Da oben #16

Autorenwertung
  • Musik
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  • Instrumentalisierung
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  • Stimme
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  • Texte
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
    4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne
Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

EIN GANZ STARKES MIT KLEINEN DISCO-FOX-FEHLERN!

Der Sänger:

Nikolaus Presnik wurde 1962 in Kärnten geboren. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Kellner und arbeitete nach dem Wehrdienst als Zimmermann. Schon als Jugendlicher brachte er sich selbst das Gitarrespielen bei. Im Alter von 19 Jahren gründete er seine Begleitband Reflex. Schon mit der ersten Single „Dream Lovers“ erreichten sie 1997 Platz 1 der österreichischen Schlagerhitparade. Ein Jahr später erschien das zweite Album „Mit dir“, das einen Song enthielt, mit dem Nik P. fast zehn Jahre später noch Furore machen sollte. 2005 trennte er sich von Reflex und machte mit einer neuen Band weiter. 2007 dann der große Hit. Zusammen mit DJ Ötzi nimmt er den Song nochmals auf, den er bereits 1998 veröffentlicht hat: „Ein Stern, der deinen Namen“ trägt hält sich 13 Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts und steht über ein Jahr in den Top Ten.

Das Album:

Mit seinem letzten Studioalbum „Löwenherz“ konnte mich der österreichische Sänger Nik P. wieder einmal überzeugen, ist es dich deutlich mehr, als das, was man sonst im Schlagergenre zu hören bekommt. Daher waren meine Erwartungen an das neue Album recht groß. Zu diesem Album muss man jedoch wissen, dass es im eigentlichen Sinne kein neues Album ist. Vielmehr ist es eine Mischung aus neuen Songs und einer Retrospektive älterer, eher unbekannter Songs, die Nik P. in Nashville neu eingespielt und in ein neues musikalisches Kleid gepackt hat. Alles in allem eine vielversprechende Mischung.

Ich gebe zu, so wenig wie ich Nik P.7;s größten Hit („Ein Stern…“) mag, so sehr mag ich die Songs, die er danach gemacht hat (und die bei weitem nicht so erfolgreich waren). Seine aktuelle Single „Da oben“ greift das Stern-Thema auf und konnte mich nicht ganz so begeistern. Dieser Song eröffnet dann auch das Album. Ich war gespannt, was noch kommen würde. Der zweite neue Song „Das mit uns“ ist ebenfalls stark von Discorhythmen geprägt, ist jedoch hörbar. Dann folgt die erste Neuaufnahme: „Braungebrannte Haut“. Für einen solchen Malle-Song ist Nik P. nach Nashville gefahren? Ich war zu diesem Zeitpunkt fast so weit, das Album enttäuscht zur Seite zu legen.

Gut das ich es nicht gemacht habe, denn nach diesen drei Songs kommen die wahren Perlen. Schon der nächste neue Song „Call On Me“ deutet Besserung an. Was dann folgt hat mir einmal mehr bewiesen, warum ich Nik P. neben Matthias Reim oder Roland Kaiser zu den ganz Großen dieser Musik zähle. Die neu aufgenommenen Versionen von „Weil wir tief im Herzen Kinder sind“, „Ich hab Sehnsucht“, „Der alte Mann“ und „Harte Zeiten“ sind sowohl musikalisch als auch textlich ganz starke Songs, die einmal mehr die Frage aufwerfen, warum gerade der Stern so erfolgreich wurde. Insbesondere das Arrangement von „Ich hab Sehnsucht“ ist wirklich grandios und hat mit Schlager im eigentlichen Sinne nichts mehr zu tun. Das ist einfach g…ute Musik.

Doch damit ist noch nicht Schluss: „Lass uns sein“ und vor allem „Lebende Legenden“ haben genau die Qualität, die Nik P. auf seinen letzten Album immer wieder geboten hat. Das gilt auch für „Geboren um dich zu lieben“, den er vor kurzem als Duett mit DJ Ötzi nochmals veröffentlicht hat. Hier gibt es eine Piano-Version, die alle anderen um Längen schlägt. Auch die Akustik-Versionen von „Nachts auf weißen Pferden“ und vor allem „“ erzeugen eine Gänsehaut, wobei gerade der wirklich tolle Text von „Berlin“ bei dieser Version so hervorragend zum Ausdruck kommt, das er zu Tränen rührt.

Das absolute Highlight ist aber der Song „Frieden“. Eindringlicher, aufwühlender und zeitgemäßer kann man dieses Thema dieser Tage kaum in Wort fassen. Spätestens jetzt zeigt sich, dass es ganz egal ist, welches Musikgenre man mag oder nicht. Gute Musik bleibt einfach gute Musik. Und die gibt es in jedem Genre.

Schließlich sind noch drei Remix-Versionen enthalten, die ich nicht wirklich brauche, da Nik P. dort wieder vollkommen beliebig und austauschbar klingt.

Trackliste:

01 – Da oben

02 – Das mit uns

03 – Braungebrannte Haut (Version 2016)

04 – Call On Me

05 – Weil wir tief im Herzen Kinder sind (Version 2016)

06 – Ich hab Sehnsucht (Version 2016)

07 – Geboren um dich zu lieben (Ballade)

08 – Der alte Mann (Version 2016)

09 – Lass uns unendlich sein

10 – Lebende Legenden

11 – Harte Zeiten (Version 2016)

12 – Frieden

13 – Nachts auf weißen Pferden (Akustik)

14 – Berlin (Akustik)

15 – Hundertmal (DiscoFuxx RMX)

16 – Da oben (DiscoFuxx RMX)

17 – Megamix 2016 (DiscoFuxx RMX)

 

Fazit:

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass die Songs zwischen Track 4 und 14 zum Besten gehören, was ich an deutschsprachiger Popmusik bisher gehört habe. Das ist genau die Art von Musik, die mir auch gefällt und die eindrucksvoll zeigt, was für ein toller Sänger, Komponist und Texter Nikolaus Presnik wirklich ist. Bleibt immer noch die Frage, warum gerade der Stern so erfolgreich wurde…

 

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