Das Spielmannslied

Rezension von: Jana | Rezensionsdatum:

Inhalt

Der junge Spielmann Wolfram von Kürenberg stolpert gerade unfreiwillig in die berufliche Selbstständigkeit, als er nach seinem katastrophalen Auftritt die Küchenmagd Krona Jarkur kennen lernt, die heimlich eine steile Karriere als Kriegerin vorbereitet. Und weil Krona die Küche und Wolframs Lehrmeister seinen Schüler gehörig satt hat, entscheiden der zukünftige Geschichtenerzähler und die zukünftige Heldin sich kurzerhand dafür, auf eigene Faust allerlei Heldentaten und Balladenstoff zu produzieren.

Auf dem Schiff, das Wolfram und Krona den Drachen, bösen Zauberern und mächtigen Unterdrückern entgegen bringen soll, treffen sie auf Sindri von Winterfeld, einen selbstverliebten Adligen mit Elfenqualitäten, der auf der Suche nach seinem glanzvollen Schicksal und der Frau in seinen Träumen ist. Krona und Wolfram fühlen sich von seiner Beschreibung einer bedrohten Jungfrau angesprochen, die Finanzierung dieser Queste gestaltet sich jedoch als zunehmend schwierig und so wird schon bald entschieden, die Reise als Schutzpersonal eines zwergischen Handelszuges fortzusetzen.

Doch Sindris wegweisende bekommen schon bald einen bitteren Nachgeschmack und als Sabotage den Handelszug aufzuhalten droht und den Erfolg der Queste gefährdet, wird schnell klar, dass die drei Nachwuchshelden es mit mehr als einem feuerspuckenden Märchendrachen zu tun haben.

 

Bewertung

Susanne Pavlovic zeigt mit neuen, unverbrauchten Ideen und einer ebenso stilsicheren wie lockeren Sprache, dass es noch Überraschungen im Bereich Fantasy und in Jugendbuchregalen geben kann. Mit einer ungewöhnlichen Geschichte, die Selbstironie mit Heldentum und einer Prise Magie verbindet, zieht sie den Leser bereits nach wenigen Seiten in ihren Bann. Dabei verbindet die Autorin die Rahmenhandlung als Gegenwart, in der Wolfram seine Geschichte vorträgt, geschickt und geistreich mit der abenteuerlichen und macht den Leser zum Zuhörer Wolframs Spielmannslieds.

Pavlovic bevölkert ihr Erstlingswerk mit erfrischend normale und bezaubernd einzigartige Figuren, versieht ihre Hauptcharaktere spielerisch mit einer erstaunlichen Tiefe und skizziert die Nebenfiguren mit wenigen Worten so bezeichnend, dass man sie nicht mehr vergisst. Das Land Abrantes ist mit außerordentlichem Fachwissen einer magischen Version des europäischen Mittelalters nachempfunden und bildet eine authentische und spannende Bühne für die charmant erzählten Abenteuer der drei Protagonisten. 

 

Fazit

Dies ist ein Buch, das man lieber weglegen sollte, wenn man auf Reisen ist, damit man seinen Zug nicht verpasst. Die originellen Einfälle, witzigen Anspielungen auf bekannte und die leichte Lesbarkeit machen „Das Spielmannslied“ für alte und junge von Fantasy- und Abenteuerromanen zu einer wahren Bereicherung und beweisen eindrucksvoll, dass dieses Genre noch so einige Überraschungen bereitzuhalten hat.

Ein außerordentliches Erstlingswerk, das Lust auf mehr macht und auf eine baldige Fortsetzung hoffen lässt.


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