Still 2 (Leise, stürmisch, herzergreifend)

Autorenwertung
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  • Texte
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  • Abwechslung
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

DER UNTERTITEL IST PROGRAMM: LEISE, STÜRMISCH, HERZERGREIFEND!

Die Band:

2001 gründen (Gitarre, Gesang) und Jonas Notdurfter (Gitarre) in Brixen, Südtirol eine Band. Schon bald stoßen Jochen Gargitter (Bass) und Christian Fohrer (Schlagzeug) dazu und waren geboren. Geprägt durch Bands wie Rammstein, Subway To Sally und vor allem die Böhsen Onkelz wenden sich dem Deutschrock zu. 2002 erscheint ihr Debütalbum „Eines Tages“. Zu Kontroversen führt die angeblich politische Einordnung der Gruppe. Immer wieder besingen sie ihre Heimatliebe zu Südtirol und die damit verbundenen deutschsprachigen Wurzeln und werden dadurch von manchen Medien in Richtung Neo-Nazi-Szene geschoben. In Interviews und anderen Statements macht die Band aber mehr als einmal deutlich, dass sie keine politisch gesinnte Musikgruppe sind und das sie sich klar vom Links- und Rechtsextremismus distanzieren. Ihre letzten Alben wie „Opposition“ oder „“ erreichten allesamt Platz 1 der deutschen Charts.

Das Album:

Sie haben es wieder getan! Nach ihrem überaus gelungenen Ausflug in akustische Gefilde mit ihrem Album „“, das für mich zu den Highlights ihrer Diskografie gehört, wollen Frei.Wild dieses Projekt noch einmal wiederholen. Allerdings wären Frei.Wild nicht Frei.Wild, wenn sie nicht ein paar Dinge anders machen würden. Schließlich gab es ja schon ein solches Album als Gratmesser und zum anderen: Einfach nur den Stecker ziehen kann jede andere Band auch. 

Zunächst einmal hat man sich bei der Songauswahl auf die Zeit zwischen den letzten Alben „Opposition“ und „Rivalen und Rebellen“ konzentriert. Und da Philipp Burger ein ausgesprochen fleißiger und kreativer Komponist ist, gibt es eine Handvoll neuer Songs dazu. Einen ersten Vorgeschmack gab es mit „Sommerland“ vor einigen Wochen. Und der Titel deutete an, was die Gruppe auch schon in zahlreichen Trailervideos verlautbaren ließ. „“ wird anders, lauter und trotzdem akustisch sein. Wer „Still“ mochte, so die Band, würde „“ lieben. Große Worte, denen ich mich bereits am ersten Veröffentlichungstag anschloss. Seitdem bekomme ich das Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht. 

„Still 2“ ist eine im besten Sinne des Wortes eine Wundertüte. Durch eine Streicher- und vor allem Bläserfraktion verstärkt, tummeln sich Frei.Wild durch unterschiedlichste Stilrichtungen. Ich kenne bisher kein Akustikalbum, das eine derartige Vielfalt bietet. Von einem unglaublichen Saxophonpart in „Wo nur die besten thronen“, über eine SKA-Nummer („Der Teufel trägt Geweih“), über eine Countrynummer („Yeah, yeah, yeah“) bis hin zu einem Jazz-Titel („Allein, ohne dich, bei mir“) ist alles vertreten. Und jeder Song ist eine Perle. Das es dabei nicht immer leise zugeht, ist klar. Oft ist es nur ein neues Arrangement, wie „Zusammen und Vereint“ oder „Und ich war wieder da“, der dem jeweiligen Titel ein vollkommen unverbrauchtes Kleid verpasst. Ob das jetzt wirklich noch akustisch ist, mag jeder für sich entscheiden, aber für mich steht fest: Auch wenn ich die rockigen Frei.Wild liebe und die Band seit ihren Anfangstagen begleite, sind sie in dieser Form eine schier unglaubliche Macht. 

Trackliste:

01 – Ein zweiter stiller Gruß (Intro)

02 – Im Auftrag der Welt

03 – Sommerland

04 – Nicht zu viel denken und einfach machen

05 – Zusammen und vereint

06 – Wo nur die Besten thronen

07 – Keine Lüge reicht je bis zur Wahrheit 

08 – Der Teufel trägt Geweih

09 – Und ich war wieder da

10 – Yeah, yeah, yeah 

11 – Blinde Völker wie Armeen

12 – Eine Freundschaft, eine Liebe, eine Familie 

13 – Hab keine Angst

14 – Allein, ohne dich, bei mir

15 – It‘s a Good Day For A Good Day

16 – Unvergessen, unvergänglich, lebenslänglich 

Fazit:

„Wie sind am Ziel, wir sind ganz oben“ singen Frei.Wild in „Wo nur die besten thronen“. Was ihre musikalische Vielfalt und ihr Können angeht, stimmt das. Mit „Still 2“ sind sie auf dem Höhepunkt ihres Schaffens angekommen. Und das mit einem Album, das im eigentlichen Sinne kein klassisches Rockalbum ist. Dafür ist ein Referenzwerk, an dem künftige akustische Alben messen lassen müssen. Das Feuerwerk, das Philipp, Jochen, Christian und Jonas hier abbrennen ist der absolute Wahnsinn. Ein echtes Album für die Ewigkeit, welches tatsächlich leise, stürmisch und herzergreifend ist.

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