Helloween

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

VIEL ERWARTET, MEHR BEKOMMEN!

Die Band:

1984 gründeten Kiske, Kai Hansen, Michael Weikath und Ingo Schwichtenberg in Hamburg Helloween, die noch heute zu den bekanntesten Bands der Metalszene gehört. Der Durchbruch gelang ihnen 1987 mit dem Album „Keeper Of The Seven Keys“, das zu den einflussreichsten Metalalben zählt. Ein Jahr später erschien „Keeper Of The Seven Keys, Part 2“ und konnte den Erfolg noch toppen. Mit „Dr. Stein“ hatte die Band sogar einen Top Ten Hit, der bis heute von vielen Musikern nachgespielt wird. Mit dem Ausstieg von Kai Hansen ein weiteres Jahr später, begann eine Phase, in der auch der Erfolg ausblieb. Sänger Michael Kiske verließ die Band und zahlreiche Um- und Neubesetzungen sorgten für Unruhe. Mit Einstieg des ehemaligen Sängers Andi Deris kehrte ein wenig Ruhe ein. In den letzten Jahren zeigte Helloween mit Alben wie „7 Sinners“, das die Band ihren Biss noch nicht verloren hat.

Das Album:

Seit dem letzten Studioalbum „My God Given Right“ sind satte sechs Jahre ins Land gegangen. Sechs Jahre, in denen sich bei der deutschen Metalinstitution einiges getan hat. Der Höhepunkt war sicherlich die Idee, der Pumpkins Unitied. Einer Tour, die im Line-Up unter anderem aus Michael Kiske, Kai Hansen und Andi Deris besteht kund somit alle drei Stimmen vereinigte. Der Erfolg war so riesig, dass man die Tournee verlängerte und im Anschluss daran den Entschluss fasste, mit dieser Besetzung ins Studio zu gehen, um ein neues Album einzuspielen. Die Folge waren große Erwartungen und schweißnasse Hände: Würden die Charaktere auch im Studio harmonieren. Wenn ja, was kommt dabei heraus? Ich denke, kaum ein anderes Metalalbum wird und wurde in diesem Jahr so erwartet, wie dieses.

Im Frühjahr gab es dann mit „Skyfall“ das erste Lebenszeichen. Und was für eines! Schon in der Single-Edit des auf dem Album längsten Songs mit über zwölf Minuten deutete sich an, dass die sieben Musiker ihre Spielfreude eins zu eins von der Bühne ins Studio transportiert haben. Noch eins zeigte sich: Die Harmonie der Stimmen, die bereits bei den Konzerten so wundervoll funktioniert hat. Dementsprechend hoch waren jetzt die Erwartungen an das Album.

Genau das liegt nun vor. Als Titel hat man schlicht und ergreifend den Bandnamen gewählt. Eine weise Entscheidung, da das Album einen musikalischen Querschnitt aus der über dreißigjährigen Bandgeschichte bietet. Die Eckdaten sind ebenfalls vielversprechend: Vierzehn Tracks und eine Spielzeit von fast fünfundsiebzig Minuten. Helloween scheinen es wirklich wissen zu wollen und bieten viel Masse. Doch ist auch so viel Klasse vorhanden?

Eindeutige Antwort: Ja! Die Pressemitteilung verspricht den Beginn einer neuen Ära und dem kann man sich nur anschließen. „Helloween“ ist der erhoffte große Wurf geworden. Die Bandbreite, die die Musiker hier anbieten, ist einfach nur phänomenal. Dabei ist der Opener „Out For The Glory“ ein eher schlichter, aber schon mal typischer Helloween-Kracher. Ein Auftakt, der viel Spaß macht, doch die großen Perlen kommen erst. Im Prinzip könnte man jeden Titel herausheben, da nicht einer überflüssig ist. „Best Time“ ist ein Song mit echtem Hitcharakter und einem Michael Kiske in absoluter Bestform. „“ ist eines der Musterexemplare, in denen sich zeigt, wie gut Michael Kiske und Andi Deris harmonieren. Auch wenn sie stimmlich aus ganz unterschiedlichen Lagern kommen, ist genau diese Mixtur das Salz der Pumpkins United. Mit „Rise Without Chains“ werden spätestens die Fans abgeholt, die die Keeper-Trilogie für das Maß aller Dinge halten. Auch das siebenminütige Speed-Monster „Robot King“ zeigt die enorme Spielfreude der Band. Überhaupt wechseln Helloween gekonnt zwischen Power und Speed Metal und zeigen allen anderen Bands, wo hier der Hammer hängt. Was einem unvermindert zu dem bereits angesprochenen Song „Skyfall“ bringt. Dieser fasst im Prinzip alles zusammen, was ich bisher geschrieben habe. Ein Monstersong, der alles bietet, was diese kann. Wer das Album komprimiert hören will, braucht sich nur dieses Lied anzuhören und bekommt alles, was Helloween auszeichnet.

Mutig ist es, nach diesem Song noch zwei Titel zu setzen. Und wer denkt, da werden jetzt zwei Balladen kommen, irrt: „Golden Times“ und „Save My Hide“ hauen in die in die gleiche Kerbe und bieten ebenfalls überragende gesangliche Leistungen von Michael Kiske und Andi Deris. 

Trackliste:

01 – Out For The Glory

02 – Fear Of The Fallon

03 – Best Time

04 – Mass Pollution

05 – Angels

06 – Rise Without Chains

07 – Industructible

08 – Robot King

09 – Cyanide

10 – Down In The Dumps

11 – Orbit

12 – Skyfall

13 – Golden Times

14 – Save My Hide

Fazit:

Aus der anfänglichen Hoffnung, nach den Pumpkins United-Konzerten könne mehr kommen, ist eine große Erwartung geworden, als „Skyfall“ als Single veröffentlicht wurde. Jetzt liegt „Helloween“ vor und erfüllt alle Erwartungen, die man nur haben konnte. Ein besseres Reunion-Album ist mir derzeit nicht bekannt. Und die Tatsache, dass das Album aus dem Stand Platz 1 der deutschen Charts erreichte, zeigt, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine stehe. Ein herausragendes Werk einer der Pioniere des Power und Speed Metals. Ich hatte schon viel erwartet und erhofft, habe aber noch mehr bekommen! 

Bewertung:

Musik: 5

Instrumentalisierung: 5

Stimmen: 5

Abwechslung: 5

Hörspaß: 5

Wie bewerten Sie dieses Produkt?

Ihre Bewertung
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...

Schreiben Sie einen Kommentar