Unschuldslämmer

Autorenwertung
  • Humor
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  • Charaktere
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  • Kreativität
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  • Geschichte
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  • Cover
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  • Gesamt
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Unschuldslämmer

Anke Kreutzer (Übersetzer). Knaur TB 2010, Taschenbuch, 384 Seiten, € 0,65

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Unschuldslämmer von

Inhalt
Max Maxwell ist ein begnadeter Dieb und gleichzeitig einer der „letzten seiner Art“ – denn für Max zählt im „Berufsleben“ vor allem eins: die „Ganovenehre“ und ein bestimmter Kodex, den er sich einst selbst auferlegt hat. So zieht Max mit seinem Neffen Owen jeden Sommer quer durch die Vereinigten Staaten und beraubt die superreichen Politiker, Industriellen und Lobbyisten im Stile eines Robin Hood – freilich ohne die ergaunerte Beute hinterher unter Bedürftigen zu verteilen.

Max‘ Neffe Owen möchte sich indes langsam aus dem Diebesgeschäft verabschieden, ihn verbindet jedoch eine gewisse Loyalität und ein recht eigenartiges Verhältnis mit Max, und dieser ist von Owens Plänen, sich als Schauspieler zu versuchen, alles andere als angetan, schließlich war er selbst einst Schauspieler, hat es jedoch nie bis zum wirklichen Durchbruch geschafft.

Lange Zeit lief bei Max‘ und Owens Diebeszügen, für die sie stets noch zusätzlich ein paar „freie Mitarbeiter“ akquirieren, alles gut, doch in letzter Zeit hat Max vermehrt mit Aussetzern zu kämpfen, was er sich selbst jedoch nicht eingestehen will. Owen macht sich deshalb zunehmend Sorgen – nicht nur um Max, sondern auch um sein eigenes Leben, welches er nicht im Gefängnis vergeuden will.

Zu allem Überfluss haben Owen und Max dann aber nicht nur mit Max Aussetzern und seiner mangelnden Vorsicht so ihre Probleme, sondern es gehen auch Gerüchte um die „Subtrahierer“ vor, eine gefürchtete und berüchtigte Bande, die ihren Opfern, bei denen es sich ausschließlich um Räuber wie Max und Owen handelt, erst einige Gliedmaßen amputiert, um ihnen dann ihre Beute abzujagen – und als einer von Max sogenannten freien Mitarbeitern verschwindet, erleichtert das die Situation nicht gerade…

Ein gelungener Krimi, bei dem aber auch der Humor nicht auf der Strecke bleibt
Der Untertitel von „Unschuldslämmer“ lautet: „Eine Gangster-Komödie“ – und diese Umschreibung gibt den Charakter dieses Kriminalromans auch ziemlich genau wieder. „Unschuldslämmer“ ist keiner dieser Krimis, die von der ersten bis zur letzten Seite auf Spannung setzen, vielmehr konzentriert sich der bekannte Autor Giles vor allem auf die Beschreibung der Charaktere von Max und Owen und auf die Porträtierung der Figur des gescheiterten Schauspielers Max, der sich nunmehr als Dieb verdingt und seine Mitmenschen mit diversen Shakespeare Zitaten meist erheitert aber manchmal auch zur Weißglut bringt.

Dies ist ein wesentlicher Aspekt des Romans, der letztendlich auch entscheidend dazu beiträgt, dass die Lektüre von „Unschuldslämmer“ sowohl Krimi-Liebhabern als auch Freunden von Literatur, die mit derber Sprache und einer Milieustudie aus dem „Sumpf“ des unteren Teils der amerikanischen Gesellschaft aufwartet, gefallen wird.

„Unschuldslämmer“ zeichnet somit ein Porträt einer mehr oder minder eingeschworenen Gangster-Truppe, die so gar nicht in das sonstige Krimi- oder Thriller-Klischee passen, denn der Großteil der Gangster wirkt bisweilen sympathisch und dass die Protagonisten nicht viel auf Gesetze geben, erscheint da eher nebensächlich. Dass ein Großteil der kriminellen Protagonisten so sympathisch daherkommt, mag derweil allerdings auch daran liegen, dass Giles Blunt an Republikanern, reichen Schauspielern und Lobbyisten mit mindestens ebenso zweifelhaften Tätigkeiten wie denen von Max und Owen kein gutes Haar lässt.

Fazit
„Unschuldslämmer“ ist zweifelsohne ein außergewöhnlicher Krimi, der sich wohltuend vom allgegenwärtigen „Standard-Krimi-Einheitsbrei“ abhebt. Giles Blunt hat es geschafft, einen Kriminalroman vorzulegen, der Tiefgang und Komik gekonnt miteinander verbindet und darüber hinaus durch einen durchdacht angelegten Handlungsverlauf überzeugt – bedingungslos empfehlenswert!

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