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Die Wasserweber

4 von 5 Redaktion · 2012-09-13 · aktualisiert 2026-10-01

Antwort

Die Wasserweber ist der dritte und abschließende Band der Wellenläufer-Trilogie von Kai Meyer und erhält in der Rezension vom 13. September 2012 4 von 5 Punkten. Spannend ist der Showdown auf dem Meeresgrund, doch manche Fragen bleiben offen, und als Einstieg taugt der dritte Band nicht; der Verlag empfiehlt die Reihe ab etwa zwölf Jahren.

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Am Ende des Ozeans

Semantische Randnotiz: Die Wasserweber sind in Wahrheit Wasserweberinnen! Ist Kai Meyer ein Chauvinist? Ganz im Gegenteil, doch in dieser kleinen Spitzfindigkeit lässt sich erahnen, wie intuitiv und selbstreferentiell ein Fantasy-Autor bei der Gestaltung seiner Werke vorgeht. Der Abschluss der Wellenläufer-Trilogie bildet einerseits den würdigen Abschluss einer vielschichtigen Erzählung, andererseits bleiben manche Fragen offen, verändern sich anfangs herausgeschälte Charakterisierungen in eine andere Richtung, werden männliche und weibliche Beschreibungen durcheinander gewirbelt - intuitiv eben.

Worum geht es in Die Wasserweber?

Nachdem die beiden Quappen Jolly und Munk in den ersten beiden Bänden als letzte Überlebende ihrer Art und ihre Bedeutung im Kampf gegen den Mahlstrom und die Meister des großen Meeres vorgestellt wurden, kommt es nun zum großen Showdown, der an mehreren Plätzen gleichzeitig vonstatten geht.

Die Prinzessin Soledad, Kapitän Walker und sein treuer Gefolgsmann Buenaventura (ein herrlich magisch-realistischer Name) kämpfen an vorderster Front, in Aelenium selbst, die Hauptdarsteller hingegen sind mittlerweile in die Tiefe des Meeres vorgedrungen, durchforsten Felslabyrinthe, weite Ebenen und die Trümmern einer Korallenstadt, um an den Grund der Muschel zu gelangen, in der der Mahlstrom entspringt und in der er ursprünglich im Zaum gehalten worden ist. Der wichtigste neue Charakter ist Aina, einst, laut eigener Aussage, Jahrhunderte lange Behüterin der Mahlstrom-Muschel, jetzt die optimale Verbündete für den letzen Kampf? Abwarten.

Neben dem Plot des Kampfes um die Harmonie der Welt sind sozial-emotionale Schauplätze das Salz in der Suppe. Das Vertrauen der beiden Hauptpersonen zueinander, ihre Abgründe und geheime Leidenschaften (unter anderem Jollys Faible für den Schiffsjungen Griffin) werden geschickt eingebaut, ganz zum Ende hin, siehe Eingangsbemerkung, nicht immer schlüssig, rational oder abschließend. So ist das Leben.

Die Wellenläufer-Trilogie im Überblick

„Die Wasserweber„ ist der dritte und letzte Band einer Reihe, die mit „Die Wellenläufer„ beginnt und mit „Die Muschelmagier„ fortgesetzt wird. Erstmals erschienen ist die Trilogie im Loewe Verlag, später gab es Taschenbuchausgaben bei Heyne sowie Schmuckausgaben mit Farbschnitt. Der Verlag empfiehlt die Bücher ab etwa zwölf Jahren.

Als Einstieg taugt der dritte Band nicht. Die Regeln dieser Welt, die Bedeutung der Quappen, die Bedrohung durch den Mahlstrom und die Rolle der schwimmenden Stadt Aelenium werden in den ersten beiden Bänden aufgebaut. Wer hier beginnt, liest zwar eine handlungsstarke Abenteuergeschichte, verpasst aber die Fallhöhe, aus der der Showdown seine Wirkung zieht.

Die Schauplätze

Die Trilogie lebt von ihrem Karibik-Setting: Piratenschiffe, Inseln, Nebel, gesunkene Städte. Im dritten Band verlagert Kai Meyer einen großen Teil der Handlung unter Wasser, und das ist die stärkste Entscheidung des Buches. Felslabyrinthe, weite Ebenen und die Ruinen einer Korallenstadt geben Bilder her, die man aus dem Genre so nicht kennt.

Die Figuren

Jolly und Munk sind die Zugpferde, weil ihre Beziehung zueinander die ganze Trilogie über in der Schwebe bleibt. Soledad und Walker liefern das klassische Piraten-Abenteuer, Buenaventura den Humor. Aina ist die interessanteste Neuzugang des Bandes: eine Verbündete, deren Motive man bis weit ins Buch hinein nicht einschätzen kann.

Der Autor: Kai Meyer

Der Autor zählt zu den erfolgreichsten Schriftstellern des sogenannten magischen Realismus, eine Bezeichnung, die man, hat man die Phantasie des Autors entsprechend integriert, auch realistische Magie nennen könnte. Was ist Traum und was Wirklichkeit? Kein Wunder, dass diese Grenzen der Wirklichkeit bei Jugendlichen, die nicht nur körperlich den Schwellenübergang repräsentieren, so gut ankommen.

Meyer gehört zu den produktivsten deutschsprachigen Fantasy-Autoren und hat mehrere Jugendbuchreihen veröffentlicht, die international übersetzt wurden. Charakteristisch ist bei ihm die Verbindung realer historischer Orte und Epochen mit einer eigenen mythologischen Ebene. Genau dieses Verfahren prägt auch die Wellenläufer-Bücher: Die Karibik des Piratenzeitalters ist der Boden, auf dem eine vollständig erfundene Meeresmythologie wächst.

Sprache und Ausstattung

Kai Meyers Erzählton ist in diesem Band dichter als in den Vorgängern. Er beschreibt weniger, als er andeutet, und überlässt der Leserin viel Arbeit beim Ausmalen der Unterwasserwelt. Für geübte junge Leser ist das ein Gewinn, für unsichere Leser kann es anstrengend werden, weil die Sätze länger sind, als man es aus dem Kinderbuchsegment kennt.

Handwerklich ist die Ausgabe sauber gemacht. Schriftgröße und Zeilenabstand passen zur Zielgruppe, die Kapitel sind kurz genug, um sie am Abend einzeln zu lesen, und die Wechsel zwischen den Handlungsebenen sind klar markiert. Die Schmuckausgabe mit Farbschnitt richtet sich eher an Sammler als an Erstleser, inhaltlich unterscheidet sie sich nicht von den übrigen Ausgaben.

Stärken und Schwächen

Zu den Stärken zählen das Tempo, die Bildsprache und die Konsequenz, mit der Meyer den Konflikt zu Ende führt. Der parallele Aufbau - Verteidigungsschlacht oben, Expedition unten - hält die Spannung über weite Strecken hoch, weil beide Ebenen sich gegenseitig unter Druck setzen.

Die Schwächen liegen dort, wo die Intuition des Autors die Logik überholt. Manche Charakterisierung, die im ersten Band sorgfältig aufgebaut wurde, kippt im dritten in eine andere Richtung, ohne dass der Text das begründen würde. Und einige Fragen, die die Trilogie über zwei Bände aufgebaut hat, werden am Ende eher gestreift als beantwortet. Leserinnen und Leser, die auf ein sauber geschlossenes Ende hoffen, sollten das wissen.

Für wen lohnt sich das Buch?

Für alle, die Band eins und zwei gelesen haben, führt kein Weg an diesem Abschluss vorbei. Für Jugendliche ab zwölf, die Piratenstoffe, Meeresmythologie und Freundschaftsgeschichten mögen, ist die ganze Trilogie eine Empfehlung. Erwachsene, die Fantasy vor allem wegen komplexer Weltenbauten lesen, bekommen hier eine atmosphärisch dichte, aber nicht durchkonstruierte Welt. Wer es leichter lesbar mag, findet Lillis Abenteuer auf dem Mond mit einem gestohlenen Mondstein und viel Fantasie.

Fazit: Lohnt sich Die Wasserweber?

Ein spannender Abschluss einer insgesamt sehr mächtigen Trilogie, die mit Bildern und Orten der Realität die Phantasie der Charaktere umspült. Der Schreibstil ist fesselnd, die Gestaltung des Layouts passend, Schriftgröße und Zeilenabstand adressatengerecht. Piraten, Wassergeister und Menschen mit Leidenschaften, Macht und Manipulation sind die Zutaten, aus denen sich der Strom der Ästhetik dieser Werke speist. Für alle Fans von impulsiver, phantastischer und historischer Wirklichkeiten, die tief im Inneren der menschlichen Erfahrung ruhen und die hier farbenfroh aufbereitet werden. Stille Verbündete erweiterter Bewusstheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Die Wasserweber?

Die Wasserweber schließt die Wellenläufer-Trilogie ab. Die Quappen Jolly und Munk dringen in die Tiefe des Meeres vor, um an den Grund der Muschel zu gelangen, in der der Mahlstrom entspringt. Gleichzeitig kämpfen Prinzessin Soledad, Kapitän Walker und Buenaventura in Aelenium an vorderster Front.

Welcher Band der Wellenläufer-Trilogie ist Die Wasserweber?

Die Wasserweber ist der dritte und letzte Band der Wellenläufer-Trilogie. Ihm gehen Die Wellenläufer und Die Muschelmagier voraus. Als Einstieg taugt der dritte Band nicht, weil die Regeln der Welt, die Quappen und der Mahlstrom in den ersten beiden Bänden aufgebaut werden.

Ab welchem Alter ist Die Wasserweber geeignet?

Der Verlag empfiehlt Die Wasserweber und die übrigen Bände der Wellenläufer-Trilogie ab etwa zwölf Jahren. Schriftgröße und Zeilenabstand passen zur Zielgruppe, die Kapitel sind kurz, und inhaltlich geht es um Piratenstoffe, Meeresmythologie und Freundschaftsgeschichten.

Warum heißt das Buch Die Wasserweber, obwohl es Wasserweberinnen sind?

Der Titel Die Wasserweber ist eine kleine Ungereimtheit, denn die Wasserweber sind in Wahrheit Wasserweberinnen. Die Rezension führt das darauf zurück, dass Kai Meyer intuitiv und selbstreferentiell arbeitet, und hält ihn ausdrücklich nicht für einen Chauvinisten.

Werden am Ende alle Fragen beantwortet?

Nein, in Die Wasserweber werden nicht alle Fragen beantwortet. Der große Konflikt um den Mahlstrom wird zu Ende geführt, doch einige Fragen werden am Ende nur gestreift, und manche Charakterisierungen kippen in eine andere Richtung. Wer ein sauber geschlossenes Ende erwartet, sollte das wissen.

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