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Krankengeschichten vom Franz

4,5 von 5 Redaktion · 2011-12-27 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Drei witzige Episoden für Leseanfänger, stark ab sechs Jahren.

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Krankengeschichten vom Franz, Christine Nöstlinger

Worum geht es in Krankengeschichten vom Franz?

Der Franz ist acht Jahre alt und relativ klein für sein Alter. Er wird oft für ein Mädchen gehalten wegen seinem Schmollmund, den blonden Locken und der Piepsstimme, die er immer dann bekommt, wenn er aufgeregt ist oder sich ärgert. Das Buch ist aufgeteilt in drei Kapitel über verschiedene Krankheiten.

Das Grundprinzip zieht sich durch alle drei Episoden: Die Krankheiten kommen dem Franz immer zur falschen Zeit. Wenn er sie brauchen könnte, bleibt er kerngesund, und wenn etwas Schönes ansteht, erwischt es ihn. Genau daraus zieht Christine Nöstlinger ihren Witz, denn Franz versucht jedes Mal, mit eigenen Mitteln nachzuhelfen, und macht die Sache damit zuverlässig schlimmer.

Die drei Geschichten im Einzelnen

Der gepfefferte Schnupfen

Franz hat ein ganz schlechtes Gewissen. Er hat vor dem Wochenende einer Klassenkameradin aus Versehen einen Zopf abgeschnitten. Diese hat gedroht, am Montag mit ihrer Mutter in die Schule zu kommen und sich bei der Direktorin zu beschweren, sodass Franz Ärger bekommt. Deshalb würde Franz nun am liebsten nicht zur Schule gehen. Er ist aber auch zuversichtlich, dass er Samstag krank werden wird. Seine Oma hat die Grippe nämlich am Montag bekommen, am Dienstag sein Bruder Josef, am Mittwoch die Haushälterin, am Donnerstag der Papa und am Freitag die Mama – also muss er Franz ja am Samstag auch die Grippe bekommen.

Doch leider ist er auch am Sonntag noch völlig gesund. Da kommt ihm eine Idee: Er nimmt einfach ein Taschentuch und streut ganz viel Pfeffer hinein. So muss er ständig niesen, bekommt eine rote Nase und darf doch noch zu Hause bleiben. Aber wie sich später herausstellt, war das alles gar nicht nötig gewesen. Er hätte keinen Ärger in der Schule bekommen, im Gegenteil.

Diese Episode ist die stärkste des Bandes, weil sie eine sehr kindliche Logik ernst nimmt: Wenn alle in der Familie der Reihe nach krank werden, dann bin ich als Nächster dran. Kinder erkennen dieses Denken sofort wieder.

Die Liebe auf dem Gips

Franz ist die Treppe heruntergefallen und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Dort wird sein Bein eingegipst. Da kommt Franz’ Bruder Josef eine Idee: Er möchte etwas auf Franz’ Gipsbein schreiben. Franz denkt, dass der Josef ihm etwas ganz Cooles drauf schreibt, aber Josef schreibt nur „I love Ulli“ – und die Ulli, die kann der Franz gar nicht leiden.

Er ist total zerstört und versucht alles Mögliche, um das Geschriebene zu überdecken, doch leider ohne Erfolg. Bis die Mama eine super Idee hat: Sie verändert den Text einfach ein bisschen, und was dabei rauskommt, beschert dem Franz ganz viele Süßigkeiten. Es hätte also kaum besser kommen können.

Hier zeigt sich, was die Reihe insgesamt auszeichnet. Die Erwachsenen sind keine Autoritäten, die von oben herab Ordnung schaffen, sondern Verbündete, die eine schlaue Idee beisteuern. Die Lösung ist trotzdem Franz’ Erfolg.

Der rote Tirolerputz

Franz reagiert allergisch auf Erdbeeren. Dann ist er zu einer Gartenparty eingeladen. Er freut sich schon riesig darauf, aber als er dort ankommt, merkt er, dass es eine Erdbeerparty ist. Es gibt Erdbeerkuchen, Erdbeertörtchen, Erdbeereis, Erdbeersaft, eben alles mit Erdbeeren. Weil er aber so viel Hunger hat, vergisst er kurz seine Allergie und haut ordentlich rein, mit dem Ergebnis, dass er krank wird und am ganzen Körper mit Pusteln übersät ist. Und dann wird er auch noch in der Schule gehänselt. Wie er da wohl wieder herauskommt?

Der Titel spielt auf das Aussehen der Pusteln an, und schon dieser Einfall bringt Kinder zum Lachen. Nebenbei transportiert die Geschichte etwas, das im Kinderbuch selten so beiläufig vorkommt: Eine Allergie ist kein Drama und keine Besonderheit, sondern etwas, mit dem man leben und über das man auch lachen kann.

Franz Fröstl und die Reihe „Geschichten vom Franz“

„Krankengeschichten vom Franz“ ist kein Einzelband, sondern Teil einer der bekanntesten deutschsprachigen Erstlesereihen. Sie erschien ab 1984 im Oetinger Verlag und umfasst insgesamt 19 Bände. Im Mittelpunkt steht Franz Fröstl aus Wien, der im ersten Band noch in den Kindergarten geht und im letzten neun Jahre alt ist und die zweite Klasse besucht.

Alle Bände sind von Erhard Dietl farbig illustriert. Sein Franz mit den blonden Locken prägt das Bild der Figur bis heute. Wer bei einem Band einsteigt, kann problemlos bei jedem anderen weitermachen, denn die Episoden sind in sich abgeschlossen. Wer gleich mehrere Geschichten auf einmal möchte, findet sie gebündelt im Sammelband „Die besten Geschichten vom Franz“.

Über Christine Nöstlinger

Christine Nöstlinger, 1936 in Wien geboren und 2018 gestorben, gehört zu den einflussreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen des deutschsprachigen Raums und wurde vielfach ausgezeichnet. Ihre Bücher fallen dadurch auf, dass sie Kinder nicht belehren. Sie nehmen deren Sicht ein, auch dann, wenn diese Sicht unlogisch, trotzig oder schlicht falsch ist. In den Franz-Geschichten zeigt sich das im Ton: Erzählt wird knapp, in Alltagssprache, mit österreichischem Einschlag und ohne erhobenen Zeigefinger.

Für wen lohnt sich das Buch?

Der Band richtet sich an Kinder ab etwa sechs Jahren, also an Leseanfänger im ersten und zweiten Schuljahr. Die extra große Schrift, die kurzen Sätze und die überschaubaren Kapitel sind genau darauf ausgelegt. Ein Kapitel pro Leseabend ist ein realistisches Pensum, und weil jede Geschichte einen eigenen Schluss hat, gibt es am Ende ein Erfolgserlebnis statt eines Cliffhangers.

Zum Vorlesen eignet sich das Buch schon deutlich früher. Kinder, die selbst gerade krank sind oder ein Gipsbein tragen, dürften sich besonders angesprochen fühlen. Für ältere Grundschulkinder ab etwa neun Jahren ist der Stoff dagegen zu einfach.

Fazit: Lohnt sich Krankengeschichten vom Franz?

Die einzelnen Geschichten sind lustig geschrieben, und über den kleinen Franz kann man sich einfach herrlich kaputtlachen. Die Schrift ist extra groß, sodass es auch für Leseanfänger gut zu lesen ist, und die Geschichten sind einfach geschrieben und kurz gehalten. Ein schönes Buch, das seit Jahrzehnten funktioniert, weil es Kinder ernst nimmt, ohne sie zu schonen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in „Krankengeschichten vom Franz“?

Das Buch enthält drei Episoden, in denen der achtjährige Franz mit Krankheiten zu tun bekommt. In der ersten will er krank werden und ist es nicht, in der zweiten liegt er mit Gipsbein im Krankenhaus, in der dritten löst er mit Erdbeeren eine Allergie aus. Jede Geschichte dreht sich darum, wie Franz sich aus einer selbst verschuldeten Lage wieder herauswindet.

Ab welchem Alter eignet sich das Buch?

Die Reihe richtet sich an Kinder ab etwa sechs Jahren und ausdrücklich an Leseanfänger. Die Schrift ist extra groß, die Sätze sind kurz, und die Kapitel lassen sich in einer Sitzung schaffen. Zum Vorlesen funktioniert das Buch schon früher.

Wer hat die Geschichten vom Franz illustriert?

Alle Bände der Reihe sind von Erhard Dietl farbig illustriert. Die Bilder nehmen viel Raum ein und stützen den Text, was für Erstleser wichtig ist. Dietls Franz mit Locken und Schmollmund prägt das Bild der Figur seit den Achtzigerjahren.

Wie viele Bände hat die Reihe „Geschichten vom Franz“?

Die Reihe erschien ab 1984 im Oetinger Verlag und umfasst insgesamt 19 Bände. Erzählt wird das Leben von Franz Fröstl aus Wien, der im ersten Band noch in den Kindergarten geht und im letzten neun Jahre alt ist. „Krankengeschichten vom Franz“ ist einer dieser Bände und auch im Sammelband „Die besten Geschichten vom Franz“ enthalten.

Was passiert in der Geschichte mit den Erdbeeren?

In „Der rote Tirolerputz“ ist Franz auf eine Gartenparty eingeladen, die sich als Erdbeerparty entpuppt. Weil er großen Hunger hat, vergisst er seine Erdbeerallergie und isst kräftig mit. Die Folge sind Pusteln am ganzen Körper und Hänseleien in der Schule.

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