Gary Numan - Exposure-Best of 1977-2002
Kurzfazit: Grundsolide Doppel-Best-of mit Schlagseite Richtung Spätwerk
Exposure - The Best of 1977-2002
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- Films
- I Die: You Die
- Are „Friends“ Electric?
- Pure
- Dead Heaven
- Down In The Park
- Me! I Disconnect From You
- Metal
- She’s Got Claws
- Magic
- We Are Glass
- Music For Chameleons
- My Shadow In Vain (New Version)
- Everyday I Die (New Version)
Disc 2:
- My Jesus
- Cars
- Dominion Day
- Complex
- We Are So Fragile
- Rip
- M.E.
- We Take Mystery (To Bed)
- Dark
- Remember I Was Vapour
- Listen To My Voice
- Deadliner
- Exposure
- Voix
- A Prayer For The Unborn (Andy Gray Mix)
Was ist Exposure - Best of 1977-2002?
Bei Exposure handelt es sich um eine Kompilation der besten Hits von Gary Numan, die auf einer Doppel-CD präsentiert werden. Die Songauswahl ist dabei nicht chronologisch gewählt, sondern bunt gemischt, was dem Hörer viel Abwechslung und den ein oder anderen Überraschungsmoment beschert.
Auf dieser Zusammenstellung finden sich viele Songs aus der Zeit von 1977 bis 2002, also von den noch von Gitarrensounds geprägten Anfangstagen seiner alten Band Tubeway Army über Funkpop-Experimente der achtziger Jahre bis hin zum Gothic-Industrial-Sound der Neuzeit.
Die Eckdaten der Veröffentlichung
Die remasterte Doppel-CD erschien 2002 bei Jagged Halo beziehungsweise Artful Records unter der Katalognummer JHCD 002. Zum Paket gehört ein zwölfseitiges Farbbooklet mit Fotos aus den behandelten Jahren und Linernotes von Executive Producer Steve Malins. In der gedruckten Trackliste haben sich einige Fehler eingeschlichen, so wird „Remember I Was Vapour“ dort fälschlich als „Remember I Was a Vapour“ geführt. Ein Schönheitsfehler, der Sammler ärgert, am Höreindruck aber nichts ändert.
Wie ist die Songauswahl geraten?
Ich kann mir gut vorstellen, dass es für die Macher dieses Albums nicht gerade einfach war, die Tracks zu wählen, die jeden Hörer zufriedenstellen würden, denn das Oeuvre des Künstlers ist sehr groß und kaum zu durchschauen. Was beim Anblick der Trackliste aber auffällt: Besonders viele Stücke stammen aus der goldenen Zeit Gary Numans, in der er ein richtig großer Star war („Are Friends Electric?“, „Cars“), und viele aus jüngerer Zeit, die entsprechend industriallastig sind („Dark“, „Pure“).
Was fehlt
Die Lücken zwischen diesen beiden Phasen werden mit diversen Liedern aus der Achtziger-Periode geschlossen, wobei einige Alben einfach ausgespart wurden. Im Falle der Funkpop-Alben der späten achtziger Jahre kann ich diesen Schritt noch nachvollziehen, aber warum Titel aus Meisterwerken wie Berserker und The Fury gar nicht vertreten sind, verstehe ich nicht. Vielleicht wollte man bewusst den aktuellen Numan etablieren. Oder zwei CDs bieten einfach zu wenig Platz für ein so umfassendes Werk.
Der neue Titel Exposure
Wie dem auch sei, Exposure bietet eine gute Zusammenstellung seiner größten Hits. Mit „Exposure“ ist auch ein neuer Titel auf dem Album, doch handelt es sich dabei nur um ein Instrumental, was meine Erwartungshaltung an diesen Track doch etwas enttäuscht hat. Ein neu eingesungener Song hätte der Sammlung deutlich mehr Zugkraft gegeben.
Die beiden Numans auf einer Platte
Der eigentliche Reiz dieser Zusammenstellung liegt darin, dass sie zwei Künstler zeigt, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Auf der einen Seite steht der junge Numan von 1979 mit „Are Friends Electric?“, „Cars“, „Metal“ und „Down In The Park“: kalte Synthesizerflächen, monotone Rhythmen, eine Stimme, die klingt, als spräche eine Maschine.
Auf der anderen Seite steht der Numan der neunziger Jahre und der Nullerjahre. „Dark“ und „Dominion Day“ stammen von Exile aus dem Jahr 1997, „Pure“ und „A Prayer For The Unborn“ vom 2000 erschienenen Album gleichen Namens. Hier dominieren verzerrte Gitarren, Drumloops und religionskritische Texte. Wer beide Blöcke hintereinander hört, versteht schnell, warum Numan in dieser Phase als Wegbereiter für Bands wie Nine Inch Nails oder Marilyn Manson neu bewertet wurde.
Die Neuaufnahmen
Zwei Titel tragen den Zusatz „New Version“: „My Shadow In Vain“ und „Everyday I Die“. Beide stammen aus der Frühzeit und wurden für die Zusammenstellung im späteren Klanggewand neu eingespielt. Damit macht die Platte die Brücke zwischen den Phasen ausdrücklich hörbar, statt sie dem Zufall zu überlassen.
Die Reihenfolge als Konzept
Dass die Zusammenstellung nicht chronologisch sortiert ist, wirkt zunächst wie eine Nachlässigkeit, entpuppt sich beim Hören aber als bewusste Entscheidung. Auf „Films“ und „I Die: You Die“ folgt gleich „Are ‘Friends’ Electric?“, danach steht mit „Pure“ ein Stück aus dem Jahr 2000. Die Sprünge über zwanzig Jahre hinweg zwingen den Hörer, Gemeinsamkeiten zu suchen, statt eine Entwicklung abzuhaken.
Das funktioniert erstaunlich gut, weil die Konstanten hörbar werden: das kalte Klangbild, die Vorliebe für Wiederholung, der Hang zu Themen aus Science-Fiction und Religion. Wer dagegen nachvollziehen will, wie ein Künstler von A nach B kommt, wird sich an dieser Anordnung stören und dürfte lieber zu einer Sammlung greifen, die nach Jahren geordnet ist.
Für wen lohnt sich Exposure?
Für Einsteiger ist die Doppel-CD die naheliegende Wahl, weil sie beide Pole der Karriere in einem Paket liefert und mit knapp dreißig Titeln reichlich Material bietet. Fans, die die klassischen Alben ohnehin besitzen, gewinnen dagegen wenig, denn außer dem Instrumental „Exposure“ und den beiden Neuaufnahmen findet sich hier nichts, was nicht schon anderswo stünde. Wer gezielt die Jahre 1979 bis 1983 sucht, ist mit einer chronologisch geordneten Sammlung besser bedient.
Fazit: Lohnt sich Exposure-Best of 1977-2002?
Exposure ist vor allem für Leute interessant, die vorher noch nichts von Gary Numan gehört haben. Die Entscheidung, besonders viele Stücke aus jüngerer Zeit auf das Album zu bringen, kann aus promotionstechnischen Gründen nachvollzogen werden, doch hätte ich mir hier etwas mehr Abwechslung gewünscht. Davon abgesehen ist Exposure eine grundsolide Best of, die ihren Zweck als Überblick über 25 Jahre erfüllt.
Häufig gestellte Fragen
Was steckt auf Gary Numans Exposure - Best of 1977-2002?
Die Doppel-CD versammelt 29 Titel aus 25 Jahren, von den Tubeway-Army-Anfängen über die Synthie-Hits der frühen 80er bis zum Industrial-Sound der Alben Sacrifice, Exile und Pure. Die Reihenfolge ist bewusst nicht chronologisch.
Wann und bei welchem Label ist Exposure erschienen?
Die remasterte Doppel-CD kam 2002 bei Jagged Halo beziehungsweise Artful Records heraus, Katalognummer JHCD 002. Sie enthält ein zwölfseitiges Farbbooklet mit Bildern aus den betreffenden Jahren und Linernotes von Executive Producer Steve Malins.
Ist der Titelsong Exposure ein neuer Track?
Ja, Exposure wurde für diese Zusammenstellung neu aufgenommen. Allerdings handelt es sich um ein Instrumental, was Hörer enttäuschen dürfte, die auf einen neuen Numan-Song mit Gesang gehofft haben.
Eignet sich Exposure als Einstieg in Gary Numans Werk?
Ja, für Einsteiger ist die Sammlung die naheliegende Wahl, weil sie beide Karrierepole in einem Paket zeigt. Wer allerdings die klassische Phase von 1979 bis 1983 sucht, findet chronologisch geordnete Sammlungen mit passenderer Schwerpunktsetzung.
Welche Alben fehlen auf Exposure?
Auffällig ist, dass Berserker und The Fury nicht vertreten sind, obwohl beide zu den stärkeren Achtziger-Platten zählen. Auch die Funkpop-Alben der späten 80er wurden ausgespart, was bei begrenztem Platz auf zwei CDs nachvollziehbar ist.
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