Amorphis – Halo

DIE KRONE DER BISHERIGEN AMORPHIS-SCHÖPFUNG!

Die Band:

Seit über zwanzig Jahren macht die finnische Band Amorphis Musik und hat sich in dieser Zeit zu einer der erfolgreichsten Metalbands gemausert. Dabei war der Sound zahlreichen Wandlungen unterlegen. Ursprünglich eine reine Death-Metal-Combo fanden auch Progressive Metal und folkloristische Töne den Weg in die Musik von Amorphis. Als wahrer Glücksgriff entpuppte sich der Einstieg von Sänger Tomi Joutsen im Jahr 2005. Erstmals auf dem Album „Silent Water“ zu hören, lobten Fachpresse und Fans das Werk. Seitdem verstehen es die Finnen, ihren Sound aus Growlpassagen, Joutsens toller Cleanstimme und eingängigen Melodien zu mischen. Folgerichtig heimste die Band auch für die folgenden Alben überragende Kritiken ein und wurde mit dem Longplayer „Under The Red Cloud“ mit der ersten Top Ten Platzierung in Deutschland belohnt.

Das Album:

Vier Jahre mussten die Hörerschaft auf den Nachfolger des letzten Albums „Queen Of Time“ warten. Die bisher längste Wartezeit zwischen zwei Alben. Allerdings wollte man sich auch die Zeit nehmen, um erneut ein überzeugendes Werk abzuliefern. Kaum eine andere Band hat in den vergangenen Jahren so kontinuierlich Meisterwerke herausgebracht, wie Amorphis, die mit ihren Folk- und Rockklängen den Melodic Death Metal wahrlich revolutioniert haben.

Bereits die erste Single „The Moon“ versprach, dass die Gruppe Wort halten und wieder einen großen Wurf anbieten würde. Ein Song, der alle Merkmale der Band in sich vereint, bei dem es viel zu entdecken gibt und der die Neugier auf „Halo“ weiter anheizte. Eine Neugier, die nach der zweiten Single „On The Dark Waters“ fast ins Unermessliche stieg. Jetzt liegt „Halo“ vor und erfüllt nicht nur die Erwartungen, sondern setzt dem Schaffen ihre bisherige Krone auf. 

Sicher, Amorphis erfinden sich nicht komplett neu, sondern orientieren sich vor allem am Sound ihrer letzten Werke „Queen Of Time“ und „Under The Red Cloud“. Hier haben Sie ihre Musik perfektioniert, die, wie gesagt, die Melodic Death Metal Vergangenheit mit herrlichen Folk-Elementen kombiniert. Dadurch gibt es auf jedem Album unendlich viel zu entdecken. Und das trifft insbesondere auf „Halo“ zu. Allein der Opener „Northwards“ vereint alles in sich, was diese Band ausmacht: Atmosphärische Keyboardklänge, harte Riffs, ein Hookline zum Niederknien und die unglaubliche Stimme von Tomi Joutsen, der sowohl bei den Growls, als auch bei den Klargesang-Passagen eine überragende Leistung abliefert. So bündelt „Northwards“ in rund fünfeinhalb Minuten, alles, was „Halo“ komplett auszeichnet.

Jeder Song ist ein Volltreffer. Ein schneller Titel wie „Seven Roads Come Togethter“, der neben „Northwards“ zu einem der besten Songs des Albums gehört, passt ebenso ins Konzept wie ein schwermütiger Titel wie „The Wolf“. Bei „Windfang“ zeigen sich Amorphis so hart wie lange nicht mehr. Am Ende gibt es sogar eine durchaus sanfte Seite. „My Name Is Night“ brilliert mit der wunderbaren Stimme von Petronella Nettermalm, die das Lied fast anderthalb Minuten alleine trägt, bevor sie von Tomi Joutsen unterstützt wird. 

Wenn man den Sound von Amorphis zusammenfassen will, dann sind es zwei Säulen, die hier passen, wie beim kaum einer anderen Band: Die ungeheure musikalische Bandbreite, die „Halo“ zu einem Album macht, dass auch in zwei, drei oder vier Jahren nicht langweilig geworden ist und die wirklich unglaubliche Stimme von Tomi Joutsen. Es ist wieder nicht zu glauben, dass die Growls und die Clean-Passagen innerhalb eines Songs von einem und dem gleichen Mann stammen. 

Trackliste:

01 – Northwards

02 – On The Dark Waters

03 – The Moon

04 – Windmane

05 – A New Land

06 – When The Gods Came

07 – Seven Roads Come Together

08 – War

09 – Halo

10 – The Wolf

11 – My Name Is Night (feat. Petronella Nettermalm) 

Fazit:

Es war der Wunsch der Band, mit „Halo“ Fans der ersten Stunden zufriedenzustellen. Ein Wunsch, der meines Erachtens voll und ganz aufgegangen ist. „Halo“ ist das erhoffte und erwartete Meisterwerk, an dem sich in diesem Jahr jedes Metalalbum wird messen lassen müssen. Ich wage die Prognose, dass es kaum eines geben wird, dass diese Intensität und diesen Abwechslungsreichtum erreichen wird. Ein wahrlich großes Album, das für mich die Krone der bisherigen Amorphis-Diskografie ist.

Bewertung:

Musik: 5

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 5

Abwechslung: 5

Hörspaß: 5

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