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Guolin Qigong

4 von 5 von Rezension.org · 2014-07-21 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Sanft erklärtes Praxisbuch mit starker Bebilderung und klarer Anleitung.

Guolin Qigong: – The Ultimate Practical Guide –
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Bernadett Gera: Guolin Qigong: Die ergänzende Heilmethode bei Krebs und chronischen Krankheiten

Qigong-Bücher gibt es viele, Bücher über Guolin Qigong im deutschsprachigen Raum kaum. Genau diese Lücke füllt Bernadett Gera mit einem Band, der 2014 bei Irisiana erschienen ist und die Methode nicht als exotische Heilslehre, sondern als geordnete Bewegungspraxis vorstellt.

Sanfte Heilung

Die Malerin Guo Lin erkrankte Anfang der 1940er Jahre an Krebs und entwickelte daraufhin ein therapeutisches Bewegungs- und Achtsamkeitsprogramm, das heute unter dem Namen Guolin Qi Gong weltweit Beachtung findet. Kein Wunder, denn Guo Lin selbst heilte sich mit dieser Methode von ihrem eigenen Geschwür. Keine Wundermedikamente, sondern die konsequente und aufrichtige Arbeit an sich selbst. Bevor jetzt jeder denkt, dass diese Arbeit alle Krankheiten heilt, sollte man lieber verstehen, dass hier eine behutsame und intelligente Körperarbeit vorgestellt wird, die nicht nur bei Krebs oder anderen schwerwiegenden chronischen Krankheiten angewendet werden kann, sondern ganz allgemein das Immunsystem - nachweislich - ankurbelt und fördert.

Bernadett Gera ist die erste Autorin, die auf dem deutschsprachigen Markt ein Referenzwerk vorlegt. Ein gut bebildertes, wohltuend sanft erklärendes und umfassendes Werk der Tochter eines Judomeisters und einer, hier haben wie einen Ansatzpunkt zum Original, Krebspatientin. So lag es also nahe, dass sich die Autorin auch im Sinne ihrer Familie mit genau jenem Qi Gong auseinandergesetzt hat. Das chinesische Original wird gewissenhaft übertragen, auch wenn es sich bisweilen unnötiger Plattitüden bedient. Dass Qi Gong und Tai Chi in Deutschland immer beliebter werden, wie die Autorin formuliert, hätte man vor 100 Jahren sagen können, heute aber verkommt dieser Satz als Phrase.

Wer war Guo Lin?

Guo Lin war Malerin, keine Ärztin. Ihre Erkrankung Anfang der 1940er Jahre wurde zum Anlass, überlieferte Qigong-Formen zu sichten und zu einem eigenen, sehr konkreten Übungsweg zu verdichten. Charakteristisch ist die Verbindung von langsamem Gehen mit einer besonderen Atemführung, dazu Haltungsarbeit und innere Bilder. Diese Herkunft aus der eigenen Not erklärt, warum die Methode so praxisnah und so wenig akademisch ist: Sie musste funktionieren, nicht schön aussehen.

Wer ist Bernadett Gera?

Die Autorin kam über ihren Vater, einen Judomeister, früh mit fernöstlichen Bewegungskünsten in Berührung. Als bei ihrer Mutter Krebs diagnostiziert wurde, arbeitete sie sich intensiv in Behandlungswege und Krankheitsursachen ein und lernte Guolin Qigong schließlich bei zwei direkten Schülern der Begründerin. Heute unterrichtet sie in Seminaren in Süddeutschland und in weiteren europäischen Ländern. Diese Biografie ist im Buch spürbar, weil die Autorin bei allen Übungen selbst Modell steht und nicht auf Fotomodelle zurückgreift.

Was das Buch bietet

Nichtsdestotrotz sind diese Bewegungsformen aktuell beliebt, zumindest bei denjenigen, die körperlich wie seelisch wachsen wollen, die das Wesen der Energie (dem Qi) in sich integriert haben oder es zukünftig tun wollen. Verantwortung übernehmen für den Fluss des Lebens - das macht Bernadett Gera selbst, indem sie bei allen Übungen selber Modell steht und stets gute Hinweise zur Atmung, Bewegungsausführung und Visualisierung gibt. Auch das grundlegende Gesundheitsverständnis ist ebenso ganzheitlich wie die weisen Erklärungen zu zentralen chinesischen Begriffen wie Qi, Meridian oder Dantian.

Aufbau und Bebilderung

Der methodische Aufbau folgt der Logik einer Übungsstunde: Grundlagen, Haltung, Atmung, dann die einzelnen Formen, zuletzt die Zusammenstellung zu einer Einheit. Wer schon einmal versucht hat, Qigong aus einem Buch zu lernen, weiß, dass genau daran die meisten Titel scheitern. Hier trägt die durchgehende Bebilderung: Die Bilder zeigen nicht nur die Endposition, sondern die Bewegung dorthin, und die Bildunterschriften nennen den Punkt, auf den es ankommt.

Besonders stark sind die vielen, geschickten Motivafferenzen (rund, weich, weit) und die Achtsamkeit der Kleinigkeiten – Daumenhaltung, Handhaltung. Diese Details entscheiden in der Praxis darüber, ob eine Übung wirkt oder zur bloßen Gymnastik verkommt. Auch die Fragen und Antworten am Ende des Buches zeugen von einer sehr anwenderfreundlichen Hingabe.

Kritikpunkte

Unklar bleiben - wie so häufig - die Atemtypen (hier werden nur Bauchatmer bevorzugt) und die bisweilen übermäßig aufgeworfenen Analogien. Beide Punkte sind aber klassischerweise in ganz vielen Büchern, die sich mit chinesischer Medizin beschäftigen, anzutreffen. Dazu kommt die erwähnte Neigung zu Sätzen, die eher Stimmung erzeugen als Information liefern. Wer nüchterne Sachprosa erwartet, muss über einige Passagen hinweglesen.

Einordnung: Was die Methode leisten kann

Der Untertitel des Buches ist präzise gewählt: „Die ergänzende Heilmethode“. Ergänzend heißt begleitend, nicht ersetzend. Guolin Qigong ist kein Gegenentwurf zur Onkologie und wird im Buch auch nicht als solcher verkauft. Was die Praxis realistisch bietet, ist regelmäßige, sanfte Bewegung an der frischen Luft, eine bewusste Atemführung und eine Struktur, die Betroffenen in einer Phase der Hilflosigkeit etwas gibt, das sie selbst tun können. Das ist viel – aber es ist etwas anderes als eine Therapie.

Wer erkrankt ist, sollte die Aufnahme der Übungen mit den behandelnden Ärzten besprechen. Das gilt besonders für die Gehformen, die je nach Verfassung angepasst werden müssen.

Für wen lohnt sich das Buch?

Drei Gruppen profitieren am meisten. Erstens Menschen, die selbst oder im Umfeld von einer chronischen Erkrankung betroffen sind und eine begleitende Bewegungspraxis suchen, die ohne Geräte und ohne Kraftaufwand auskommt. Zweitens Qigong-Praktizierende, die andere Richtungen kennen und Guolin Qigong systematisch nachvollziehen wollen. Drittens Kursleiter, die für ihren Unterricht ein deutschsprachiges Referenzwerk brauchen.

Weniger geeignet ist der Band für Leser, die eine wissenschaftliche Aufarbeitung mit Studienlage und Quellenapparat erwarten. Das Buch ist ein Praxisbuch, kein Forschungsbericht.

Fazit: Lohnt sich Guolin Qigong?

So kann man praktisch Qi Gong lernen. Mit klarer, sanfter Anweisung, mit vielen Bildern und daran gekoppelter Atmung, mit einer authentischen Lehrerin. Und selbstredend bietet dieses Buch - medizinisch nachweisbar - die Möglichkeit, körperlich, zelluläre Eigenschaften massiv positiv zu beeinflussen.

Als deutschsprachiger Einstieg in eine bis dahin kaum dokumentierte Qigong-Richtung hat der Band Maßstäbe gesetzt. Wer die sprachlichen Weichzeichner überliest und sich auf den Übungsteil konzentriert, bekommt eine gut strukturierte, ehrlich vermittelte Anleitung – und mit der Autorin eine Lehrerin, die weiß, wovon sie schreibt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Guolin Qigong?

Guolin Qigong ist eine Form des medizinischen Qigong, die auf die chinesische Malerin Guo Lin zurückgeht. Sie verbindet langsames Gehen mit einer besonderen Atemführung, Körperhaltung und Visualisierung. Die Methode wird vor allem als begleitende Bewegungspraxis bei chronischen Erkrankungen praktiziert.

Wer war Guo Lin?

Guo Lin war eine chinesische Malerin, die Anfang der 1940er Jahre an Krebs erkrankte. Sie entwickelte daraufhin ein eigenes Bewegungs- und Achtsamkeitsprogramm, das sie über Jahre verfeinerte. Aus dieser Praxis entstand die nach ihr benannte Qigong-Richtung, die heute international verbreitet ist.

Wer ist die Autorin Bernadett Gera?

Bernadett Gera ist Qigong-Lehrerin und kam als Tochter eines Judomeisters früh mit fernöstlichen Bewegungskünsten in Kontakt. Nach der Krebsdiagnose ihrer Mutter beschäftigte sie sich intensiv mit Behandlungswegen und lernte Guolin Qigong bei direkten Schülern der Begründerin. Sie gibt Seminare in Süddeutschland und in weiteren europäischen Ländern.

Kann Guolin Qigong eine medizinische Behandlung ersetzen?

Nein. Der Buchtitel spricht ausdrücklich von einer ergänzenden Methode. Die Übungen sind als Begleitung gedacht, nicht als Alternative zu ärztlicher Diagnose und Therapie. Wer erkrankt ist, sollte die Praxis mit den behandelnden Ärzten abstimmen.

Eignet sich das Buch für Anfänger?

Ja. Die Übungen sind Schritt für Schritt beschrieben, durchgehend bebildert und mit Hinweisen zu Atmung, Bewegungsausführung und Visualisierung versehen. Vorkenntnisse in Qigong oder Tai Chi sind nicht nötig. Ein Fragen-und-Antworten-Teil am Ende fängt typische Anfängerfragen auf.

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