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Christliche Schriftenverbreitung: Das Neue Testament und die Psalmen

3,5 von 5 Redaktion · 2012-05-30 · aktualisiert 2026-10-01

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Christliche Schriftenverbreitung: Das Neue Testament und die Psalmen ist eine 694 Seiten starke Taschenausgabe mit dem vollständigen Neuen Testament und den Psalmen in der Elberfelder Übersetzung von 2003. Die Rezension vom 30. Mai 2012 bewertet sie mit 3,5 von 5: Der Text ist genau, die Sprache für Einsteiger aber schwer zugänglich, die Gestaltung eine Bleiwüste.

Das Neue Testament und die Psalmen: Elberfelder Überarbeitung 2003, Edition CSV-Hückeswagen, mit Überschriften
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Christliche Schriftenverbreitung: Das Neue Testament und die Psalmen

Das vorliegende Werk ist im Jahre 2009 im Selbstverlag der Christlichen Schriftenverbreitung, die in Hückeswagen ansässig ist, erschienen. Das vorliegende Exemplar ist 694 Seiten dick, passt aber trotzdem noch in jede Hosentasche. Wer nach dieser Ausgabe sucht, sucht meist zweierlei: einen handlichen Bibeltext und eine Antwort auf die Frage, wer hinter dem CSV-Verlag eigentlich steht. Diese Rezension beantwortet beides.

Worum geht es in dieser Ausgabe?

Die Bibel, die Heilige Schrift der Christen, gehört auf jeden Fall zu den am meisten verbreiteten und am meisten gelesenen Büchern der Welt. Die Apostelgeschichte ist genauso Bestandteil des vorliegenden Werkes wie die vier Evangelien, die Offenbarung des Johannes und Briefe an die frühen Gemeinden. In diesem Büchlein sind auch noch die Psalmen enthalten.

Das ist eine bewusste Auswahl und kein Versehen: Neues Testament plus Psalter ist ein seit Langem übliches Format für Ausgaben, die zum Mitnehmen gedacht sind. Der Preis dafür ist offensichtlich. Wer im Gottesdienst oder im Hauskreis eine Stelle aus den Propheten oder aus den Geschichtsbüchern nachschlagen will, steht mit diesem Band im Regen. Dafür wiegt er wenig genug, um tatsächlich täglich dabei zu sein, und genau das ist der Zweck.

Die Elberfelder Übersetzung in der Edition CSV

Der Inhalt ist so wie er ist und unveränderlich wahr. Was man als Verfasser einer Buchkritik allerdings schon beurteilen kann, ist Art und Qualität der Übersetzung. Diesem Büchlein liegt die Elberfelder Übersetzung zugrunde, konkret die Überarbeitung von 2003 in der Edition CSV Hückeswagen.

Einige Hintergrundinformationen seien hier erlaubt: Als Grundlage für die Übersetzung wurden die Grundtext-Ausgaben des hebräischen Alten Testaments und des griechischen Neuen Testaments genutzt. Die Elberfelder Übersetzung wird von vielen Christen wegen ihrer sprachlichen Genauigkeit geschätzt und daher auch oft genutzt. Wer sich für griechische Texte rund um die Bibel interessiert, findet bei Aristeas eine zweisprachige Ausgabe über den König und die Bibel in Griechisch und Deutsch.

Die Stärke: Nähe zum Grundtext

Die Elberfelder verfolgt konsequent das Prinzip, so wörtlich wie möglich zu übersetzen. Sie glättet nicht, sie deutet nicht vor und sie ersetzt schwierige Formulierungen nicht durch griffige. Wer einen Text auslegen und nicht nur überfliegen will, hat damit ein belastbares Werkzeug in der Hand. Für Bibelkreise, in denen Wort für Wort gearbeitet wird, ist das ein echter Vorteil gegenüber freieren Übertragungen.

Die Schwäche: antiquierte Sprache

Dies mag für lebensältere Menschen, die schon lange Zeit Kirchgänger und dementsprechend kirchliche Sprache gewohnt sind, in Ordnung sein. Für jüngere Menschen, denen diese Erfahrung aber fehlt, ist der Text allein schon wegen der antiquierten Sprache und komplizierten Grammatik nur schwer verständlich. Lange Satzperioden, ungewohnte Wortstellungen und ein Vokabular, das im Alltag nicht mehr vorkommt, machen die Lektüre zur Arbeit. Genau das ist der Kern des Zielkonflikts: Was an Genauigkeit gewonnen wird, geht an Verständlichkeit verloren.

Für diese Leser gibt es zum Glück Ausweichmöglichkeiten. Es gibt Bibelausgaben, in denen das Alte Testament auch enthalten ist. Es gibt Kinderbibeln und sicherlich auch Großdruckausgaben. Hier wird ein Vergleich schnell zeigen, welche Ausgabe den jeweiligen Leser am meisten anspricht.

Wer steckt hinter dem CSV-Verlag?

Die Christliche Schriftenverbreitung ist auch unter der offiziellen Abkürzung CSV bekannt. Dahinter verbirgt sich ein evangelikaler Verlag mit Sitz in Hückeswagen im Bergischen Land. Gründer war Richard Mohncke, der von 1904 bis 1976 lebte. Der Verlag entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, im April 1948. Die Publikationen werden in der Sekundärliteratur durchweg im Bereich der Brüderbewegung angesiedelt.

Christliche Schriftenverbreitung Hückeswagen

Zum Verlag gehört eine Versandbuchhandlung, über die die Titel vertrieben werden. Das Haus ist kein Großverlag, sondern arbeitet für einen klar umrissenen Leserkreis. Bekanntestes Produkt ist die Elberfelder Bibel in der Edition CSV von 2003, aus der auch die hier besprochene Taschenausgabe stammt.

Autoren und Zeitschriften des Verlags

Im Programm finden sich Autoren wie John Nelson Darby, William Kelly, Frank Binford Hole, Hamilton Smith, Christian Briem, Arend Remmers und Ernst-August Bremicker. Von 1947 bis 2015 gab der Verlag außerdem die Monatszeitschrift „Ermunterung und Ermahnung“ heraus, die seit 2016 unter dem Titel „Im Glauben leben“ fortgeführt wird. Diese Liste zeigt bereits, worauf das Haus ausgerichtet ist: auf Auslegungsliteratur aus der Tradition der geschlossenen Brüder.

Ist der CSV-Verlag eine Sekte?

Diese Frage wird häufig gestellt, und sie verdient eine nüchterne Antwort. Der CSV-Verlag ist ein Verlag, keine Religionsgemeinschaft. Er steht der sogenannten geschlossenen Brüderbewegung nahe, einer freikirchlichen Strömung innerhalb des Protestantismus, die im 19. Jahrhundert entstanden ist.

Ob man eine solche Gemeinschaft als Sekte bezeichnet, ist eine Wertung und keine Tatsachenfeststellung. Religionswissenschaftlich ist der Begriff umstritten und wird eher gemieden. Sachlich lässt sich festhalten: Das Verlagsprogramm ist theologisch sehr eng geführt und richtet sich in erster Linie an die eigene Bewegung. Wer eine breite ökumenische Auswahl sucht, ist hier falsch. Wer aus dieser Tradition kommt, findet ein sehr kohärentes Programm.

Kritik am CSV-Verlag und an dieser Ausgabe

Die Kritik, die sich an diesem Band festmachen lässt, betrifft weniger die handwerkliche Qualität als die Ausrichtung. Drei Punkte fallen auf.

Erstens die Sprache. Die Elberfelder von 2003 ist zwar überarbeitet, bleibt aber deutlich schwerer zugänglich als etwa die Gute Nachricht oder die Neue Genfer Übersetzung. Wer neu zur Bibel kommt, wird hier eher abgeschreckt als abgeholt.

Zweitens die Gestaltung. Das Büchlein ist, um es offen zu sagen, eine Bleiwüste. Es gibt Überschriften, aber keine Erläuterungen, keine Karten, keine Zeittafel, keine Einleitungen zu den einzelnen Büchern. Für Leser mit Vorkenntnissen ist das ein Feature, weil nichts vom Text ablenkt. Für alle anderen fehlt schlicht das Geländer.

Drittens die theologische Enge des Umfelds. Der Bibeltext selbst ist unkommentiert, insofern kann man ihn losgelöst vom Verlagsprogramm lesen. Wer allerdings über diese Ausgabe in die weitere Literatur des Hauses gerät, bewegt sich in einem sehr geschlossenen Auslegungssystem. Das sollte man wissen, bevor man weiterkauft.

Für wen lohnt sich diese Ausgabe?

Doch warum sollte man überhaupt ein solches Werk, das im vorliegenden Falle eine reine Bleiwüste ist, überhaupt nutzen? Die Bibel als solche kann durchaus ein sinnvoller und gewinnbringender Begleiter durch das tägliche Leben sein. Wer nicht die komplette Bibel mit sich herumschleppen möchte, kann auch gerne zu Publikationen wie dieser greifen. Hier ist das Original unverfälscht und unkommentiert enthalten, sodass man es bei Bedarf sich gerne im wahrsten Sinne des Wortes „zu Gemüte führen“ darf und kann.

Konkret lohnt sich der Band für geübte Bibelleser, die unterwegs einen genauen Text brauchen, für Hauskreise, in denen wörtlich gearbeitet wird, und für alle, die eine zweite, handliche Ausgabe neben der Vollbibel suchen. Weniger geeignet ist er für Einsteiger, für Kinder und für Leser mit eingeschränkter Sehkraft, denn die Schrift ist bei 694 Seiten im Taschenformat entsprechend klein.

Fazit: Lohnt sich die CSV-Ausgabe des Neuen Testaments?

Sprachlich ist das Büchlein vielleicht nicht unbedingt auf der Höhe. Es kann aber ein guter Begleiter durch den Alltag sein, zumindest dann, wenn man sich inhaltlich darauf einlässt. Wer weiß, was ihn erwartet, bekommt für wenig Geld und wenig Gewicht einen präzisen, unkommentierten Text. Wer dagegen Hilfestellung, Erklärung und moderne Sprache sucht, greift besser zu einer anderen Ausgabe.

Häufig gestellte Fragen

Wer steckt hinter dem CSV-Verlag?

Hinter dem CSV-Verlag steht die Christliche Schriftenverbreitung mit Sitz in Hückeswagen im Bergischen Land, gegründet im April 1948 von Richard Mohncke (1904 bis 1976). Zum Verlag gehört eine Versandbuchhandlung, die Publikationen werden durchweg im Bereich der Brüderbewegung angesiedelt.

Ist der CSV-Verlag eine Sekte?

Nein, der CSV-Verlag ist ein Verlag und keine Religionsgemeinschaft. Er steht der geschlossenen Brüderbewegung nahe, einer freikirchlichen Strömung im Protestantismus. Ob man eine solche Gemeinschaft Sekte nennt, ist laut Artikel eine Wertung, das Verlagsprogramm ist theologisch sehr eng geführt.

Welche Bibelübersetzung liegt dieser Ausgabe zugrunde?

Christliche Schriftenverbreitung: Das Neue Testament und die Psalmen folgt der Elberfelder Übersetzung in der Überarbeitung von 2003, Edition CSV Hückeswagen. Grundlage sind die Grundtext-Ausgaben des hebräischen Alten Testaments und des griechischen Neuen Testaments, übersetzt wird so wörtlich wie möglich.

Enthält die Ausgabe das komplette Alte Testament?

Nein, Christliche Schriftenverbreitung: Das Neue Testament und die Psalmen enthält das vollständige Neue Testament, aus dem Alten Testament aber nur die Psalmen. Wer Stellen aus den Propheten oder den Geschichtsbüchern nachschlagen will, braucht eine Bibelausgabe mit dem Alten Testament.

Für wen eignet sich diese Taschenausgabe?

Christliche Schriftenverbreitung: Das Neue Testament und die Psalmen eignet sich für geübte Bibelleser, die unterwegs einen genauen Text brauchen, für Hauskreise, in denen wörtlich gearbeitet wird, und als zweite handliche Ausgabe neben der Vollbibel. Für Einsteiger, Kinder und Leser mit eingeschränkter Sehkraft ist sie weniger geeignet.

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