräuterbetont und im Vergleich zu anderen italienischen Regionalküchen als leicht, weil sie stark mit Gemüse, Kräutern und Olivenöl arbeitet. Diese Handschrift zieht sich durch die Sammlung.

Wenn wohl auch unbewusst, reiht sich diese frische Rezeptsammlung in die ebenso aus Italien kommende Slow-Food-Bewegung ein, bei der es darum geht, dem Essen als kulturellem Ereignis wieder den entsprechenden Raum und vor allem auch die notwendige Zeit zu geben beziehungsweise sie sich zu nehmen.

Die Illustrationen

Schließlich überzeugt ihr aufwendig gestaltetes und spritzig-inspirierendes Buch durch originelle Collagen, literarische Zitate und natürlich durch original italienische Rezepte made in Ligurien beziehungsweise made by nonna. Die Bilder sind keine Dekoration. Sie übernehmen Erzählarbeit, indem sie Küchengegenstände, Zutaten und Szenen so zeigen, wie ein Kind sie in Erinnerung behält: übergroß, ausschnitthaft, nicht maßstabsgetreu.

Dadurch finden sich nicht nur kulinarische, sondern auch kulturelle Ingredienzien in jedem der originellen und traditionellen Rezepte. Eine wahre Rezep-Tour also, deren Etappen die erfolgreiche Grafikdesignerin mit Bravour zu Papier gebracht hat, sodass einem nicht nur im Sinne von Bildungshunger das Wasser im Munde zusammenläuft.

Ligurien als Schauplatz

Dies fällt bei „La nonna - La cucina - La vita“ wirklich leicht, ist man als Leser doch gefangen in einem duftenden Netz köstlicher Rezepte, Geschichten und Anekdoten und umgeben von frischen Bildern, die Lust auf Mee(h)r machen, weil sie ohne Zweifel auch in die Tiefe gehen.

Finale Ligure, wohin die Reise führt, liegt an der Riviera westlich von Genua. Wer die Gegend kennt, erkennt die Atmosphäre sofort wieder: enge Gassen, Meer, Kräuter, Hitze. Wer sie nicht kennt, bekommt sie hier vermittelt, ohne dass das Buch in Reiseführerprosa verfällt. Es bleibt eine private Erzählung, und gerade deshalb funktioniert sie.

In der Praxis

Bleibt die Frage, wie sich ein so gestaltetes Buch beim Kochen schlägt. Wer gewohnt ist, Rezepte in strenger Tabellenform zu lesen, muss sich umstellen. Zutaten und Arbeitsschritte sind in die Gestaltung eingebunden, nicht als Formular abgesetzt. Das kostet beim ersten Durchgang Aufmerksamkeit, hat aber den Vorteil, dass man das Rezept tatsächlich liest, statt nur eine Liste abzuhaken. Nach dem zweiten Mal kennt man die Logik und findet sich zurecht.

Hinzu kommt, dass viele Angaben aus der Erfahrung einer Großmutter stammen und entsprechend großzügig ausfallen. Wer beim Kochen exakte Gramm und Minuten braucht, wird an einigen Stellen abschätzen müssen. Wer traditionelle Familienrezepte kennt, weiß, dass es anders gar nicht geht, und wird darin eher einen Beleg für Echtheit sehen als einen Mangel.

Ausstattung und Ausgaben

Das Buch erschien im Gerstenberg Verlag und kam erstmals im Januar 2008 heraus. Zum zehnjährigen Jubiläum legte der Verlag eine limitierte Sonderausgabe im Halbleinenband mit rotem Schnitt auf. Dass ein Kochbuch überhaupt eine solche Jubiläumsausgabe erhält, ist ungewöhnlich und sagt einiges darüber, welchen Stand der Titel bei seinen Leserinnen und Lesern hat.

Für wen lohnt sich das Buch?

Es lohnt sich für alle, die Kochbücher lesen und nicht nur benutzen. Wer Italien und speziell Ligurien mag, wer eine eigene nonna oder Oma hatte, deren Küche er nie aufgeschrieben hat, und wer sich an einer eigenwilligen, handgemachten Bildsprache freuen kann, wird hier glücklich.

Wer dagegen ein Nachschlagewerk mit Nährwerttabellen, Zeitangaben in Minuten und standardisierten Schritt-für-Schritt-Fotos sucht, greift besser zu einem klassischen Standardwerk. Dieses Buch verlangt Zeit und Aufmerksamkeit, und es gibt beides zurück. Wer stattdessen ein klassisches Koch- und Backbuch sucht, findet bei Dr. Oetkers 1000 Rezepten blitzschnell eine Alternative für den Alltag.

Fazit: Lohnt sich La cucina?

Dieses Buch sollte unbedingt und am besten sorgsam geschützt in jedem (Koch)Bücherregal seinen festen Platz haben. Zu fest sollte er jedoch nicht sein, will man doch schließlich immer wieder nachschlagen und neu entdecken, welche leckeren Überraschungen die nonna noch so für uns Leser gesammelt hat.

Häufig gestellte Fragen

Ist „La nonna - La cucina - La vita“ ein echtes Kochbuch?

Ja, La nonna - La cucina - La vita enthält detailgetreu aufgezeichnete ligurische Rezepte mit Zutaten und Zubereitung. Das Buch von Larissa Bertonasco ist zugleich ein Erinnerungsbuch mit Geschichten, Anekdoten, Collagen und Illustrationen. Wer exakte Gramm- und Minutenangaben, Nährwerttabellen und Schritt-für-Schritt-Fotos braucht, greift besser zu einem klassischen Standardwerk.

Wer ist Larissa Bertonasco?

Larissa Bertonasco ist Illustratorin in Hamburg, wurde 1972 in Heilbronn geboren und studierte Italianistik und Kunstgeschichte in Siena und Hamburg, anschließend Illustration mit Abschluss im Jahr 2003. Für La nonna - La cucina - La vita verbrachte sie einige Monate bei ihrer Großmutter in Ligurien.

Aus welcher Region stammen die Rezepte?

Die Rezepte in La nonna - La cucina - La vita stammen aus Ligurien. Bertonasco fährt nach Finale Ligure an der Riviera westlich von Genua, wo sie ihre Sommerferien der Kindheit und Jugend verbrachte. Die ligurische Küche gilt als kräuterbetont und im Vergleich zu anderen italienischen Regionalküchen als leicht.

Wo ist das Buch erschienen und welche Ausgaben gibt es?

La nonna - La cucina - La vita erschien im Gerstenberg Verlag und kam erstmals im Januar 2008 heraus. Zum zehnjährigen Jubiläum legte der Verlag eine limitierte Sonderausgabe im Halbleinenband mit rotem Schnitt auf.

Eignet sich das Buch als Geschenk?

Ja, La nonna - La cucina - La vita passt zu allen, die Kochbücher lesen und nicht nur benutzen, wegen der aufwendigen Gestaltung mit Collagen und literarischen Zitaten. Besonders glücklich werden damit Leser, die Italien und Ligurien mögen oder deren Oma ihre Küche nie aufgeschrieben hat.

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