David Bowie - The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders Of Mars
Kurzfazit: Der Glam-Rock-Klassiker schlechthin, hier mit lohnender Bonus-CD.
The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars (2012 Remaster)
10,95 € Stand: 10.08.2026
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Zum Angebot bei Amazon →Die Titelliste der Jubiläumsausgabe
CD 1: das Originalalbum von 1972
- Five Years
- Soul Love
- Moonage Daydream
- Starman
- It Ain’t Easy
- Lady Stardust
- Star
- Hang On To Yourself
- Ziggy Stardust
- Suffragette City
- Rock ‚N‘ Roll Suicide
CD 2: Demos, B-Seiten und Raritäten
- Moonage Daydream (Arnold Corns Version)
- Hang On To Yourself (Arnold Corns Version)
- Lady Stardust (Demo)
- Ziggy Stardust (Demo)
- John I’m Only Dancing
- Velvet Goldmine
- Holy Holy
- Amsterdam
- The Supermen
- Round And Round
- Sweet Head (Take 4)
- Moonage Daydream (New Mix)
Worum geht es auf Ziggy Stardust?
Mit dieser 30th Anniversary Special Edition wird ein Werk geehrt, das David Bowie 1972 in den Glam-Rock-Olymp katapultiert hat. David Bowie gehörte damals neben T. Rex zu den ganz großen Glam-Rock-Stars. Auf dem Album zelebriert er ein perfektes Unterhaltungskino der ganz großen Gefühle. Bowie schlüpft in die Kunstfigur Ziggy Stardust, ein außerirdisches Wesen, das irgendwo aus dem Weltraum kommt, durch ungeklärte Umstände auf die Erde gelangt und ein großer Rockstar werden will. Mit seiner Begleitband, den Spiders From Mars, gelingt es ihm auch, bis er sich am Höhepunkt seines Erfolges selbst zerstört.
Das Album beginnt mit einer Ansage, die den Rahmen setzt: In „Five Years” bleiben der Erde nur noch fünf Jahre. Vor dieser Kulisse betritt eine Figur die Bühne, die alles ist, was ein Rockstar sein kann, und daran zerbricht. Am Ende steht mit „Rock ’n‘ Roll Suicide” der Absturz. Dass Bowie diesen Bogen mit Songs erzählt, die einzeln als Popsingles funktionieren, ist der eigentliche Kunstgriff.
Die Fakten zum Album
Das Album erschien am 16. Juni 1972 bei RCA Records. Aufgenommen wurde es zwischen Juli 1971 und Februar 1972 in den Trident Studios in London, produziert von Bowie gemeinsam mit Ken Scott. Die Sessions folgten dicht auf Hunky Dory und gingen erstaunlich schnell vonstatten.
Die Spiders From Mars
Die Band, die im Albumtitel steht, war keine Erfindung: Mick Ronson spielte Gitarre, Trevor Bolder Bass und Mick Woodmansey Schlagzeug. Ronson ist dabei mehr als ein Begleitmusiker, seine Riffs und Arrangements prägen den Sound der Platte mindestens so stark wie Bowies Gesang. Mit Ronson und Woodmansey hatte Bowie schon zwei Jahre zuvor auf The Man Who Sold The World gearbeitet.
Ist Ziggy Stardust ein Konzeptalbum?
Im ausführlichen Booklet erfährt man auch, dass es sich bei Ziggy Stardust eigentlich gar nicht um ein Konzeptalbum handelt, wie man vielleicht jahrelang geglaubt hat. Vielmehr nahm Bowie Songs auf, die sehr gut zueinander passten und das passende Setting für die Grundidee lieferten.
Wenn man nun aber die Trackliste des Originalalbums einmal durchliest, dann kann man dieses Faktum kaum glauben, wird hier doch wirklich eine kleine Geschichte erzählt. Vor allem „Starman”, das im Übrigen eine nicht zu leugnende Ähnlichkeit mit dem bekannten „Somewhere Over The Rainbow” besitzt, passt derart gut zu der Kunstfigur Ziggy Stardust, dass man glaubt, es wirklich mit einem Konzeptalbum zu tun zu haben. Ein weiterer Hinweis ist der letzte Song „Rock ’n‘ Roll Suicide”.
Die ehrlichste Antwort lautet also: Ziggy Stardust ist kein geplantes Konzeptalbum, wirkt aber wie eines. Genau diese Spannung hat dazu geführt, dass sich Generationen von Hörern ihre eigene Version der Geschichte zusammengereimt haben.
Die Songs, die den Mythos tragen
Starman
Die Single, über die die meisten Hörer überhaupt zu Ziggy gefunden haben. Der Refrain ist reiner Pop, die Strophe erzählt vom Funkspruch eines Wesens, das nicht landen will, weil es die Menschen überfordern würde. Kaum ein Song verbindet Kinderliedmelodie und Science-Fiction so selbstverständlich.
Suffragette City
Der Rocker der Platte und der Beweis, dass Glam nicht Kostüm allein war. Hier zeigt sich, wie hart die Spiders From Mars spielen konnten, wenn Bowie sie ließ.
Rock ’n‘ Roll Suicide
Der Schlusspunkt und die Selbstauslöschung der Figur. Vom leisen Anfang bis zum beschwörenden Ende ist das Stück der emotionale Abschluss, den die Geschichte braucht.
Die zweite CD der Special Edition
Neben dem Originalalbum wurde dieser Special Edition eine zweite CD spendiert, die eine Menge rarer Tracks aus der Zeit zu bieten hat und ergänzende Einblicke in Bowies damalige kreative Phase ermöglicht. So gibt es endlich auch mal die B-Seiten und raren Demos des Albums zu hören, die das Bild um Ziggy Stardust vollenden. Mit „Amsterdam” haben wir dann auch eine Coverversion des gleichnamigen Jacques-Brel-Klassikers dabei und einen neuen Mix von „Moonage Daydream”, der gleich noch eine Spur kraftvoller daherkommt.
Interessant sind vor allem die Arnold-Corns-Fassungen: Unter diesem Projektnamen hatte Bowie Material bereits vor dem Album eingespielt, so lässt sich hören, wie sich einzelne Songs auf dem Weg zur endgültigen Version verändert haben. Die Demos von „Lady Stardust” und „Ziggy Stardust” zeigen dieselbe Entwicklung aus einer anderen Richtung. Ein großer Teil dieser Aufnahmen war zuvor über verschiedene Wiederveröffentlichungen verstreut, hier stehen sie erstmals gesammelt auf einer Scheibe.
Das Ende von Ziggy
Bowie hat die Figur nicht auslaufen lassen, sondern abrupt beendet: Bei einem Konzert in London am 3. Juli 1973 verkündete er von der Bühne herab das Ende. Gut ein Jahr nach Erscheinen des Albums war die erfolgreichste Kunstfigur der frühen Siebziger damit Geschichte. Für den Mythos war das der beste denkbare Schluss, denn der Fall gehörte von Anfang an zum Konzept.
Für wen lohnt sich die Jubiläumsausgabe?
Wer das Album noch gar nicht besitzt, macht mit dieser Ausgabe nichts falsch: Man bekommt den Klassiker plus eine Scheibe, die ihn in seinen Entstehungszusammenhang stellt. Wer das Originalalbum schon im Schrank hat, muss abwägen, ob ihm Demos, B-Seiten und alternative Mixe den Aufpreis wert sind. Für Sammler und für alle, die verstehen wollen, wie Bowie in dieser Phase gearbeitet hat, ist die zweite CD ihr Geld wert. Wer einfach nur elf perfekte Songs hören will, kommt auch mit einer schlichten Neuauflage ans Ziel.
Fazit: Lohnt sich The Rise And Fall Of Ziggy Stardust?
Mit dieser Jubiläumsausgabe wird ein zeitloser Klassiker des Glam-Rock geehrt, den jeder ernsthafte Rockfan im Plattenschrank zu stehen haben sollte. Besonders interessant sind auch die vielen Bonustracks und raren Aufnahmen auf der zweiten CD, die das ohnehin schon gute Album zusätzlich aufwerten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es auf Ziggy Stardust?
Bowie schlüpft in die Rolle von Ziggy Stardust, einem außerirdischen Wesen, das auf die Erde gelangt und dort zum großen Rockstar wird. Mit seiner Begleitband, den Spiders From Mars, gelingt ihm der Aufstieg, bis er sich auf dem Höhepunkt des Erfolges selbst zerstört. Die Platte erzählt diesen Bogen von Aufstieg und Fall in elf Songs.
Wann ist Ziggy Stardust erschienen und wer hat mitgespielt?
Das Album kam am 16. Juni 1972 bei RCA Records heraus. Aufgenommen wurde es zwischen Juli 1971 und Februar 1972 in den Trident Studios in London, Bowie produzierte gemeinsam mit Ken Scott. Die Spiders From Mars bestanden aus Mick Ronson an der Gitarre, Trevor Bolder am Bass und Mick Woodmansey am Schlagzeug.
Ist Ziggy Stardust ein Konzeptalbum?
Streng genommen nicht. Aus dem Booklet der Jubiläumsausgabe geht hervor, dass Bowie Songs aufnahm, die gut zueinander passten und das Setting für die Grundidee lieferten, statt eine durchkomponierte Geschichte zu schreiben. Beim Hören entsteht der Eindruck eines Konzeptalbums trotzdem, weil die Reihenfolge der Stücke von Five Years bis Rock n Roll Suicide einen klaren Bogen ergibt.
Was steckt auf der zweiten CD der 30th Anniversary Edition?
Die Bonus-CD sammelt rare Aufnahmen aus der Ziggy-Zeit: die Arnold-Corns-Fassungen von Moonage Daydream und Hang On To Yourself, Demos von Lady Stardust und Ziggy Stardust, B-Seiten wie Velvet Goldmine sowie den Outtake Sweet Head. Dazu kommen die Jacques-Brel-Coverversion Amsterdam und ein neuer Mix von Moonage Daydream.
Wie lange hat Bowie die Figur Ziggy gespielt?
Bowie beendete die Figur bei einem Konzert in London am 3. Juli 1973, gut ein Jahr nach dem Erscheinen des Albums. Der Abschied kam für Band und Publikum überraschend und ist selbst Teil des Mythos geworden. Danach wandte sich Bowie neuen Rollen und Stilen zu.
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