Alles ist erlaubt

Autorenwertung
  • Musik
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  • Instrumentalisierung
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  • Abwechslung
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  • Texte
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

WER SOLL DIESE LÜCKE SCHLIESSEN?

Die Band:

Gitarrist Thomas Spitzer gründete mit ein paar Freunden im Jahr 1977 eine Band, der zunächst ein passender Name fehlte. Als sie während einer Busfahrt am Hauptsitz der österreichischen Ersten Allgemeinen Versicherung vorbeikamen, entstand die Idee, den Bandnamen an dieses Unternehmen anzulehnen: Die war geboren. 1981 stieß Sänger zur Band. Mit dem fünften Album „Geld oder Leben“ gelang der große Durchbruch, der mit dem folgenden Longplayer „Liebe, Tod und Teufel“ und der Single „Küss die Hand schöne Frau“ noch getoppt wurde. Auch wenn nach diesem Erfolg die hohen Chartplatzierungen ausblieben, bediente die EAV ihre Fangemeinde mit weiteren Alben und großen Tourneen, die immer eine Mischung aus Rockkonzert und Musikkabarett sind. 

Das Album:

Nach gut vierzig Jahren im Showgeschäft beschlossen die österreichischen Satiremusiker, dass irgendwann ein Schlusspunkt gesetzt werden muss. Dieser Zeitpunkt ist nunmehr gekommen. Mit „Alles ist erlaubt“ und der dazugehörigen Tournee sagt die Erste Allgemeine Verunsicherung fortan Servus. 

Zuvor beglückt die Gruppe ihre Fangemeinde noch einmal mit einem Album, welches die Frage aufwirft, wer diese Lücke, die die Band hinterlassen wird, schließen soll. Sicher, bekannt geworden sind die Musiker eher durch klamaukige Titel wie „Ba-Ba-Banküberfall“ oder „Küss die Hand schöne Frau“. Doch wer sich schon früher intensiver mit dem Schaffen der Band beschäftigt hat, wird schnell festgestellt haben, dass sie immer den Finger in die Wunden der Gesellschaft gelegt haben. Dies gilt besonders für dieses letzte Album. Scharfzüngig und bissig wie lange nicht, bekommt hier jeder seine Watsch‘n. Egal ob wendehalsige Politiker („Trick der Politik“), Rechtspopulisten („Rechts 2/3“) oder Veganer („Salatisten-Mambo“), sie alle bekommen den Spiegel vorgehalten und sein Fett weg. Dabei bleibt die Erste Allgemeine Verunsicherung so humorvoll wie man sie kennt. 

Auch musikalisch wird auf „Alles ist erlaubt“ richtig viel geboten: Pop, Rock, Country, Salsa, Ballade. Die Bandbreite, die die Band hier anbietet, ist beeindruckend und harmoniert ausnahmslos mit den hervorragenden Texten. Aufgrund der scharfzüngigen Lyrics ist ein Album der EAV sicher nichts für zwischendurch. Man muss sich Zeit nehmen und die Titel ein zweites und drittes Mal hören, um wirklich jede humorvolle Nuance zu erfassen. Doch dies lohnt insbesondere bei diesem Werk allemal. 

Trackliste:

01 – Alles ist erlaubt 

02 – Am rechten Ort

03 – Trick der Politik

04 – Erzöh ma‘ des

05 – Imam

06 – Rabenschwarz und Weiß

07 – Coole, alte Sau

08 – Gegen den Wind (feat. Lemo)

09 – Müßiggang 

10 – Es ist nie zu spät 

11 – Salatisten-Mambo

12 – Das Wandern

13 – Rechts 2/3 

14 – Der letzte Brief

15 – Verflucht

16 – s‘ Glück

17 – Freiheit

18 – Man soll den Tag …

Fazit:

Mit einem ihrer besten Alben verabschiedet sich die Erste Allgemeine Verunsicherung und hinterlässt eine große Lücke. Wie keine andere deutschsprachige Band haben sie es geschafft, gesellschaftliche und politische Themen in humorvolle und bissige Texte zu packen. „Alles ist erlaubt“ ist voll davon und allein deshalb ein echter Volltreffer. Wer kann, sollte die Gruppe im nächsten Jahr auf ihrer Abschiedstournee besuchen, denn ein Konzert der EAV ist immer ein Erlebnis. 

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