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Nahrung statt Medizin: Die Impuls-Therapie

4 von 5 Redaktion · 2011-01-10 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Verständlich erklärte Ernährungsidee einer Ärztin, ohne Studienlage.

Nahrung statt Medizin: Die Impuls-Therapie
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Nahrung statt Medizin: Die Impuls-Therapie

2,98 € Stand: 13.09.2026

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Das Buch „Nahrung statt Medizin“ von Dörten Wolff gibt dem Leser einen Einblick in die Impuls-Therapie.

Worum geht es in „Nahrung statt Medizin“?

Die Impuls-Therapie beruht auf der These, dass Nahrungsmittel eine Wirkung auf das Gehirn und daraufhin auch auf den Körper haben, also einen Sinnesreiz auslösen, z. B. die Speichelproduktion beim Essen von Süßem. Diese Speichelproduktion kann für alle Grundnahrungsmittel gemessen werden und in einer Impulskurve dargestellt werden. Bei Menschen mit vegetativen Störungen ist diese Kurve im Vergleich zu gesunden Menschen nach Aussage der Autorin verschoben und muss wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Das Buch ist damit weder ein Diätratgeber noch ein klassisches Kochbuch, sondern der Versuch, eine eigene Behandlungsidee für Laien nachvollziehbar aufzuschreiben. Der Untertitel „Die Impuls-Therapie“ ist wörtlich zu nehmen: Es geht um Impulse, nicht um dauerhafte Ernährungsumstellung im Sinne einer Diät.

Wer ist Dörten Wolff?

Dr. med. Dörten Wolff wurde in Wester-Schnatebüll geboren und studierte Humanmedizin in Hamburg. Sie promovierte bei Prof. Dr. Kailash K. Gauri. Nach Heirat und der Geburt ihrer Tochter eröffnete sie eine eigene Allgemeinarztpraxis in Hamburg und spezialisierte sich dort auf die Behandlung vegetativer Störungen mit Nahrungsmitteln. Die Impuls-Therapie hat sie als Ärztin selbst entwickelt, das Buch erschien im eigenen Verlag Edition Wolff.

Für die Einordnung ist das wichtig: Hier schreibt keine Ernährungsberaterin, die eine bestehende Lehre zusammenfasst, sondern eine Ärztin, die eine eigene Methode vorstellt. Das erklärt sowohl den sehr direkten, praxisnahen Ton des Buches als auch den Umstand, dass es außerhalb ihres eigenen Umfeldes kaum rezipiert wird.

Wie funktioniert die Impuls-Therapie?

Schritt 1: Den vegetativen Typ bestimmen

Dazu muss zuerst festgestellt werden, welcher vegetativer Typ man ist. Der niedrig vegetative Typ bildet wenig Speichel, braucht regelmäßig Kohlenhydrate, z. B. Süßes und mag gerne Wärme. Der hohe vegetative Typ bildet viel Speichel, bevorzugt salzige und fettreiche Speisen und mag es eher kälter. Diese Selbsteinschätzung steht am Anfang, weil sich alles Weitere daraus ableitet.

Schritt 2: Den Nahrungsimpuls setzen

Mit der Einnahme einfachster Nahrungsmittel, wie z. B. Zucker, Öl und Milch (je nach Art der Beschwerden) nach einem speziellen Schema soll es möglich sein, dem Körper einen Nahrungsimpuls zu liefern, der daraufhin die gewünschten Botenstoffe zur Regulierung des vegetativen Nervensystems aktiviert. Bemerkenswert ist dabei, wie unspektakulär die eingesetzten Mittel sind: Es braucht keine Präparate, keine Pulver und keine teuren Zusatzprodukte, sondern Lebensmittel, die in jedem Haushalt stehen.

Schritt 3: Kohlenhydrate nicht mischen

Generell gilt außerdem das Prinzip, die verschiedenen Kohlenhydratarten (z. B. Zucker, Fruchtzucker, Getreideprodukte, Milch) bei einer Mahlzeit nicht zu mischen, da es sonst zu einer Überreizung des Nervensystems kommt. Dieser Punkt ist im Alltag die größte Umstellung, denn er betrifft auch Kombinationen, die als selbstverständlich gelten, etwa Müsli mit Obst und Milch.

Welche Beschwerden behandelt das Buch?

So können nach Meinung der Autorin viele Zivilisationskrankheiten wie Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Durchfall, Diabetes mellitus, Übergewicht, Neurodermitis, Lactoseunverträglichkeit und noch weitere Beschwerden überwunden werden. Das ist eine breite Liste, und genau daran scheiden sich die Meinungen: Wer eine Methode für sehr unterschiedliche Beschwerdebilder anbietet, muss sich die Frage nach dem gemeinsamen Wirkmechanismus gefallen lassen. Die Autorin beantwortet sie mit dem vegetativen Nervensystem als gemeinsamem Nenner.

Aufbau des Buches

Nach der Einleitung in das Thema und die Feststellung des vegetativen Typs kann der „eilige“ Leser direkt zu dem Kapitel wechseln, das seine Beschwerden und deren Behebung beschreibt. Es ist natürlich interessant, auch die anderen Kapitel zu Fetten, Genussmitteln, Getränken etc. zu lesen. Das Buch enthält außerdem ein Kapitel für häufig gestellte Fragen, einen Rezeptteil und ein Kapitel über die wissenschaftlichen Grundlagen. Es gibt auch noch ein separates Kochbuch zur Impuls-Therapie von der selben Autorin.

Praktisch ist diese Struktur deshalb, weil das Buch als Nachschlagewerk funktioniert. Man muss es nicht von vorne bis hinten durcharbeiten, um mit dem eigenen Anliegen weiterzukommen.

Wie ist die Methode einzuordnen?

Ehrlicherweise gehört dazu eine klare Einordnung: Die Impuls-Therapie ist ein von der Autorin selbst entwickeltes Verfahren und kein Bestandteil medizinischer Leitlinien. Berichte einzelner Anwender, auch der weiter unten wiedergegebene, sind Erfahrungen und keine Wirksamkeitsnachweise. Bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Neurodermitis gehört die Behandlung in ärztliche Hände, und verordnete Medikamente setzt niemand eigenmächtig ab, weil ein Buch eine Alternative in Aussicht stellt.

Wer das im Kopf behält, kann das Buch trotzdem mit Gewinn lesen. Der Ansatz, Beschwerden zunächst über die eigene Ernährung zu beobachten, statt sofort zum Präparat zu greifen, ist risikoarm, solange keine ernste Erkrankung dahintersteht.

Wie liest sich das Buch?

Sprachlich bleibt Wolff nah an der Sprechstunde. Sie erklärt in kurzen Sätzen, benennt Beschwerden beim Namen und verzichtet weitgehend auf Fachvokabular, das man nachschlagen müsste. Wo Fachbegriffe unvermeidlich sind, etwa beim vegetativen Nervensystem oder bei den Botenstoffen, folgt eine Erklärung in Alltagssprache. Das macht das Buch auch für Leser zugänglich, die sich sonst nicht mit Medizinliteratur beschäftigen.

Die Kehrseite dieser Klarheit ist ein sehr apodiktischer Ton. Vieles wird als feststehend dargestellt, was in Wahrheit die Position der Autorin ist. Wer daran gewöhnt ist, in Sachbüchern Quellenangaben und Studienverweise zu finden, wird hier wenig Anknüpfungspunkte haben. Das Kapitel zu den wissenschaftlichen Grundlagen mildert das ab, ersetzt aber keine belastbare Evidenz.

Für wen lohnt sich das Buch?

Interessant ist „Nahrung statt Medizin“ für Leser mit funktionellen Beschwerden, die trotz Abklärung keine befriedigende Erklärung bekommen haben, und für alle, die ihre Ernährung ohnehin systematisch beobachten wollen. Wer dagegen eine Zusammenfassung des aktuellen ernährungswissenschaftlichen Konsenses sucht, greift besser zu Standardliteratur. Auch wer feste Rezeptpläne für den Alltag erwartet, sollte wissen, dass der Rezeptteil hier eine Ergänzung ist und nicht der Kern des Buches.

Fazit: Lohnt sich Nahrung statt Medizin: Die Impuls-Therapie?

Ich selbst habe die Empfehlungen von Dörten Wolff aufgrund meiner zunehmenden Lactoseunverträglichkeit angewandt und musste zu meinem Erstaunen feststellen, dass ich nach ca. 10 Tagen wieder zunehmend Produkte zu mir nehmen konnte, die in kleinen Mengen Kuhmilch enthalten, ohne irgendwelche körperlichen Beschwerden zu verspüren. Dieser Effekt hielt auch noch lange an, nachdem ich die Impuls-Therapie wieder abgesetzt hatte. Grundsätzlich sollte die Therapie aber in gewissen Intervallen immer wieder durchgeführt werden, so zumindest meine Erfahrung. Aber das nimmt man gerne in Kauf, wenn man den Erfolg bei sich feststellt und die Lebensqualität dadurch wieder steigt.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist Dörten Wolff?

Dr. med. Dörten Wolff ist eine Hamburger Ärztin. Sie studierte Humanmedizin in Hamburg, promovierte bei Prof. Dr. Kailash K. Gauri und eröffnete später eine eigene Allgemeinarztpraxis in Hamburg. Dort spezialisierte sie sich auf die Behandlung vegetativer Störungen mit Nahrungsmitteln und entwickelte daraus die Impuls-Therapie.

Was ist die Impuls-Therapie?

Die Methode geht davon aus, dass Nahrungsmittel über einen Sinnesreiz auf das Gehirn und damit auf den Körper wirken, messbar etwa an der Speichelbildung. Aus dieser Reaktion wird eine Impulskurve abgeleitet. Über die gezielte Einnahme einfacher Nahrungsmittel wie Zucker, Öl oder Milch nach festem Schema soll das vegetative Nervensystem wieder ins Gleichgewicht kommen.

Was sind der niedrig und der hoch vegetative Typ?

Der niedrig vegetative Typ bildet nach Wolff wenig Speichel, braucht regelmäßig Kohlenhydrate wie Süßes und mag Wärme. Der hoch vegetative Typ bildet viel Speichel, bevorzugt salzige und fettreiche Speisen und mag es eher kühl. Die Typbestimmung steht am Anfang des Buches, weil sich daraus das jeweilige Einnahmeschema ableitet.

Wie ist das Buch aufgebaut?

Auf die Einleitung und die Typbestimmung folgen Kapitel zu einzelnen Beschwerdebildern, dazu Abschnitte zu Fetten, Genussmitteln und Getränken. Ergänzt wird das durch ein Kapitel mit häufig gestellten Fragen, einen Rezeptteil und ein Kapitel zu den wissenschaftlichen Grundlagen. Von derselben Autorin gibt es außerdem ein separates Kochbuch zur Impuls-Therapie.

Ersetzt die Impuls-Therapie eine ärztliche Behandlung?

Nein. Die Methode ist kein anerkanntes medizinisches Standardverfahren, und Erfahrungsberichte einzelner Anwender sind keine Wirksamkeitsnachweise. Bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Neurodermitis oder anhaltenden Verdauungsbeschwerden gehört die Behandlung in ärztliche Hände, verordnete Medikamente sollte niemand eigenmächtig absetzen.

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