Der kleine Vampir zieht um

Rezension von: Evi | Rezensionsdatum:

Der kleine zieht um von

Eines Abends erhält Anton überraschenden Besuch – sein Vampirfreund Rüdiger steht plötzlich vor der Haustür. Wie beim kennenlernen halten Antons Eltern ihn für einen Jungen, der sich einfach gerne als verkleidet. Trotzdem ist Anton klar, dass etwas sehr Wichtiges passiert sein muss, damit Rüdiger bei ihm an der Haustür klingelt.

Tatsächlich hat Rüdiger einen guten Grund, der keinen Aufschub duldet: Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen der beiden Freunde sind Rüdigers Verwandte hinter die heimlichen Treffen gekommen. Vampiren sind Freundschaften zu Menschen streng untersagt und für diese Verfehlung hat der kleine nun Gruftverbot erhalten. Seine einzige Hoffnung liegt darin, dass Anton ihn für die nächste bei sich wohnen lässt – und natürlich muss Rüdiger, wie alle Vampire, in seinem Sarg übernachten.

Anton ist geschickt, denn wie soll er vor seinen Eltern verbergen, dass ein bei ihm lebt? Es bleibt nur, den Sarg im Keller unterzubringen und die Eltern die nächsten tage davon fernzuhalten. Kein leichtes Unterfangen, denn ausgerechnet jetzt möchte Antons Vater die Küche renovieren und braucht dazu die Holzbretter aus dem Keller. Auch der unangenehme Geruch von Rüdigers Vampirumhang macht sich bald bemerkbar und ruft die neugierige Nachbarin Frau Puvogel auf den Plan …

Ein als Untermieter

Schon im zweiten Band der beliebten Kinderbuchreihe um den kleinen Rüdiger von Schlotterstein wird die Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Anton merkt, dass es alles andere als leicht ist, mit einem Vampir befreundet zu sein, für den ganz andere Regeln gelten als für Menschenkinder. Nie hätte Anton gedacht, dass er Rüdiger mal bei sich einziehen lassen muss, es ist ohnehin schon kompliziert genug gewesen, die nächtlichen Unternehmungen mit ihm vor seinen Eltern zu verbergen. Für Kinder ab ungefähr acht Jahren ist dieser Band ein spannendes Abenteuer ohne Längen. Es ist sehr fesselnd zu verfolgen, wie Anton sich immer etwas Neues einfallen lassen muss, um Vater und Mutter vom Keller abzuhalten – mal verliert er angeblich den Kellerschlüssel, mal trägt er für seine Mutter Dutzende Zeitschriften herauf, weil er angeblich trainieren will. Ständig ist er nervös und sehnt den Tag herbei, an dem Rüdiger endlich wieder in die heimische Gruft der von Schlottersteins einziehen darf, damit das nervenaufreibende Versteckspiel ein Ende hat.

Sehr spannend ist auch der Vampirball im Jammertal, zu dem  sich Rüdiger und Anton heimlich einschleichen – Anton natürlich als verkleidet. Das einsame Jammertal mit der verfallenen Burgruine, die für große Vampirtreffen dient, wird in späteren Bänden zudem noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Auch die Begegnungen mit Rüdigers großem Bruder Lumpi sorgen für Gänsehautmomente beim Lesen: Lumpi ist ein reizbarer Teenagervampir, dem Anton nie so ganz über den Weg traut und der ein auffälliges Interesse an seinem Hals zeigt.

Es gibt nicht viele Schwächen in diesem gelungenen Büchlein, ein paar aber dennoch: Vor allem ist es manchmal ein bisschen zu simpel gelöst, wie Anton seine Eltern vom Keller fern hält. Der Zufall hilft ihm in manchen Situationen. Zudem ist es nicht so recht nachvollziehbar, warum Rüdiger so optimistisch ist, dass ihm nichts geschehen wird – er ist sehr sorglos bei dem Gedanken, für mehrere Tage, vielleicht sogar Wochen bei Anton versteckt leben zu müssen. Es sind allerdings keine gravierenden Logikfehler und sie fallen Kindern nicht unbedingt auf.

Fazit

Auch der zweite Band der Reihe um den kleinen überzeugt und bildet ein unterhaltsames Lesevergnügen für kleine Vampirfreunde ab ungefähr acht Jahren.


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