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Gary Numan - Disconnection

4 von 5 Alle Rezensionen zu Gary Numan von Rezension.org · 2011-08-12 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Dreifach-CD als solider Einstieg in Gary Numans Numa-Jahre.

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Worum geht es bei Disconnection?

Disconnection bietet auf drei CDs einen guten Überblick über Gary Numans Schaffensphase der Jahre 1979 bis 1992, wobei der Schwerpunkt ganz eindeutig auf dem Material der mittleren Achtziger liegt. Die Box erschien 2002 und versammelt 45 Titel aus den Jahren, in denen Numan auf seinem eigenen Label Numa Records veröffentlichte. Neben regulären Albumtiteln sind B-Seiten enthalten sowie eine komplette Live-Scheibe mit 15 Aufnahmen. Die drei Discs stecken jeweils in einer eigenen Slimline-Hülle im Schuber, dazu kommt ein Booklet mit Liner Notes. Auf dem Cover wird der Titel als „D1sconn3ction“ stilisiert, was die Suche nach der Box im Handel gelegentlich erschwert.

Was steckt auf den drei CDs?

CD 1: Berserker und The Fury

Die erste CD behandelt ausschnittsweise die Alben Berserker und The Fury. Berserker klingt durch seine aufwändige Produktion sehr futuristisch. Es war auch jenes Album, auf dem Gary Numan sich weg vom finsteren Androiden-Image in schwarzer Kleidung hin zur weißen Berserkerkluft und zum blauen Make-up bewegte.

The Fury führt stilistisch den Stil von Berserker fort, ist aber insgesamt etwas minimalistischer produziert und damit auch wieder ein wenig düsterer geraten. Es lassen sich allerdings dieselben Mankos anführen: Der exzessive Gebrauch von Backgroundsängerinnen war einer von Gary Numans weniger gelungenen Einfällen. Die Tracks bekommen dadurch einen sehr hohen Popfaktor, der gerade die Numan-Veteranen damals verärgerte.

CD 2: die schwarze Phase

Auf der zweiten CD finden sich Titel, die aus der sogenannten schwarzen Phase seiner Karriere stammen. Hier war Gary Numan nach eigenen Angaben bereits kreativ ausgebrannt, was sich zum Glück aber noch nicht auf seinem Achtziger-Output widerspiegelt. Der absolute Abstieg kam erst mit Beginn der 90er, als Gary Numan ganz untypische, amerikanische Funkklänge adoptierte und sie dann leider auch noch sehr schlecht produzierte. Dennoch haben auch Tracks wie „Machine And Soul“ ihre Daseinsberechtigung, dokumentieren sie doch sehr anschaulich, in welcher künstlerischen Zwickmühle Numan damals gesteckt haben muss.

CD 3: die Live-Scheibe

Die dritte CD überrascht mit vielen Liveversionen aus der The-Fury-Phase und einem Potpourri seiner größten Hits, sodass die Scheibe seine künstlerische Entwicklung in den 80ern sehr gut dokumentiert. Hier stehen „Cars“, „Are Friends Electric?“, „We Are Glass“ und „Down In The Park“ neben Bühnenfassungen von „Call Out The Dogs“, „My Breathing“ und „The Skin Game“. Wer die Studioversionen kennt, hört den Unterschied sofort: Die Achtziger-Bühnenfassungen sind breiter, lauter und deutlich rockiger.

Wie gut ist die Zusammenstellung?

Compilations aus dieser Werkphase gibt es einige, und die meisten wiederholen die immer gleichen fünf Hits. Disconnection macht es anders, weil die Auswahl nicht nach Chartplatzierungen sortiert ist, sondern nach Werkphasen. Dadurch stehen unbekannte Stücke gleichberechtigt neben bekannten. Das ist für Gelegenheitshörer sperriger, für Interessierte aber deutlich lehrreicher.

Der Preis dafür ist eine gewisse Ungleichmäßigkeit. Wer drei CDs am Stück hört, erlebt den Weg von der futuristischen Hochform hin zu Aufnahmen, die Numan selbst später kritisch sah. Die Box beschönigt diese Entwicklung nicht, und genau darin liegt ihr dokumentarischer Wert.

Die Numa-Jahre und warum sie unterschätzt sind

Als Gary Numan Mitte der Achtziger sein eigenes Label gründete, war das eine Reaktion auf den Wunsch nach Unabhängigkeit. Er konnte veröffentlichen, was er wollte, in dem Tempo, das ihm passte. Der Preis war der Verlust des Vertriebsapparats einer großen Firma, und genau deshalb sind viele Aufnahmen dieser Phase heute deutlich weniger bekannt als die frühen Hits. Wer nur die Chartplatzierungen betrachtet, hält diese Jahre für einen Abstieg.

Hört man das Material am Stück, ergibt sich ein anderes Bild. Die Produktionen sind aufwändig, die Rhythmusspuren härter, als es der Ruf vermuten lässt, und einzelne Stücke nehmen Entwicklungen vorweg, die erst Jahre später breit aufgegriffen wurden. Genau darin liegt der Wert einer Zusammenstellung wie dieser: Sie macht eine Werkphase zugänglich, die im Handel lange schwer greifbar war.

Was fehlt

Wer die ganz frühen Klassiker in Studiofassung erwartet, findet sie hier nur auf der Live-Scheibe. Die Box ist keine Karriere-Retrospektive, sondern die Dokumentation eines abgegrenzten Abschnitts. Das sollte man vor dem Kauf wissen, weil der Titel und die enthaltenen Hits einen anderen Eindruck erwecken können.

Für wen lohnt sich Disconnection?

Für Numan-Neulinge, die über „Cars“ oder „Are Friends Electric?“ eingestiegen sind und nun die Achtziger nachhören wollen, ist die Box ein guter Ausgangspunkt. Für Sammler, die Berserker und The Fury ohnehin im Regal stehen haben, ist der Mehrwert kleiner und hängt vor allem an den B-Seiten und den Live-Fassungen. Wer nur die großen Hits sucht, kauft besser eine kompaktere Best-of-Zusammenstellung.

Fazit: Lohnt sich Disconnection?

Disconnection dürfte für Numan-Neulinge der perfekte Einstieg sein, um sich mit dem künstlerischen Werk des Mannes vertraut zu machen. Hier gibt es neben bekannten Hits auch viele unbekanntere Stücke aus der 80er-Phase zu entdecken.

Die Tracklist von Disconnection

CD 1

  1. Berserker
  2. My Dying Machine
  3. Cold Warning
  4. Pump It Up
  5. Child With The Ghost
  6. The Hunter
  7. Empty Bed, Empty Heart
  8. Here Am I
  9. Call Out The Dogs
  10. This Disease
  11. Your Fascination
  12. Miracles
  13. Creatures
  14. Tricks
  15. God Only Knows
  16. I Still Remember

CD 2

  1. Rumour
  2. My Breathing
  3. The Sleep Room
  4. I Can’t Stop
  5. Strange Charm
  6. The Need
  7. This Is Love
  8. Time To Die
  9. Machine And Soul
  10. Generator
  11. The Skin Game
  12. Poison
  13. Love Isolation
  14. In A Glass House

CD 3

  1. Call Out The Dogs (Live)
  2. I Die, You Die
  3. I Can’t Stop (Live)
  4. Me, I Disconnect From You
  5. My Breathing (Live)
  6. Cars
  7. We Take Mystery (To Bed)
  8. We Are Glass
  9. Are Friends Electric?
  10. Down In The Park
  11. My Shadow In Vain
  12. Emotion
  13. Your Fascination (Live)
  14. Time To Die (Live)
  15. The Skin Game (Live)

Häufig gestellte Fragen

Was enthält die Box Disconnection?

Die 2002 erschienene Dreifach-CD versammelt 45 Titel aus Gary Numans Zeit auf seinem eigenen Label Numa Records, darunter B-Seiten und 15 Live-Aufnahmen. Die drei Scheiben stecken in eigenen Slimline-Hüllen im Schuber, dazu gibt es ein mehrseitiges Booklet mit Liner Notes. Der Titel wird auf dem Cover als D1sconn3ction stilisiert.

Welche Alben deckt Disconnection ab?

Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem Material der mittleren Achtziger, allen voran Berserker und The Fury. Dazu kommen Stücke aus der späteren, kommerziell schwierigen Phase bis hin zu Machine And Soul. Die dritte CD ergänzt Live-Fassungen und die bekannten Hits.

Ist Disconnection ein guter Einstieg in Gary Numans Werk?

Für die Achtziger ja. Wer Numan über Cars kennt und wissen will, was danach kam, bekommt hier einen breiten Querschnitt mit vielen selten gehörten Stücken. Wer dagegen nur die klassischen Hits sucht, ist mit einer kompakteren Best-of besser bedient.

Warum stören manche Fans die Backgroundsängerinnen auf diesen Aufnahmen?

Numan ließ seinen Gesang ab Berserker durchgehend von Sängerinnen stützen. Das gibt den Tracks einen hohen Popfaktor, der wenig mit dem kalten Androiden-Image der Frühwerke zu tun hat. Gerade langjährige Hörer empfanden das damals als Bruch.

Was macht die dritte CD besonders?

Sie mischt Live-Versionen aus der The-Fury-Phase mit einem Potpourri der größten Hits, darunter Cars, Are Friends Electric?, We Are Glass und Down In The Park. Damit dokumentiert sie sehr anschaulich, wie Numan seine alten Klassiker in den Achtzigern auf der Bühne behandelte.

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