Die Nadel

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Die Nadel von

Im April 1944, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, soll ein Mann, ein deutscher Spion, Hitler informieren, wo dieser seine Truppen gegen die geplante alliierte Invasion stationieren soll. Alles hängt von diesem einen Mann ab, da viele seiner ebenfalls in stationierten Spion-Kollegen als Agenten enttarnt wurden und keine validen Informationen mehr liefern. Faber, auch genannt „Die Nadel“, ist dieser Mann. Mit geschickter Tarnung, viel Erfahrung und der richtigen Intuition konnte er sich bislang einer Entdeckung entziehen und sendet regelmäßig wenig obrigkeitshörige wichtige Beobachtungen nach Berlin. Als er in seiner Pension von seiner Vermieterin beim Funken überrascht wird, ermordet er sie und begibt sich zu seiner zweiten – stets parallel laufenden – Identität. Er erfährt, dass Hitler auf seine Einschätzung bzgl. der britischen Truppenbewegungen Richtung wartet und soll in Aberdeen ein deutsches U-Boot besteigen, daß ihn und seine Fotos nach Deutschland bringen soll.

Faber findet heraus, daß es sich bei den Truppen in The Wash um potemkinsche Dörfer handelt – alle Panzer, Flugzeuge, Kasernen sind nur Schein und – im Falle der Panzer – aus Pappmaché und Furnierholz gemacht. Er schafft es, eindeutige Fotos zu machen, sendet diese an einen Vertrauensmann in der portugiesischen Botschaft und macht sich mit den Negativen auf den Weg nach Aberdeen. Der Vertrauensmann wird jedoch entdeckt, und nun wird Faber von der brititschen Polizei, Geheimdienst usw. verfolgt.

Parallel erfährt der Leser von einem jungen Paar, Lucy und David, das auf dem Weg von seiner Hochzeit in die Flitterwochen einige Jahre vorher einen Autounfall hat. David bleibt querschnittsgelähmt, was ihn besonders trifft, da er nach den Flitterwochen Kampfpilot werden sollte und sein Land verteidigen wollte. Nun ziehen die beiden jungen Menschen auf eine einsame Insel, die dem Vater gehört und David wird Schafzüchter. Sie bekommen ein Kind und verleben die Kriegsjahr unbehelligt aber unzufrieden auf der Insel, da David aus Selbstmitleid mit Lucy keine richtige Ehe führt.

Ganz am Ende kreuzen sich die Wege von Faber und dem jungen Paar – auf dramatische Weise…

Fazit

Ken Follett schafft es, einen an historischen Tatsachen ausgerichteten Roman sehr spannend dem Leser zu präsentieren. Trotz zahlreicher Details aus dem zweiten Weltkrieg (sehr gut eingebaute Nebenbemerkungen zu den Schwierigkeiten, Auto im zu fahren, da es Benzinrationierungen gab, der Art und Weise, wie die Polizei arbeitete, den Denkweisen der Bevölkerung, ihrem Land zu helfen usw.) wirkt die Geschichte sehr aktuell, da er vor allem die Beziehungen zwischen den einzelnen Akteuren und ihre Gedankengänge sehr einfühlsam und nachvollziehbar beschreibt.

Auch für nicht an Kriegsromanen interessierten Lesern sehr lesenswert und der erste Bestseller von Follett von 1978, dem viele weitere Erfolge folgten!

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