Erledigt in Paris und London

Rezension von: Fabian Saurer | Rezensionsdatum:

Erledigt in und von Georg Orwell
Erledigt in und ist das erste grosse Werk des englischen Schriftstellers George Orwell.. Es ist eine Geschichte, bestehend aus zwei Teilen,  über das Thema der Armut in den beiden Städten. George Orwell beschreibt das Leben in Paris, wo er selbst einmal erledigt war. Vom Leben unter dem Existenzminimum, vom Hunger, Freundschaft, der tägliche ums Überleben. Der zweite Teil ist ein Reisebericht vom Leben auf den Straßen in und um aus der Landstreicher Perspektive.

Nachdem seine Arbeit als Polizist in Burma zu Ende war, 1928, zog er nach und arbeitete einige Zeit als Englischlehrer. Die vergleichsweise niedrigen Lebenskosten im damaligen Paris lockten noch andere Schriftsteller wie zum Beispiel Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald. Er lebte in der Rue du Pot de Fer in einem böhmischen Quartier mit internationalem Flair. George Orwell’s Tante Nellie Limouzin lebte auch in Paris. Von ihr wurde er, falls es eng wurde, unterstützt, wenn nötig auch finanziell. Nebenbei führte er ein reges gesellschaftliches Leben.

Unerwarteter Abstieg in die Armut
Als er plötzlich krank wurde, ging es mit ihm plötzlich bergab. Auch wurde aus seinem Zimmer Geld entwendet, und Geoprge Orwell erzählte später, dass es wahrscheinlich von einer jungen Dame aus seinem Zimmer gestohlen wurde.

Ob aus Not oder einfach nur um Material zu sammeln, übernahm er Gelegenheitsarbeiten als Tellerwäscher in Restaurants. Er freundete sich mit einem russischen Immigranten an, dem es ebenso schlecht ging. Dieser Teil des Buches gibt einen ernüchternden Einblick in die Hygienischen Verhältnisse in der Gastronomie des damaligen Paris. Zusammen mit seinem russischen Freund arbeitet er in verschiedenen Restaurants, und der Job ist knallhart. Oftmals hat er nicht genügend zu essen, kann die Miete nicht mehr bezahlen oder findet sich sonst in irgendwelchen Schwierigkeiten.

In der Hoffnung, in eine bessere Arbeit zu finden, reist er schliesslich nach England, nur um dort dem selben ausgeliefert zu sein. Zwei weitere Monate verbringt er unter anderen Obdachlosen auf der Strasse, bis er endlich mit einem Verleger in Kontakt kommt. Somit nimmt sein Vagabundenleben ein Ende.

Fazit
Das Buch ist, da nicht bloss ein Roman, sehr eindrücklich und berührend geschrieben. Man erhält Einblick in diese normalerweise und verborgenen Welten der Armut, liest Schicksale, wie Menschen aus irgendwelchen Gründen, oftmals nicht aus eigens Verschuldeten, in die Armut rutschen, oder solche, die nicht mehr von ihr loskommen. George Orwell versucht, das Phänomen Armut möglichst neutral zu erläutern, Gründe für ihr Vorhandensein aufzuzeigen und nicht zuletzt zu beweisen, wie schlimm sie sich auf ein Menschenleben auswirken kann.


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