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Gary Numan - Ghost

4 von 5 Alle Rezensionen zu Gary Numan Redaktion · 2011-08-09 · aktualisiert 2026-10-01

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Gary Numans Ghost ist ein Live-Doppelalbum, aufgenommen am 25. und 26. September 1987 im Hammersmith Odeon, und in der Rezension vom 9. August 2011 mit 4 von 5 bewertet. Für das Album sprechen rauer New Wave mit Schwerpunkt auf The Fury und Strange Charm sowie die gute Aufnahmequalität, dagegen der starke Einsatz weiblicher Backgroundstimmen.

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CD 1

1. Ghost
2. Call Out The Dogs
3. I Die, You Die
4. Creatures
5. I Can’t Stop
6. Me, I Disconnect From You
7. Tricks
8. The Sleeproom
9. My Breathing
10. Cars

CD 2

1. Metal
2. Sister Surprise
3. This Disease
4. We Take Mystery (To Bed)
5. We Are Glass
6. Are ‚Friends‘ Electric?
7. Down In The Park
8. My Shadow In Vain
9. Berserker

Worum geht es bei Gary Numans Ghost?

Ghost ist ein Live-Doppelalbum, das Gary Numan auf der Bühne des Jahres 1987 zeigt. Aufgenommen wurde es am 25. und 26. September 1987 im Londoner Hammersmith Odeon, während der Exhibition Tour, einer rund achtzehn Monate langen Konzertreise. Der volle Titel lautet deshalb häufig Ghost: 1987 Exhibition Tour.

Bemerkenswert ist die Veröffentlichungsgeschichte. Ghost erschien 1988 zunächst ausschließlich als Doppel-LP über den Fanclub und den Versandhandel, war also für Gelegenheitshörer praktisch unerreichbar. Erst im Mai 1992 kam das Album in Großbritannien regulär als Doppel-CD in den Handel, in den USA folgte es sogar erst 1999. Genau diese verschlungene Historie erklärt, warum Ghost bei vielen Hörern lange als Geheimtipp galt.

Gary Numan 1987: zwischen Bühne und Flugschau

In der Zeit, aus der diese Stücke stammen, befand sich Gary Numan gerade künstlerisch in einer schwierigen Phase, brachten doch seine Alben nach 1983 nicht den erhofften Erfolg, sodass er sich seit 1985 mehr auf seine Karriere als Flugshow-Pilot konzentrierte. Dies ist vor allem einer unzureichenden Unterstützung der Radiostationen zuzuschreiben. Selbst hartgesottene Gary-Numan-Fans wussten oft nicht, dass überhaupt ein neues Numan-Album auf dem Markt war, das Internet steckte ja noch in seinen Kinderschuhen.

Die Tour selbst war formal als Werbereise für die Kompilation Exhibition angelegt, die Beggars Banquet im September 1987 herausbrachte und die Numans Schaffen von 1978 bis 1983 zusammenfasste. Auf der Bühne hielt sich der Künstler daran allerdings nur bedingt: Er spielte seine damals aktuellen Platten mindestens ebenso stark wie das Material der Hitsammlung. Wer die Setlist von Ghost durchgeht, sieht diese Entscheidung schwarz auf weiß. Zu Exhibition gibt es eine eigene Rezension des Doppelalbums in diesem Archiv.

Wie klingt Ghost?

Der Schwerpunkt: The Fury und Strange Charm

Das Livealbum Ghost ist thematisch rund um die beiden Veröffentlichungen The Fury und Strange Charm gestrickt, sind doch gerade die Songs dieser beiden Werke hier im besonderen Maße vertreten. „Call Out The Dogs“, „Sister Surprise“, „This Disease“, „The Sleeproom“ und „My Breathing“ füllen den Raum, den auf anderen Live-Alben die üblichen Verdächtigen besetzen. Geboten werden recht düstere New-Wave-Stücke, die noch eine Spur rauer rüberkommen als auf den dazugehörigen Alben.

Aufnahmequalität und Backgroundgesang

Darüber hinaus ist die Aufnahmequalität der Livetracks überraschend gut und dringt recht transparent aus den Boxen. Worunter schon die alten Songs etwas zu leiden hatten, war der exorbitante Gebrauch weiblicher Backgroundsängerinnen, deren Stimmen den unterkühlten Vocals Gary Numans so ein bisschen die Wirkung nahmen und alles etwas zahmer rüberkommen ließen. Wer die klinische Kälte von Replicas oder The Pleasure Principle sucht, muss hier Abstriche machen.

Die Höhepunkte

Dennoch, wer eben diese schwierige Zeit Gary Numans zu schätzen weiß, wird mit diesem Live-Album sicherlich seine Freude haben können. Gerade die Liveversion von „Are Friends Electric?“ überrascht durch einen kraftvolleren Sound und ein tolles Intro, das der Originalversion abging. Wenn man diverse Live-Alben Gary Numans kennt, ist man vielleicht der bekannten Klassiker bald ein wenig überdrüssig, sodass man sich lieber auf seltene Aufnahmen stürzt. So wartet das Intro namens „Ghost“ mit einer sehr experimentellen, düster-morbiden Synthie-Atmosphäre auf, die einen gelungenen Einstieg darstellt.

Das Cover

Das Coverdesign dieses Werkes kommt zwar etwas bescheiden daher und kann nicht gerade einen Kreativpreis gewinnen, da hätte man lieber einen schicken Schnappschuss von der Bühne verwenden sollen, aber sei es drum. Bei einer Veröffentlichung, die ursprünglich nur für den Fanclub gedacht war, stand die Verpackung ohnehin nicht im Vordergrund.

Die Setlist im Detail

Ein Blick auf die Verteilung lohnt sich, weil sie viel über Numans damalige Haltung verrät. Die erste CD beginnt mit dem Instrumentalintro „Ghost“, führt über „Call Out The Dogs“ und „Creatures“ in die mittleren achtziger Jahre und endet mit „Cars“, dem sicheren Schlusspunkt. Dazwischen stehen mit „I Die: You Die“ und „Me, I Disconnect From You“ zwei Titel aus der Frühzeit, die zeigen, wie unterschiedlich die Bandbesetzung dieser Tour mit altem und neuem Material umging.

Die zweite CD folgt demselben Muster, setzt die Klassiker aber dichter: „Metal“ eröffnet, in der Mitte stehen „We Are Glass“, „Are ‘Friends’ Electric?“ und „Down In The Park“, den Abschluss bildet „Berserker“. Dass ausgerechnet dieser Titel am Ende steht und nicht einer der Hits, passt zu einem Künstler, der sich weigerte, sein eigenes Werk auf zwei Jahre zu reduzieren. Zum gleichnamigen Berserker-Album von 1984 gibt es eine eigene Besprechung.

Für wen lohnt sich Ghost?

Für Hörer, die Numans mittlere achtziger Jahre mögen, ist Ghost die interessanteste seiner Live-Veröffentlichungen, weil hier Material zu hören ist, das auf anderen Konzertmitschnitten schlicht fehlt. Sammler bekommen zudem ein Stück Veröffentlichungsgeschichte in die Hand. Wer dagegen nur die großen Hits sucht, greift besser zu einer Studio-Kompilation, denn die Klassiker sind hier zwar vertreten, aber in Arrangements, die deutlich von den bekannten Fassungen abweichen.

Fazit: Lohnt sich Ghost?

Ghost ist ein weiteres recht gelungenes Live-Album von Gary Numan, auf dem vor allem Stücke der Jahre 1983 bis 1986 vertreten sind und die damit schon nicht mehr den sogenannten Golden Years zuzurechnen sind. Neben bekannten Klassikern wie „Down In The Park“ und „Are Friends Electric?“ ist natürlich auch wieder sein bekanntester Hit „Cars“ mit von der Partie. Für den eingefleischten Gary-Numan-Fan ein schönes Stück in der Sammlung.

Häufig gestellte Fragen

Wann und wo wurde Gary Numans Ghost aufgenommen?

Gary Numans Ghost wurde am 25. und 26. September 1987 im Hammersmith Odeon in London aufgenommen, während der rund achtzehn Monate langen Exhibition Tour. Das Album erschien 1988 zunächst als Doppel-LP nur über Fanclub und Versandhandel.

Warum ist Ghost lange schwer erhältlich gewesen?

Gary Numans Ghost war lange schwer erhältlich, weil die Erstauflage nur als Doppel-LP über Fanclub und Mailorder verfügbar war. In Großbritannien kam das Album im Mai 1992 als Doppel-CD in den Handel, in den USA erst 1999.

Welche Alben stehen auf Ghost im Mittelpunkt?

Auf Gary Numans Ghost stehen The Fury und Strange Charm im Mittelpunkt, deren Songs hier besonders zahlreich vertreten sind. Dazu kommen die Klassiker Cars, Down In The Park, Metal und Are Friends Electric?

Wie ist die Klangqualität des Mitschnitts?

Die Aufnahmequalität von Gary Numans Ghost ist für ein Live-Album überraschend gut und klingt transparent. Der starke Einsatz weiblicher Backgroundsängerinnen nimmt Numans unterkühltem Gesang allerdings etwas von seiner Wirkung.

Was ist der Unterschied zwischen Ghost und Exhibition?

Gary Numans Ghost ist der Live-Mitschnitt der Tour zur Kompilation Exhibition, die Beggars Banquet im September 1987 herausbrachte und die Numans Schaffen von 1978 bis 1983 zusammenfasst. Deshalb trägt Ghost den Zusatz 1987 Exhibition Tour.

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