Hell

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

NICHT SO GUT WIE ERHOFFT UND ERWARTET!

Die Band:

Die aus Berlin stammende Punkrockband hat sich seit ihrer Gründung 1982 zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands entwickelt. Seit ihrer Neugründung im Jahr 1993 sind sie in der gleichen Besetzung unterwegs, die aus (Gesang, Gitarre), (Gesang, Schlagzeug) und Rodrigo Gonzáles (Gesang, Bass) besteht. Mit ihren Alben erklimmen sie regelmäßig die Spitze der Charts. Auch ihre Tourneen sind weit im Voraus ausverkauft. Ihr letztes Album „auch“ erschein 2012.

Das Album:

1984 schallt es auf meiner Klassenfahrt auf dem Lautsprecher: „Hey du Blödmann, du hast die falsche Seite aufgelegt!“ Dazu tönen immer wieder das „Schlaflied“ oder „Zu spät“ aus den Boxen. „Debil“ heißt das Werk, dass ich mit meinen Freunden wieder und wieder höre. 36 Jahre später habe ich die fünfzig erreicht und freue mich trotzdem wie Bolle auf das aktuelle Album der Ärzte. Acht Jahre Pause seit „auch“. Es ging im Prinzip schon im letzten Jahr mit den ersten beiden neuen Titeln („Abschied“ und „Rückkehr“) losg. Und die heizten meine Vorfreude kräftig an. Der obligatorische Corona-Song „Ein Lied für jetzt“ kam im Frühjahr auf den Punkt. Und doch sollte es noch dauern. Mit „Morgens Pauken“ gab es dann die erste Single. Tolles Video und auch wenn das Lied nicht so überragend ist. 

Jetzt also endlich „“. Ein Album, das für viele Spekulationen gesorgt hat und das mich nach mehrfachen Durchgängen immer noch ein wenig ratlos macht. Licht und Schatten wäre ein passenderer Titel gewesen, den wie „Jazz ist anders“ kann mich das Album nicht komplett abholen. Sicher, Titel wie „Plan B“, „Achtung Bielefeld“ oder „Morgens Pauken“ sind typisch für Doch mit zunehmender Dauer stellt sich eine gewisse Beliebigkeit ein. Kein Song erreicht nach meinem Geschmack das Niveau der Titel, die im letzten Jahr herauskamen. 

Sicher, es gibt noch weitere kleine Perlen wie „True Romance“, „Clown aus dem Hospiz“ oder „Woodburger“ (eine ironische Abrechnung mit der Alternative für Deutschland, die keine Alternative ist), doch das Album erstickt ein wenig daran, dass man viele unterschiedliche Musikrichtungen mischt und den Punk, so wie man ihn früher zelebriert hat, ein wenig aus den Augen verloren hat. Sicher haben sich immer wieder die Pop-Kultur und auch andere Stile in den Sound von Farin, Béla und Rod eingeschlichen, doch bei „Hell“ geht diese Mischung für meinen Geschmack nicht ganz auf. 

Trackliste:

01 – E.V.J.M.F

02 – Plan B

03 – Achtung: Bielefeld

04 – Warum spricht niemand über Gitarristen?

05 – Morgens Pauken

06 – Das letzte Lied des Sommers

07 – Clown aus dem Hospiz

08 – Ich, am Strand

09 – True Romance

10 – Einmal ein Bier 

11 – Wer verliert, hat schon verloren

12 – Polyester

13 – Fexxo Cigol

14 – Liebe gehen Rechts

15 – Alle auf Brille

16 – Thor

17 – Leben vor dem Tod

18 – Woodburger

Fazit:

Meine Erwartungen kann „Hell“ letztlich nicht gänzlich zufriedenstellen. Beileibe kein schlechtes Album schwimmt es mit der Masse guter und passabler Ärzte-Alben mit, ohne an „Die Bestie in Menschengestalt“ oder „Planet Punk“ heranzureichen. Nach acht Jahren Pause hatte ich mir etwas mehr erhofft und so spektakulär wie versprochen (Zitat aus dem Song „Rückkehr“: „Und ich erklär hier mal ganz autoritär: Das wird spektakulär, es ist schon viel zu lange her.“) ist das Album leider nicht geworden. 

Bewertung:

Musik: 3,5

Instrumentalisierung: 4

Stimmen: 4

Texte: 4

Hörspaß: 3,5

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