Mr. Lee

Autorenwertung
  • Musik
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  • Stimme
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  • Texte
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

15 NEUE MEYSTERSTÜCKE!

Der Sänger:

Der in Berlin geborene Sänger ist der bekannteste Vertreter der deutschen Liedermacher. 1967 erschien sein erstes Album „Ich wollte wie Orpheus singen“, dem bis heute 26 weitere Studioalben folgten. Sein bekanntester Song ist „Über den Wolken“, der bei einer Wahl der besten Lieder der Deutschen im ZDF Platz 4 belegte. Unter dem Namen Frédérik Mey feierte er auch große Erfolge in Frankreich. Mit zwei Alben („Mein Achtel Lorbeerblatt“, 1972 und „Bunter Hund“, 2007) erreichte er Platz 1 der deutschen Albumcharts. Privat ist er seit 1977 mit seiner zweiten Frau Hella verheiratet. Schlagzeilen machte im März 2009 das Privatleben des Sängers, als sein Sohn Maximilian infolge einer verschleppten Lungenentzündung ins Wachkoma fiel.

Das Album:

Es gibt Dinge im Leben, die sind zu einer festen Größe geworden. Dazu gehört, dass alle drei Jahre im Mai ein neues Album von erscheint. In diesem Mai war es wieder soweit. Der Liedermacher aus Berlin veröffentlichte sein 27. Studioalbum und steuert ganz lässig auf sein 50. Bühnenjubiläum zu!

Fünfzehn Titel präsentiert Reinhard Mey auf seinem neuen Album, welches den geheimnisvollen Titel „Mr. Lee“ trägt – einem schweigsamen Reisenden, der kommt und wieder geht. Ein Text, den man immer wieder hören kann und hören muss, um seine gesamte Tiefe zu verstehen, ohne sie ganz zu erfassen. Aber genau das ist die große Kunst des Reinhard Mey. Wie ein Poet feilt er an seinen Texten, die zu einem Großteil wieder Geschichten aus seinem Leben, seinem Alltag sind und mit denen sich trotzdem jeder Hörer identifizieren kann.

Da ist eine Hommage an seinen alten Lateinlehrer („Dr. Brand“), die Liebeserklärung an eine Streunerkatze („Lucky Laschinski“), die rührende Geschichte, wie er mit einem Nachbarn einen Demenzkranken ins Heim zurückbringt („Herr Fellmann, Bonsai und ich“) oder ein Lied über das herrliche Lachen einer Zimmernachbarin („Wenn Hannah lacht“). Auch eine Liebeserklärung an Berlin darf nicht fehlen, wobei „Heimweh nach Berlin“ einer der schönsten und passendsten Titel ist, die über Reinhard Meys Heimatstadt, die auch meine ist, je geschrieben wurde.

Zwei Titel muss ich besonders herausheben, da sie mich außerordentlich bewegt haben. Mit „So viele Sommer“ eröffnet Reinhard Mey sein Album mit einem der schönsten und tiefsinnigsten Liebeslieder, das ich in den letzten Jahren gehört habe. Der vielleicht persönlichste Moment des Albums ist „So lange schon“. Ein Titel, in dem es um Reinhard Meys Sohn geht, der 2014 verstorben ist. Da ich nachempfinden kann, was der Sänger damals gefühlt hat und noch heute fühlt, hat mich dieser Song zu Tränen gerührt. Spätestens jetzt kann man von einem Meysterstück sprechen.

Zum Ende des Albums hat sich Reinhard Mey von seinem Freund zwei Songs ausgeliehen. Kein leichtes Unterfangen, da auch dieser viele tolle Stücke geschrieben hat. Trotzdem hat Reinhard Mey ein gutes Händchen bewiesen. Insbesondere „Zeit zu leben“ ist ein letzter, später Höhepunkt des Albums, der in der Interpretation mit seiner Tochter Viktoria Mey, bei aller Melancholie, eine Liebeserklärung an das Leben ist.

Trackliste:

01 – So viele Sommer

02 – Im Goldenen Hahn

03 – Dr. Brand

04 – Herr Fellmann, Bonsai und ich

05 – Lucky Laschinski

06 – Mr. Lee

07 – Wenn’s Wackersteine auf dich regnet

08 – Wenn Hannah lacht

09 – Hörst du, wie die Gläser klingen

10 – Wenningstedt Mitte

11 – Heimweh nach Berlin

12 – Im Haus am Meer

13 – So lange schon

14 – Zeit zu leben

15 – Lavender’s Blue

 

Fazit:

Man mag nicht glauben, das Reinhard Mey wirklich schon 73 Jahre ist. Seine Stimme klingt noch fast so wie bei „Ich möchte wie Orpheus singen“. Fast fünfzig Jahre später legt er mit „Mr. Lee“ ein Album vor, das sich nahtlos in seinen Schaffenskatalog einfügt. Ohne jeden Zweifel ist er einer der großen, musikalischen Poeten und selbst für den Fall, das man die Art der Musik nicht mag: Ein Mey-Album lohnt sich allein wegen seiner Texte. Das ist auch diesmal wieder so. Daher kann man sich jetzt auf zwei Dinge freuen: Auf den Herbst 2017, wenn Reinhard Mey wieder auf Tour ist und auf den Mai 2019, wenn wieder drei Jahre vorbei sind…

 

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