Kompass zur Sonne

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  • Instrumentalisierung
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  • Abwechslung
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

KEINE CHANCE DER UNGLÜCKSZAHL!

Die Band:

Mitte der 1990’er Jahre entstand aus zwei Bandprojekten (einer Rockband und einer reinen Mittelaltercombo) die Band . Im April 1998 fand auf Burg Rabenstein das erste offizielle Konzert statt. Kurz darauf debütierte die Band mit dem Album „Weckt die Toten!“, das überwiegend mittelalterliches Songmaterial enthält. Durch ihre mit Pyrotechnik gespickten Liveshows erspielte sich die Band eine immer größer werdende Fangemeinde. Beim Songwriting wurden von Album zu Album mehr eigene Songs produziert. Mit dem Album „Sängerkrieg“ erreichte die Band erstmals Platz 1 der deutschen Charts. Auftritte in Wacken oder beim Abschiedskonzert der Böhsen Onkelz vergrößerten die Anhängerschaft weiter. 

Das Album:

Das Jahr 2020 wird aufgrund der Corona-Krise sicher in die Musikgeschichte eingehen. Viele Bands mussten geplante Relase-Termine verschieben. So auch In Extremo, deren neues Album ursprünglich am 27. März erscheinen sollte. Jetzt liegt „“ mit nur wenigen Wochen Verspätung vor und ist das inzwischen 13. Studioalbum. Um gar keinen Vorboten eines Unglücks zu liefern, entschied man sich dazu, nicht die sagenumwobene Zahl als Titel zu nehmen, sondern etwas, was besser zur Grundstimmung der Band passt. 

Und so startet das Album mit einem Reißer, der durchaus gute Laune macht. „Troja“ ist sicher nicht besonders originell, aber der Song geht richtig gut ab und spielt alle Stärken der Band aus. Zumal man eine breite Hörerschaft bedienen muss, denn In Extremo haben es in den letzten Jahren immer weiter in den Mainstream geschafft, ohne wirklich Mainstream zu sein. Zusammen mit Vincent Sorg, dem Produzenten der toten Hosen hat man bereits das letzte Album „“ aufgenommen und ihn auch diesmal wieder an die Regler gesetzt. 

Eine Entscheidung, die durchaus nicht verkehrt war. „Kompass zur Sonne“ balanciert auf dem schmalen Grat zwischen klassischem Mittelalterrock und schunkelendem Mitgrölpartyrock, wie es die Band auf „Narrenschiff“ in Perfektion zelebriert. Doch In Extremo haben auch etwas zu sagen. „Saigon und Bagdad“ und „Lügenpack“ haben eine klare politische Botschaft, die manchem sicher zu Moral beladen vorkommen wird, die aber gerade in solchen Zeiten nicht deutlich genug definiert werden kann. Auch die Zusammenarbeit mit Russkaja auf „Gogiya“ kann durchaus als gelungen angesehen werden. 

Leider funktionieren diesmal nicht alle Kollaborationen so gut wie auf „Quid Pro Quo“. von wirkt auf „Wer kann ohne Wind segeln“ wie ein Fremdkörper. Der Song an sich ist gut, doch passen Melodie und die Stimme von Johann Hegg hier nicht wirklich zusammen.

Trackliste:

01 – Troja

02 – Kompass zur Sonne

03 – Lügenpack

04 – Gogiya (feat. Russkaja)

05 – Salva Nos

06 – Schenk nochmal ein

07 – Saigon und Bagdad

08 – Narrenschiff

09 – Wer kann ohne Wind segeln (feat. Johann Hegg)

10 – Reiht euch ein ihr Lumpen

11 – Biersegen

12 – Wintermärchen

Fazit:

Die Zahl 13 entpuppt sich für In Extremo nicht als schlechtes Omen. Mit „Kompass zur Sonne“ liefern sie ein gutes Album ab, dass gerade die Hörer interessieren wird, die sich für die jüngeren Veröffentlichungen der Band begeistern konnten. Die Klasse des letzten Longplayers „Quid Pro Quo“ erreicht der Kompass aber nicht ganz. 

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