Lustiges Taschenbuch Spezial Band 54

Autorenwertung
  • Humor
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  • Faszination
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  • Aufmachung
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  • Unterhaltung
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  • Gesamt
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Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Lustiges Taschenbuch Spezial Band 54

Fein, fein

Um uns der Groteske des Adelswesen zu nähern zitieren wir ausnahmsweise mal zuerst: Der Adel oder Edles Geschlecht ist eine sozial exklusive Gruppe mit gesellschaftlichem Vorrang, die Herrschaft ausübt und diese in der Regel innerfamiliär tradiert. Der Herrschaftsanspruch gründet sich unter anderem auf Leistung, Abstammung sowie unterstellte göttliche Absicht. Puh, soviel also unser Online-Lexikon, das sich, nomen est omen, den adeligen Gepflogenheiten angepasst hat und furchtbar überheblich erklärt und erläutert. Lautmalerisch könnte man das wohl nennen. Wie gut, dass just jene Ansichten des übertriebenen Gehabes aufs Köstlichste persifliert werden von Disneys Spaßgesellen im neusten Band der tollen -Spezial-Serie.

Band Nummer 54 also wartet mit Donald und seinen drei Neffen auf dem Titel auf, umgeben von goldenem Besteck und Stühlen, verkleidet mit der so idealtypischen Perücke, mit edlen Gewändern und in erster Linie mit einem snobistischen Blick; herrlich anzusehen, weniger bei Donald selbst, als bei den kleinen Neffen, denen diese laszive Überheblichkeit ganz eindringlich zu Gesicht steht – oh du süße Leidenschaft des Schauspiels.

LTB-Spezial-Bände zeichnen sich durch über 500 Seiten Comicspaß, ein übergeordnetes Thema und eine fantastische Auswahl von alten und neuen Geschichten aus, bei der man auch immer wieder die verschiedenen Autoren und deren Stile kennenlernen darf. Was wieder auffällt: sobald Romana Scarpa, Rudolfo Cimino oder Guido Scala als Zeichner oder Autoren (oder beides) mit im Spiel sind, bekommen die Geschichten einen Tiefe, die manch neueren Autoren noch ein wenig abgeht. Glücklicherweise sind in diesem Band wieder zahlreiche Storys aus jenen Zeiten (könnte man als die mittlere LTB-Phase bezeichnen, die 1980er und 1990er) versammelt, so dass das Konzept des Plots und der literarischen Kunst nicht zu kurz kommt.

Auf der anderen Seite aber bieten sich gerade in kleineren, neueren Geschichten der Witz und die Persiflage bei dem Thema Adel mehr als an und werden sehr gekonnt umgesetzt. Wenn Onkel Dagobert einen Grafentitel sucht, Goofy sich selbst als Adeliger durchschlagen muss oder die Ducks auf Adelsprüfungen gehen. Hier hat der Spaß die Oberhand; abgespreizte Finger, laszive Blicke und abgehobenes Gehabe inklusive – klasse.

Besonders hervorzuheben sind die zwei unveröffentlichten Geschichten sowie die bereits vor einigen Jahren im normalen LTB gezeigte Story Der ungeahnte Urahn, in der Donald in die Zeit der französischen Revolution zurückversetzt wird und als Adeliger mit einer Passion fürs Malen vor dem aufgebrachten Mob nach Kanada flieht und dort die irrwitzigsten Abenteuer erlebt. Die Geschichte hat alles: Witz, Charme, historische Tiefe und gutes Storytelling.

Fazit:

Wie so häufig begeistern die Vielfalt und Abwechslung in den Spezialbänden. Enten wie Mäuse kommen vor, alte wie neue Geschichten, bekannte wie unbekannte. Auch die Reisen zum Planeten Moro oder nach Weia Weia, wo deren Anführer als quasi Adelige durchgehen, sind ins Gesamtkonzept integriert und erweitern den adeligen Horizont auf angenehme Art und Weise. Wer Comics aus Entenhausenern liebt, hat hier wieder einen Band, mit dem er nichts falsch machen kann.

 

 

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