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Christoph Burgauner: Tanzen weltweit

3,5 von 5 Redaktion · 2012-09-25 · aktualisiert 2026-10-01

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Christoph Burgauner: Tanzen weltweit ist ein 607 Seiten starkes Standardwerk zum Tanzsport von 1995, das Tanzgeschichte, Tanzstile und Verbände behandelt, sich aber nicht an Einsteiger richtet. Die Rezension vom 25. September 2012 vergibt 3,5 von 5 Punkten: gründlich und umfassend, doch ohne Begleit-CD oder DVD und mit überholten Vereinsangaben.

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Christoph Burgauner (Hrsg.): Tanzen weltweit in Kurs und Gruppe, als Sport und Kunst

Das Buch wurde im Jahre 1995 im Kastell Verlag veröffentlicht. Es ist 607 Seiten dick.

Worum geht es in Christoph Burgauner: Tanzen weltweit?

I’m dancing in the rain. Wer kennt ihn nicht, diesen populären Film-Schlager? Tanzmusik kommt in diesem nicht nur wegen des dicken Buchdeckels schwergewichtigen Buch auch vor, aber eher am Rande. Es beschreibt vielmehr die Geschichte des Tanzens, den Tanzunterricht, die Tanzbekleidung sowie die nationalen und internationalen Tanzverbände.

Schon der Untertitel „In Kurs und Gruppe, als Sport und Kunst“ zeigt die Spannweite an, die der Band abdecken will. Tanzen wird hier nicht als eine Sache verstanden, sondern als mehrere: als gesellige Freizeitbeschäftigung in der Tanzschule, als Leistungssport mit Turnierbetrieb und Verbandsstruktur, und als künstlerische Ausdrucksform. Diese drei Perspektiven laufen über das ganze Buch nebeneinander her.

Die Tanzstile stehen im Vordergrund

Eine Sache steht aber deutlich im Vordergrund, nämlich die verschiedenen Tanzstile. Die Klassiker kommen hier vor, also der Wiener Walzer, Tango und Quickstep, die lateinamerikanischen Tänze (Cha Cha Cha, Jive, Paso Doble), aber auch moderne Sachen wie Rock’n’Roll, Jazz und Formationstanzen.

Damit deckt der Band beide großen Turnierblöcke ab und geht zugleich über sie hinaus. Gerade das Formationstanzen ist ein Thema, das in allgemeiner Tanzliteratur oft fehlt, obwohl es im Vereinsbetrieb eine eigene Größe ist. Wer sich für die Unterschiede zwischen den Disziplinen interessiert, findet hier eine der ausführlicheren Darstellungen im deutschsprachigen Raum.

Der lexikalische Teil

Der lexikalische Teil am Ende des Buches erklärt nicht nur Begriffe. Er benennt auch Welt- und Europameister sowie Tanzschulen und Tanzsportvereine im deutschsprachigen Raum.

Dieser Anhang ist zugleich die Stelle, an der sich das Erscheinungsjahr am deutlichsten bemerkbar macht. Ergebnislisten und Vereinsverzeichnisse aus dem Jahr 1995 haben heute vor allem dokumentarischen Wert. Als Momentaufnahme des Tanzsports in den 90er-Jahren ist der Teil interessant, als aktuelles Adressverzeichnis unbrauchbar.

Über den Herausgeber

Burgauner wurde am 12. Mai 1936 geboren. Nach seinem Studium der Germanistik, Romanistik, Anglistik und Geschichte schlug er zwar auch die wissenschaftliche Laufbahn ein, arbeitete daneben aber auch immer mehr publizistisch. Den Kastell Verlag gründete er 1986.

Dass ein Verleger mit geisteswissenschaftlichem Hintergrund einen solchen Band herausgibt, prägt das Ergebnis. „Tanzen weltweit“ ist kein Trainingshandbuch aus der Praxis, sondern eine Sammlung, die den Gegenstand von außen beschreibt und ordnet. Das erklärt sowohl die Gründlichkeit als auch die Distanz, mit der die Themen behandelt werden.

Ausstattung und Aufmachung

Die Seiten sind etwas größer als DIN A4. Die Texte wirken hinsichtlich der Seitengestaltung fast schon zeitungsmäßig gestaltet, was auch vielleicht an der reichhaltigen Bebilderung liegen mag. Die Schwarzweiß- und Farbfotos geben den Tanzsport, zumindest für Tanzbegeisterte, jedenfalls ansprechend wieder.

Das Format hat eine praktische Konsequenz: Dieses Buch liest man nicht im Zug. Es liegt auf dem Tisch, man schlägt es an einer Stelle auf und blättert. Als Nachschlagewerk funktioniert das gut, für eine durchgehende Lektüre von vorn nach hinten ist es zu unhandlich.

Die Rezension im Detail

Seitenzahl und Umfang des Inhalts lassen es erahnen: Hier liegt ein schwergewichtiges Buch vor. Man kann als Leser schnell den Eindruck gewinnen, dass sich das Buch an ein fachlich interessiertes Publikum wendet, das genau wissen möchte, was es mit dem Tanzen auf sich hat. In dieser Hinsicht hat das Buch natürlich auch einen sportwissenschaftlichen Charakter. So umfangreich und gründlich ist nur ein Buch, das den Leser tief in die Materie einsteigen lassen möchte. Wer Grundlagenwissen vermittelt bekommen möchte, wird mit einem so umfangreichen Buch, das gründlich, detailliert und gut recherchiert ist, natürlich nichts anfangen können. Er wird zu anderer Literatur greifen müssen.

Wo das Buchformat an Grenzen stößt

Wie präsentiert man einen Tanzstil, den gesamten Tanzsport wohl am besten? Nur in Buchform? Eher nicht. In dieser Hinsicht geht viel von seinem Charme verloren. Die Tanzschritte mögen sich so vielleicht noch vorstellen lassen. Aber spätestens dann, wenn es um Turniere, den Nervenkitzel dabei und die Vorbereitungen geht, greift ein Buch zu kurz.

Dem Buch fehlt eine CD oder DVD als Beilage, die die verschiedenen Tänze kurz vorstellt und auch kurz auf Turniere eingeht. Der Leser hätte so auf jeden Fall eine bessere Vorstellung von der Welt der Tänze bekommen. Dass ein 1995 erschienener Band dieses Beiwerk nicht mitbringt, ist zeitlich erklärbar, ändert aber nichts an der Lücke. Heute lässt sie sich immerhin schließen, indem man sich die beschriebenen Tänze parallel im Netz ansieht.

Was das Buch trotzdem leistet

Der Wert liegt im Zusammentragen. Geschichte, Unterrichtspraxis, Bekleidung, Verbandswesen und Stilkunde stehen hier zwischen zwei Buchdeckeln, und zwar in einer Ausführlichkeit, die man sonst über mehrere Titel verteilt suchen müsste. Wer eine Facharbeit über Tanzsport schreibt, in einem Verein Verantwortung trägt oder einfach wissen will, wie das Feld strukturiert ist, hat mit diesem Band eine belastbare Grundlage.

Für wen lohnt sich das Buch?

Geeignet ist „Tanzen weltweit“ für Tanzsportler mit Turniererfahrung, für Übungsleiter und Vereinsverantwortliche sowie für Leser, die den Tanzsport historisch und systematisch verstehen wollen. Auch als Geschenk für langjährige Tanzbegeisterte funktioniert der Band, gerade weil die Bebilderung viel vom Milieu der 80er- und 90er-Jahre transportiert.

Nicht geeignet ist er für Einsteiger, die gerade den ersten Kurs belegt haben, und für alle, die eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung erwarten. Wer heute nach aktuellen Turnierergebnissen oder Vereinsadressen sucht, wird ebenfalls enttäuscht. Der Band ist regulär kaum noch lieferbar und in erster Linie antiquarisch erhältlich, dafür meist zu moderaten Preisen. Einsteigerinnen in den orientalischen Tanz führt dagegen das Bauchtanz-Buch von Dietlinde Karkutli, ein Klassiker von 1983, an das Thema heran.

Fazit: Lohnt sich Christoph Burgauner: Tanzen weltweit?

Das Buch gibt sicherlich eine gute Einführung in den Tanzsport. Es ist aber eher etwas für Tanzbegeisterte. Wer den nötigen Vorlauf mitbringt, bekommt ein umfassendes, sorgfältig zusammengestelltes Werk, das seinen Gegenstand von vielen Seiten beleuchtet. Wer nur tanzen lernen will, findet den Einstieg woanders schneller.

Häufig gestellte Fragen

Wann und wo ist Tanzen weltweit erschienen?

Christoph Burgauner: Tanzen weltweit erschien 1995 im Kastell Verlag und umfasst 607 Seiten. Herausgeber Christoph Burgauner gründete den Kastell Verlag 1986, im Handel ist der Band laut Rezension kaum noch lieferbar und vor allem antiquarisch erhältlich.

Welche Tanzstile behandelt das Buch?

Christoph Burgauner: Tanzen weltweit behandelt vor allem Wiener Walzer, Tango und Quickstep sowie die lateinamerikanischen Tänze Cha Cha Cha, Jive und Paso Doble. Dazu kommen Rock'n'Roll, Jazz und Formationstanzen.

Ist Tanzen weltweit für Anfänger geeignet?

Nein, Tanzen weltweit ist laut Rezension nichts für Einsteiger. Der Band ist gründlich, detailliert und sportwissenschaftlich angelegt, wer Grundlagenwissen oder eine Schritt-für-Schritt-Anleitung sucht, muss zu anderer Literatur greifen.

Kann man mit dem Buch tanzen lernen?

Nein, wer nur tanzen lernen will, findet den Einstieg laut Rezension von Tanzen weltweit woanders schneller. Das Buch beschreibt Tanzschritte, doch eine Begleit-CD oder DVD, die Tänze und Turniere zeigt, fehlt; heute lässt sich das schließen, indem man sich die Tänze parallel im Netz ansieht.

Was steht im lexikalischen Teil?

Der lexikalische Teil von Tanzen weltweit erklärt Begriffe und nennt Welt- und Europameister sowie Tanzschulen und Tanzsportvereine im deutschsprachigen Raum. Wegen des Erscheinungsjahres 1995 haben diese Ergebnislisten und Verzeichnisse heute vor allem dokumentarischen Wert.

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