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Iowa

von Rezension.org · 2010-06-03
Iowa
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Iowa von Slipknot

Trackliste 01 - (515) 02 - People = shit 03 - Disasterpiece 04 - My plague 05 - Everything ends 06 - The heretic anthem 07 - Gently 08 - Left behind 09 - The shape 10 - I am hated 11 - Skin ticket 12 - New abortion 13 - Metabloic 14 - Iowa

Die Band Slipknot polarisieren - für die einen ist die (zum Erscheinungsdatum von „Iowa„) neunköpfige Metal-Truppe das Beste, was der Nu-Metal-Hype der 1990er hervorgebracht hat, für Hörer des gepflegten Mainstream-Radio-Pops sind die Werke von Slipknot hingegen weniger Musik, sondern vielmehr uninspiriertes Geschrei ohne jegliche Melodik, dafür jedoch mit gruseligen Masken. Unabhängig davon ist Slipknot jedoch eine der erfolgreichsten Metalbands der letzten 15 Jahre und hat bis zum heutigen Tage weltweit über 14 Millionen CDs weltweit verkauft. Dabei setzt die Band, die seit jeher durch explosive Bühnenshows, morbide Gesichtsbedeckungen und aggressive Texte Aufmerksamkeit auf sich zog, auf einen beinahe undefinierbaren Mix aus Nu Metal, Speedmetal und Sprechgesang, auch wenn sich der Stil in den letzten Jahren mehr zum Death- und Thrashmetal hin verändert hat.

Das Album „Iowa„ ist die dritte LP der Maskenmänner aus Des Moines im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten. Sie brachte 2001 den finalen Durchbruch auf dem internationalen Markt und schoss in zehn Ländern in die Top 10 der Album-Charts. Während das Erstlingswerk „Mate. Feed. Kill. Repeat„ sich sowohl von der Besetzung als auch vom Musikgenre - teilweise spielten Slipknot damals noch Jazz (!) - noch total von den Nachfolgewerken unterschied und nur in geringer Stückzahl gepresst wurde, machte sich „Slipknot„ mit dem selbstbetiteltem Nachfolger 1999 in der Metalwelt endgültig einen Namen. Das Album beginnt mit einem „Intro„, das abgedrehter, aber gleichzeitig passender kaum sein könnte. Es ist schwer zu erkennen, wen oder was das hektische Gekeuche darstellen soll, aber es gibt schon mal die Richtung vor, in die „Iowa„ gehen wird: verstörend, wild, fern von jeder Norm.

Darauf folgen zwölf Songs, die der Soundanlage wahrlich alles abverlangen. Harte Gitarrenriffs, wilde Schlagzeug-Salven und ein manisches Gebrüll von Frontmann Corey Taylor - und das stolze 66 Minuten lang. Für Laien sind die einzelnen Lieder allerdings kaum zu unterscheiden, so unmelodisch klingt „Iowa„ in manchen Strecken. Allerdings macht gerade diese Unangepasstheit Slipknot bei seinen Anhängern, die von Drummer Joey stolz den Spitznamen „Maggots„ (zu deutsch „Maden„) verpasst bekamen, so beliebt - es gibt so gut wie nichts in der Musiklandschaft, das mit Slipknot vergleichbar wäre. Herauszuheben sind die Songs „Left behind„ und „My plague„, welches im Soundtrack der Horrorgame-Verfilmung „Resident Evil„ Verwendung fand. Hier treffen gegrowlte Strophen, die nur so vor Aggressivität strotzen auf klar gesungene Refrains, was das Gesamtbild der Platte etwas auflockert.

Fazit In einem sind sich Fans und Gegner der Band auf jeden Fall einig: „Slipknot„ sind Geschmackssache: So aggressiv und so brachial kommen die Tracks teilweise daher, als dass sie für den „normalen„ Durchschnittskunden noch zugänglich wären. Definitiv ist „Iowa„ schwer verdauliche Kost; trotzdem kann man der Band einen gewissen Reiz nicht absprechen, was natürlich auch an dem aufmerksamkeitsträchtigen Image der mittlerweile nur noch acht (Bassist Paul Gray verstarb Ende Mai 2010) Mitglieder umfassenden Band aus Des Moines liegt.

Die Folgejahre zeigten aber, dass die Band stückweise von ihrem Brutalo-Image abrückte und sich auf den neueren Platten etwa unmaskiert zeigten und sogar Balladen einspielten, was bei den Fans nicht unbedingt auf einstimmigen Zuspruch traf. Man kann sagen, dass die Band über die Jahre reifte, aber „Iowa„ bietet von dem, was Slipknot ursprünglich ausmachte, immer noch am meisten: nämlich kompromisslosen Metal mit einer Prise Hip-Hop, der die Boxen erzittern lässt und „Iowa„ zu Recht zu einem der wichtigsten Metal-Alben der letzten 15 Jahre macht.

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