Frei.Wild – Wir schaffen Deutsch.Land

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

EIN MEHR ALS WÜRDIGES JUBILÄUMSALBUM!

Die Band:

2001 gründen Philipp Burger (Gitarre, Gesang) und Notdurfter (Gitarre) in Brixen, Südtirol eine Band. Schon bald stoßen Jochen Gargitter (Bass) und Christian Fohrer (Schlagzeug) dazu und Frei.Wild waren geboren. Geprägt durch Bands wie Rammstein, Subway To Sally und vor allem die Böhsen Onkelz wenden sich Frei.Wild dem Deutschrock zu. 2002 erscheint ihr Debütalbum „Eines Tages“. Zu Kontroversen führt die angeblich politische Einordnung der Gruppe. Immer wieder besingen sie ihre Heimatliebe zu Südtirol und die damit verbundenen deutschsprachigen Wurzeln und werden dadurch von manchen Medien in Richtung Neo-Nazi-Szene geschoben. In Interviews und anderen Statements macht die Band aber mehr als einmal deutlich, dass sie keine politisch gesinnte Musikgruppe sind und das sie sich klar vom Links- und Rechtsextremismus distanzieren. Ihre letzten Alben wie „Opposition“ oder „Rivalen und Rebellen“ erreichten allesamt Platz 1 der deutschen Charts.

Das Album:

Der Output von Frei.Wild ist wirklich erstaunlich. Allein seit dem letzten regulären Album „Rivalen und Rebellen“ im Jahr 2018 sind Alben erscheinen (das Coveralbum „Unsere Lieblingslieder“, die beiden Corona-Alben, Still 2 und die Kollaboration mit den Orange County Choppers. Jetzt also das große Jubiläumsalbum zu 20 Jahren Frei.Wild. Und das Soloalbum von Philipp Burger steht für den Tag vor Weihnachten ebenfalls noch in den Startlöchern.

„Wir schaffen Deutsch.Land“ lautet der des Albums, dass mit satten 22 Tracks daherkommt. Es scheint, als schüttle Philipp Burger die Titel einfach aus dem Handgelenk. Dass er das nicht immer macht, konnte man beim Corona Tape II feststellen, wo einige Titel nicht über das Mittelmaß herausgekommen sind. Von daher war ich sehr gespannt, wie das bei „Wir schaffen Deutsch.Land“ wird. 

Die Idee, die Bandgeschichte in einzelnen Songs zu erzählen ist sicher mehr als originell und in der Beziehung einmalig. Und so geht es nach dem Intro mit einem Kracher über ihre Anfangstage los („Halbstark, und wild“). Im weiteren Verlauf geht es textlich durch alle Stationen ihrer Karriere. Der Sprung nach Deutschland („Wir schaffen Deutsch.Land“) wird dabei ebenso thematisiert, wie die Gründung ihres eigenen Labels („Rookies and Kings“) bis hin zur Tatsache, dass es trotz aller Unkenrufen zahlreiche Preise und Erfolge hab („Echo, Platin und Gold“). Sicher klingt das nach Beweihräucherung, doch das ist es nicht. Wenn man sich ernsthaft mit den Texten auseinandersetzt, wird man feststellen, dass die Band durchaus kritisch und mit einem Augenzwinkern ihre Karriere Revue passieren lässt. Nebenbei fallen Titel ab, die das Zeug ab, echte Frei.Wild-Klassiker zu werden, wobei es mit „Wirklich so im A…h“ einen Song gibt, der sich herausragend mit einem Krankheitsbild beschäftigt, was jeden von uns treffen kann.

Musikalisch geben Frei.Wild mächtig Gas. Sie kündigten ja schon nach „Rivalen und Rebellen“ an, dass das kommende wieder härter werden wird. Das wurde hier durchaus umgesetzt. Mit „Schwarzer Septemberregen“ und vor allem „20 Jahre Seite an Seite“ gibt es nur eine halbe und eine ganze Ballade. Der Rest ist straighter Deutschrock, der aber nicht langweilig ist, weil es richtig viel Spaß macht, mit Frei.Wild durch ihre eigene zu reisen. 

Trackliste:

01 – Einsame Töne – Intro 20 Jahre Frei.Wild

02 – Halbstark, und wild

03 – Alarm im Proberaum

04 – Joanna an der Bar

05 – Heimat im Herzen und Neuland im Blut

06 – Wir schaffen Deutsch.Land

07 – Wer wenn nicht wir LUAA

08 – Mehr als eine Sünde

09 – Schwarzer Septemberregen

10 – Rookies and Kings

11 – Nur Lieder die das Herz berühren

12 – Der König ist tot, es lebe der König

13 – Trotzdem weitergehen

14 – Siegen und Sorgen

15 – Gipfelstürmer

16 – Verbrecher, Verlierer, Stalin und der Führer

17 – Echo, Platin und Gold

18 – Wirklich so im Arsch

19 – Es ist Wahnsinn, es ist Liebe

20 – Freiheit, Freundschaft, Brüderlichkeit

21 – Verbietet meine

22 – 20 Jahre Seite an Seite

Fazit:

Das große anlässlich ihres zwanzigjährigen Bandjubiläums wird sicher ihre Fangemeinde begeistern und ihren Hatern jede Menge Futter geben. Wer sich für die Deluxe Box entscheidet, bekommt zudem ein 300 seitiges Buch, in dem die Bandgeschichte erzählt wird. Aber so ist das Album ein absoluter Volltreffer. Wie heißt es im letzten Track: „Auf die nächsten 20 Jahre Frei.Wild.“ Sehr gerne! 

Bewertung:

Musik: 5

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 5

Texte: 5

Hörspaß: 5


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