Daryl Hall - D
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Daryl Hall - D ist das sechste Soloalbum von Daryl Hall, erschienen am 21. Juni 2024, und mit 4 von 5 Punkten ein kurzes, warmes Soul-Pop-Album (Rezension vom 6. Juli 2024). Neun Songs in gut dreißig Minuten, geschrieben und produziert mit Dave Stewart, leben von einer Stimme, die kaum gealtert ist; die Produktion ist stellenweise etwas überladen.
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Über den Sänger
Daryl Franklin Hohl wurde 1946 in Pennsylvania geboren. Durch seine Mutter wurde er mit der Musik von Frank Sinatra groß. Mitte der 1960er Jahre studierte er an der Temple University in Philadelphia und sammelte dort erste Erfahrungen als Musiker. Nach seiner Mitarbeit in Gruppen wie The Temptones oder Gulliver gründete er 1970 mit dem Gitarristen John Oates das Duo Hall & Oates. Mit mehr als 30 Hits in den Hot 100 der Billboard Charts und sechs Nummer-ein-Hits avancierten sie zum erfolgreichsten Pop-Duo der amerikanischen Musikgeschichte. Seit 1980 hat Daryl Hall auch immer wieder Soloalben veröffentlicht. Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in den USA im Jahr 1994 steuerte er den Song „Gloryland„ bei.
Prägend für seinen Gesang ist der Philadelphia Soul, mit dem er aufgewachsen ist. Genau diese Schule hört man auf „D„ noch immer: die weichen Übergänge in die Kopfstimme, das Zurücknehmen am Zeilenende, das Vertrauen darauf, dass eine Melodie auch ohne Kraftakt trägt.
Das Album im Überblick
Dass es nochmal ein neues Werk von Daryl Hall geben wird, stand nicht wirklich zu erwarten. Immerhin wird er im Oktober 78 Jahre und das letzte Album ist mehr als zehn Jahre her. Doch es muss den Mann mit dem unglaublichen Schmelz in der Stimme noch einmal gejuckt haben. So ging es mit Dave Stewart ins Studio. Der ehemalige Partner von Annie Lennox bei den Eurythmics war bei „D„ sowohl am Songwriting, als auch beim Einspielen dabei und hat das Album bei dieser Gelegenheit gleich mitproduziert.
„D„ erschien am 21. Juni 2024 und ist Halls sechstes Soloalbum. Sieben der neun Songs hat er gemeinsam mit Stewart geschrieben, aufgenommen wurde in dessen Studio auf Harbour Island auf den Bahamas, also in unmittelbarer Nachbarschaft zu Halls dortigem Haus. Diese Konstellation hört man dem Album an: Es klingt nach zwei Leuten, die sich Zeit genommen haben, und nicht nach einem Termin, der eingehalten werden musste.
Neun Songs sind entstanden, die mit einer Spielzeit von etwas mehr als dreißig Minuten einen kurzen und kurzweiligen Hörspaß versprechen. Der Opener „The Whole World´s Better„ mag zwar ein wenig überproduziert sein, doch schon hier zeigt Daryl Hall, dass er stimmlich noch gut auf der Höhe ist.
Das setzt sich fort. Obgleich sein alter Partner John Oates nicht dabei ist, haben Songs wie „Rather Be A Fool„ oder „Why You Want To Do That (To My Head)„ das alte Hall & Oates-Feeling. Sicher, die Titel kommen nicht ganz an die früheren Werke heran, doch Daryl Hall zeigt, dass er immer noch ein toller Sänger ist.
Die Zusammenarbeit mit Dave Stewart
Stewart ist als Partner eine naheliegende und zugleich riskante Wahl. Naheliegend, weil er als Songschreiber weiß, wie man eine markante Stimme in den Mittelpunkt stellt. Riskant, weil seine Produktionen selten zurückhaltend sind. Beides zeigt sich auf „D„: Die Arrangements sind stellenweise voller, als es die Songs bräuchten, und über allem liegt ein Glanz, der die Aufnahmen manchmal glatter macht als nötig. Wenn die Instrumente aber zurücktreten und Hall einfach singen darf, funktioniert die Kombination sehr gut.
Die Songs
The Whole World´s Better
Der Einstieg setzt auf Größe und Chorus, was für ein Album dieser Länge fast schon zu dick aufgetragen ist. Als Visitenkarte für die Stimme erfüllt er trotzdem seinen Zweck.
Can´t Say No To You
Die erste Single erschien am 7. Mai 2024, gut sechs Wochen vor dem Album, und macht klar, in welche Richtung es geht: Soul-Pop mit klarer Melodie, ohne Versuch, sich an aktuelle Produktionsmoden anzuhängen.
Rather Be A Fool und Why You Want To Do That (To My Head)
Diese beiden Nummern liegen am dichtesten an dem, was Fans von Hall & Oates erwarten. Es ist die alte Mischung aus Soul-Phrasierung und Pop-Refrain, nur eben mit einer Stimme, die inzwischen mehr Rauheit hat.
Rainbow Over The Graveyard
Schon der Titel deutet an, dass das Album nicht durchgehend gut gelaunt ist. Ein Sänger Ende siebzig, der über Vergänglichkeit singt, wirkt hier weder kokett noch schwer, sondern schlicht angemessen.
Trackliste
01 - The Whole World´s Better
02 - Too Much Information
03 - Can´t Say No To You
04 - Rather Be A Fool
05 - Rainbow Over The Graveyard
06 - Not The Way I Thought It was
07 - Walking In between Raindrops
08 - Why You Want to Do That (To My Head)
09 - Break It Down To The Real Thing
Für wen lohnt sich „D„?
Wer Hall & Oates wegen der großen Hits der 1980er Jahre mag, sollte die Erwartung dämpfen: „D„ ist kein Hit-Album und will es auch nicht sein. Wer dagegen Freude an einer der besten Popstimmen der letzten fünfzig Jahre hat und wissen möchte, was von ihr geblieben ist, bekommt hier eine ehrliche Antwort. Auch als Einstieg in Halls Solowerk taugt das Album, weil es kurz ist und keine Vorkenntnisse verlangt.
Für Sammler ist die Platte zusätzlich interessant, weil sie Halls erste längere Zusammenarbeit mit Dave Stewart in dieser Form dokumentiert. Wer die Eurythmics kennt, wird Stewarts Handschrift in den Gitarrenfiguren und in der Weite mancher Refrains wiedererkennen. Ebenfalls aus den frühen 1980er Jahren stammt das Synthpop-Album You And Me Both von Yazoo.
Fazit: Lohnt sich Daryl Hall?
Was für ein Jahr! Erst beglückt uns im Februar Billy Joel mit einer neuen Single, jetzt kommt Daryl Hall mit einem neuen Album! Es leben die amerikanischen Superstars der 1980er Jahre! „D„ hat sicher nicht die Klasse und Intensität von Alben wie „Private Eyes„ oder „H2O„, aber im Kontext seiner bisherigen Soloalben macht es eine gute Figur. Die Produktion von Dave Stewart mag manchmal etwas über der Spur sein, doch die warme Stimme von Daryl Hall macht dieses Manko wieder weg. Insgesamt ein hörenswertes Album. Ein weiterer Weltstar der 1980er Jahre ist Phil Collins, dessen Album No Jacket Required 1985 erschien.
Dass es nach über einem Jahrzehnt Pause überhaupt noch einmal ein Studioalbum gibt, ist die eigentliche Überraschung. Dass es dann auch noch geschlossen und ohne Durchhänger ist, spricht für die Entscheidung, es bei neun Songs zu belassen.
Unsere Bewertung
Musik: 4
Instrumentalisierung: 4
Stimme: 5
Abwechslung: 4
Hörspaß: 4
Häufig gestellte Fragen
Wann ist das Album D von Daryl Hall erschienen?
Daryl Halls Album D erschien am 21. Juni 2024 und ist sein sechstes Soloalbum. Es ist das erste Studioalbum nach mehr als zehn Jahren Pause, die erste Single Can't Say No To You kam am 7. Mai 2024 heraus.
Wer hat an dem Album mitgearbeitet?
Dave Stewart, früher bei den Eurythmics, hat bei Daryl Halls Album D sieben der neun Songs mitgeschrieben, mitgespielt und das Album gemeinsam mit Hall produziert. Aufgenommen wurde in Stewarts Studio auf Harbour Island auf den Bahamas.
Wie viele Songs hat D und wie lange dauert das Album?
Daryl Halls Album D enthält neun Songs und läuft etwas mehr als dreißig Minuten. Die Rezension wertet die Kürze als Vorteil: Das Album wirkt geschlossen und ohne Durchhänger.
Ist John Oates auf dem Album zu hören?
Nein, John Oates ist auf Daryl Halls Album D nicht dabei. Songs wie Rather Be A Fool und Why You Want To Do That (To My Head) haben trotzdem das alte Hall-&-Oates-Feeling.
Wofür steht der Albumtitel D?
Der Artikel nennt keine Bedeutung für den Titel von Daryl Halls Album D. Belegt ist nur, dass das Album kurz ist: neun Songs in gut dreißig Minuten.
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