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Jo Pestum: 13 Minuten nach Mitternacht

3 von 5 von Rezension.org · 2012-04-25 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Kindgerechter Krimi von 1975, für Jugendliche heute zu einfach.

Luc Lucas / Eine spannende Detektivgeschichte: Luc Lucas / 13 Minuten nach Mitternacht: Eine spannende Detektivgeschichte
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Luc Lucas / Eine spannende Detektivgeschichte: Luc Lucas / 13 Minuten nach Mitternacht: Eine spannende Detektivgeschichte

8,10 € Stand: 10.08.2026

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Das Buch ist 1975 im Franz Schneider Verlag erschienen. Es ist 93 Seiten dick.

Worum geht es in Jo Pestum: 13 Minuten nach Mitternacht?

Luc Lucas ist ein ehemaliger Polizeikommissar, der nun einen Gutshof leitet. Eines Tages bekommt er mit, wie bei einer Nachbarin, Frau Zetschke, merkwürdige Dinge ablaufen. Wer spielt ihr all´ die Streiche? Wer belästigt sie mit Telefonanrufen? Um mal einen Ausdruck aus der Welt der Erwachsenen zu gebrauchen: Er kommt einem Fall von Wirtschaftskriminalität auf die Spur.

Der Titel gehört zu einem Zeitpunkt, nicht zu einem Ort: Der Fall spitzt sich nachts zu, und der Buchdeckel verspricht dementsprechend „eine spannende Detektivgeschichte”. Es ist der erste von zehn Bänden der Luc-Lucas-Reihe, die zwischen 1975 und 1980 im Franz Schneider Verlag erschienen sind. Die Illustrationen stammen von Werner Heymann.

Wer ist Jo Pestum?

„Jo Pestum” ist das Pseudonym, also der Künstlername von Johannes Stumpe; er wurde am 29. Dezember 1936 in Essen geboren. Stumpe studierte nicht nur Malerei an der Folkwangschule, sondern absolvierte auch eine Ausbildung als Restaurator und Glasmaler. Pestum arbeitete später als Bauarbeiter, Barkeeper, Taucher und Fernfahrer, bevor er bei verschiedenen Zeitschriften als Karikaturist, Chefredakteur und Verlagslektor anheuerte. Seit 1973 war er freiberuflicher Schriftsteller und Filmautor, der Romane, Kinderbücher, Lyrik, Kriminalromane, Drehbücher und Hörbücher schrieb. So gab er seit 1998 eine Weihnachtskrimibuchreihe heraus. Pestum lebte im Münsterland und starb am 11. August 2020.

Die Reihen

Pestum hat über hundert Bücher veröffentlicht, viele davon in Serien. Vor Luc Lucas gab es „Kommissar Katzbach”, eine Reihe mit vierzehn Bänden, die von 1968 bis 1988 lief. Nach Luc Lucas folgten unter anderem „N & K. Die Detektive”, „Geschichten vom Paul”, „Der Pferdehof im Münsterland” und „Die Großstadtfüchse”. Seine Weihnachtskrimi-Reihe erschien in fünfzehn Bänden zwischen 1998 und 2013.

Auszeichnungen

1970 und 1977 stand Pestum auf den Auswahllisten zum Deutschen Jugendbuchpreis. 1990 erhielt er den Adolf-Grimme-Preis für die ZDF-Serie „Brausepulver”, 2001 den Rheinischen Literaturpreis Siegburg. Auch für die ZDF-Kinderserie „Siebenstein” schrieb er Drehbücher. Wer „13 Minuten nach Mitternacht” liest, hat also keinen Gelegenheitsautor vor sich, sondern einen der produktivsten deutschen Kinderbuchautoren seiner Generation.

Die Rezension im Detail

Pestum liefert hier kindgerechte Unterhaltung ab. Die Handlung ist nicht allzu komplex gestaltet. Gut und Böse läßt sich schnell auseinanderhalten. Die Lösung ist nicht allzu schwierig zu finden. Und am Ende wird es noch einmal spannend, als eines der beteiligten Kinder entführt wird.

Dem Buch ist deutlich anzumerken, daß es aus den `70er Jahren stammt. Dem Buch ist „Das magazin im Schneider-Buch” enthalten. Dort gibt es Witze, Werbung und Informationen über Pferde-Rassen. Außerdem gibt es ein Preisrätsel. Die dazugehörige Antwort-Postkarte ist dem Buch ebenfalls beigefügt. Außerdem enthält das Buch ein Gestaltungsmerkmal, das heutige Jugendbücher nicht mehr kennen, nämlich illustrierende Zeichnungen, die teilweise eine ganze Buchseite ausmachen.

Die Figur Luc Lucas

Die Konstruktion der Hauptfigur ist geschickt gewählt: Ein Kommissar außer Dienst darf ermitteln, ohne dass ein Dienstweg im Weg steht, und er hat zugleich die Autorität, die Kinder in solchen Geschichten sonst mühsam erkämpfen müssen. Der Gutshof gibt der Reihe einen ländlichen Schauplatz mit Tieren, was gut zu der Zielgruppe passt, an die sich das Schneider-Programm richtete.

Wo es hakt

Der Preis für die knappe Länge ist eine Handlung mit Lücken. Woher kennt der Verbrecher zum Beispiel den Sohn des Kommissars, den er entführt? Solche Fragen bleiben offen. Wer aufmerksam liest, stolpert darüber, wer sich einfach mitreißen lässt, nicht.

Sprache und Umfang

93 Seiten sind auch für ein Kinderbuch wenig, und Pestum nutzt den Platz sparsam. Die Sätze sind kurz, die Kapitel überschaubar, Beschreibungen kommen fast nur dort vor, wo sie für die Ermittlung gebraucht werden. Das macht den Band zu einem Buch, das auch weniger geübte Leser in wenigen Sitzungen schaffen. Für Kinder, die gerade vom Vorlesen zum Selberlesen wechseln, ist dieser Zuschnitt ein echter Vorteil, weil das Erfolgserlebnis am Ende schnell erreicht ist.

Über den Verlag

Den Verlag gibt es seit 1913. Er wurde damals von Franz Schneider in Berlin gegründet. In München befindet sich der Unternehmenssitz seit 1953. Der Verlag gehört seit 1985 zur dänischen Unternehmensgruppe Egmont.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Verlages liegt bei Kinderbüchern. Die Hanni-und-Nanni-Serie für Mädchen und die Burg-Schreckenstein-Serie für Jungen sind bekannte Jugendbuchserien, die aus diesem Verlag stammen. „13 Minuten nach Mitternacht” steht damit in einer Reihe von Programmen, die auf Serienbindung setzten: Wer einen Band mochte, kaufte den nächsten.

Für wen lohnt sich das Buch heute?

Drei Lesergruppen kommen infrage. Erstens Kinder bis etwa zehn Jahre, die einen kurzen, klar erzählten Krimi ohne Härten suchen. Zweitens Erwachsene, die das Buch aus ihrer eigenen Kindheit kennen und sich an das Schneider-Magazin im Anhang erinnern. Und drittens Sammler, die die Luc-Lucas-Reihe vervollständigen wollen; da der Band als erster Teil erschien, ist er der naheliegende Einstieg.

Für Jugendliche ab zwölf ist das Buch dagegen zu einfach gebaut. Wer heute Spannung in dieser Altersgruppe sucht, findet in aktuellen Reihen deutlich dichter erzählte Geschichten.

Ein etwas längeres Fazit

Der Buchdeckel preist das Buch als „eine spannende Detektivgeschichte” an. Nun ja, wie soll ich sagen? Für Kinder bis 10 Jahren mag dies eine spannende Geschichte sein; ihnen werden einige kleine Unstimmigkeiten (woher kennt der Verbrecher beispielsweise den Sohn des Kommissars, den er entführt?) auch nicht so wichtig erscheinen. Jugendliche wollen dann schon wieder etwas besseres geboten bekommen. Auch die Zeit, in der Jugendbücher wie hier gestaltet werden, ist wohl offensichtlich vorbei.

Als Krimi ist der Band solides Handwerk ohne Überraschungen. Als Zeitdokument ist er das Interessantere: Er zeigt, wie Kinderbücher in den 70er Jahren aussahen, verkauft und beworben wurden, bis hin zum Preisrätsel mit Postkarte. Genau deshalb lohnt sich ein Blick hinein auch dann noch, wenn die eigentliche Detektivgeschichte längst durchschaut ist.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist Jo Pestum?

Jo Pestum ist das Pseudonym des Schriftstellers Johannes Stumpe, geboren am 29. Dezember 1936 in Essen, gestorben am 11. August 2020. Er schrieb über hundert Bücher, vor allem Kinder- und Jugendliteratur, dazu Krimis, Lyrik und Drehbücher. Bekannt wurde er unter anderem mit den Reihen Kommissar Katzbach, Luc Lucas und seinen Weihnachtskrimis.

Worum geht es in 13 Minuten nach Mitternacht?

Luc Lucas, ein ehemaliger Polizeikommissar, führt inzwischen einen Gutshof. Als seiner Nachbarin Frau Zetschke übel mitgespielt wird, mit Streichen und lästigen Telefonanrufen, nimmt er die Spur auf und stößt dabei auf einen Fall von Wirtschaftskriminalität. Gegen Ende wird es noch einmal spannend, weil eines der beteiligten Kinder entführt wird.

Für welches Alter ist das Buch geeignet?

Die Handlung ist überschaubar, Gut und Böse sind klar getrennt, und die Lösung ist ohne große Mühe zu finden. Für Kinder bis etwa zehn Jahre ist das eine passende Spannungsdosis. Ältere Leser werden das Buch zu einfach finden.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, 13 Minuten nach Mitternacht ist der erste von zehn Bänden der Luc-Lucas-Reihe, die zwischen 1975 und 1980 im Franz Schneider Verlag erschienen sind. Die Illustrationen stammen von Werner Heymann.

Was macht die Ausgabe von 1975 besonders?

Dem Buch liegt Das magazin im Schneider-Buch bei, mit Witzen, Werbung, Informationen über Pferderassen und einem Preisrätsel samt Antwort-Postkarte. Dazu kommen ganzseitige Zeichnungen, wie sie heutige Jugendbücher kaum noch kennen. Als Zeitdokument ist der Band deshalb interessanter als als Krimi.

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