Benjamin Blümchen als Wetterelefant
Kurzfazit: Charmanter Serienauftakt mit origineller Idee und guten Sprechern
Folge 01: Benjamin als Wetterelefant
7,59 € Stand: 17.08.2026
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Worum geht es in Benjamin Blümchen als Wetterelefant?
Auf Neustadts Kirchsturmspitze sitzt seit zehn Jahren der Wetterhahn Siegfried Simpel. Jetzt möchte Siegfried endlich einmal Urlaub haben und geht deswegen zum Bürgeramt. Der zuständige Herr Schläfrich muss sich jetzt um eine Vertretung kümmern. Zufällig hat vor einiger Zeit schon mal ein gewisser Herr Blümchen angerufen und Interesse an diesem Job bekundet.
Herr Schläfrich ruft Herrn Blümchen an und der ist überglücklich, dass er jetzt den Wetterhahn vertreten darf. Als Benjamin Blümchen bei Herrn Schläfrich und Siegfried Simpel erscheint, staunen die beiden aber nicht schlecht - denn Herr Blümchen ist ein sprechender Elefant. Siegfried hat Zweifel, weist ihn aber kurz ein und fliegt dann in Urlaub.
Zunächst muss das Problem gelöst werden, Benjamin auf die Kirchturmspitze zu bringen. Danach kann sich Benjamin endlich in seine neue Arbeit einleben. Allerdings gibt es plötzlich einen Schneesturm und er friert furchtbar …
Ein Elefant als Wetterhahn
Für diese erste Benjamin-Blümchen-Folge hat sich der sprechende Elefant einen besonders originellen Beruf ausgesucht. In späteren Folgen probiert Benjamin eher sehr traditionelle Berufe vom Schornsteinfeger bis zum Bäcker aus. Hier sollte vermutlich gleich zu Beginn der Hörspielserie der Titel Aufmerksamkeit erregen und das ist sicher gelungen.
Die Folge besticht durch viele witzige Dialoge und gelungene Charaktere. Vor allem der Wetterhahn Siegfried Simpel ist eine Figur, die Kindern sicher viel Freude beim Hören macht. Wilfried Herbst passt mit seiner hohen, leicht krächzigen Stimme sehr gut zu dem etwas schlecht gelaunten Hahn, der mit seinem Schicksal hadert, weil er bisher nie Urlaub nehmen durfte - denn eine Kirchturmspitze ohne Wetterhahn ist schließlich nicht denkbar. Benjamin wirkt von Anfang an sehr sympathisch und zeigt seine typische Naivität.
Er hat keine Ahnung, wie man das Wetter deutet und kennt nicht einmal die Himmelsrichtungen, was Siegfried zur Verzweiflung bringt - ganz davon abgesehen, dass sich der Hahn nur schwer damit anfreunden kann, von einem Elefanten vertreten zu werden. Dann ist da noch Herr Schläfrich, der ständig gähnen muss und der von Hermann Wagner gesprochen wird - dem gleichen Sprecher, der ab der zweiten Folge dann für Zoodirektor Tierlieb verantwortlich ist.
Die Geschichte erklärt Kindern ein bisschen über das Wetter auf, wo die Sonne auf- und untergeht, wie man ein aufkommendes Unwetter erkennt. Vor allem aber unterhält sie gut, denn es passieren ständig aufregende Dinge - Benjamin muss auf den Kirchturm gebracht werden, er gerät in einen Schneesturm, die Neustädter sind aufgebracht, weil das berühmte Glockenspiel einfriert.
Und natürlich lernt er hier auch seinen kleinen Freund Otto kennen, der von nun an alle Abenteuer mit ihm erlebt. Die Folge hat kleine Logikschwächen, denn es ist beispielsweise seltsam, dass Benjamin schon so lange darauf hinfiebert, mal als Wetterelefant arbeiten zu dürfen - auf der anderen Seite aber kennt er nicht einmal die Himmelsrichtungen, das passt nicht wirklich zusammen. Auch ist schwer verständlich, weshalb das Glockenspiel vom Rathaus die herausragende Touristenattraktion Neustadts ist und nicht eben der sprechende Elefant.
Die Sprecher und die Produktion
Hinter der Folge steht Elfie Donnelly, die die Figur Benjamin Blümchen erfunden und die Geschichte geschrieben hat. Regie führte Ulli Herzog, produziert wurde die Reihe von KIDDINX in Berlin. Folge 1 erschien 1977 und läuft rund vierzig Minuten, also etwa so lang wie eine Autofahrt zu den Großeltern.
Die Stimme, die die Serie über Jahrzehnte geprägt hat, gehört Edgar Ott. Sein Benjamin ist gutmütig, langsam und immer einen Schritt hinter dem, was um ihn herum passiert, und genau das macht ihn für Kinder so greifbar. Otto wird von Alexander Rosenberg gesprochen. Erzählerpassagen übernimmt Joachim Nottke, was der Folge einen ruhigen Grundton gibt, gegen den die Figuren umso lebendiger wirken.
Wo die Folge ihr Alter zeigt
Das Hörspiel ist inzwischen fast fünfzig Jahre alt und man hört es. Ein Bürgeramt, das telefonisch Vertretungen für Wetterhähne vermittelt, ist eine Welt, die es so nie gab und heute erst recht nicht mehr gibt. Auch der Wetterhahn selbst muss vielen Kindern erst erklärt werden, weil sie ihn schlicht nicht kennen. Wer die Folge auflegt, sollte damit rechnen, dass in den ersten Minuten eine Rückfrage kommt.
Das ist allerdings kein echtes Hindernis. Die Grundsituation, jemand macht einen Job, von dem er nichts versteht, funktioniert unabhängig von der Epoche. Und die Tonqualität der aktuellen Ausgaben ist gut genug, dass nichts von dem Charme verloren geht.
Für wen lohnt sich Folge 1?
Für Einsteiger ist diese Folge die naheliegende Wahl, weil hier die Freundschaft zwischen Benjamin und Otto beginnt. Wer seinem Kind die Reihe zeigen möchte, fängt sinnvollerweise hier an, auch wenn die späteren Folgen nicht aufeinander aufbauen und man theoretisch überall einsteigen kann.
Für Sammler und erwachsene Hörer, die die Serie aus der eigenen Kindheit kennen, ist die Folge vor allem als Ausgangspunkt interessant. Man hört deutlich, dass die Serie ihren endgültigen Ton noch sucht: Neustadt ist noch nicht ganz die Stadt, die es später wird, und Figuren wie der Bürgermeister sind noch nicht so festgezurrt wie in den späteren Folgen.
Wer dagegen nach der stärksten Folge der Reihe sucht, wird woanders fündig. Der Wetterelefant ist solide und originell, aber nicht der große Wurf. Als Einstieg ist er trotzdem schwer zu schlagen.
Fazit: Lohnt sich Benjamin Blümchen als Wetterelefant?
Insgesamt eine hörenswerte Hörspielgeschichte, die ein sehr originelles Thema behandelt. Die Sprecher leisten gute Arbeit, viele witzige Dialoge sorgen für amüsante Unterhaltung bei Kindern. Sicher nicht die beste Folge der Serie, aber empfehlenswert.
Vier von fünf Punkten: für die ungewöhnliche Idee, für Wilfried Herbsts Wetterhahn und dafür, dass hier die längste Hörspielfreundschaft der deutschen Kinderzimmer ihren Anfang nimmt. Punktabzug gibt es für die kleinen Logiklücken und dafür, dass die Serie ihr Tempo erst in den folgenden Ausgaben findet.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Benjamin Blümchen als Wetterelefant?
Der Wetterhahn Siegfried Simpel sitzt seit zehn Jahren auf Neustadts Kirchturmspitze und möchte endlich Urlaub machen. Beim Amt meldet sich als Vertretung ausgerechnet ein sprechender Elefant. Benjamin übernimmt den Posten, hat aber keine Ahnung vom Wetter und gerät prompt in einen Schneesturm.
Ist Wetterelefant die erste Benjamin-Blümchen-Folge?
Ja, es ist Folge 1 der Hörspielserie. Sie erschien 1977 und stammt von Elfie Donnelly, Regie führte Ulli Herzog. Produziert wird die Reihe von KIDDINX in Berlin, die Laufzeit der Folge liegt bei rund 40 Minuten.
Wer spricht Benjamin Blümchen in Folge 1?
Benjamin wird von Edgar Ott gesprochen, der die Figur über viele Jahre prägte. Otto spricht Alexander Rosenberg, den Wetterhahn Siegfried Simpel übernimmt Wilfried Herbst und Herrn Schläfrich spricht Hermann Wagner. Wagner ist ab der zweiten Folge als Zoodirektor Tierlieb zu hören.
Ab welchem Alter eignet sich die Folge?
Die Geschichte ist für Kindergarten- und frühe Grundschulkinder gedacht, ungefähr ab drei bis vier Jahren. Es gibt keine bedrohlichen Szenen, der Schneesturm wird eher komisch als bedrohlich erzählt. Kinder, die den Begriff Wetterhahn nicht kennen, brauchen vorab kurz eine Erklärung.
Lernt Benjamin hier Otto kennen?
Ja. Der Junge Otto, der ab dann alle weiteren Abenteuer mit Benjamin erlebt, taucht in dieser Folge zum ersten Mal auf. Für Fans der Reihe ist das einer der Hauptgründe, ausgerechnet mit Folge 1 einzusteigen.
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