Orden Ogan - The Order Of Fear
Kurzfazit: Wieder etwas härter als der Vorgänger!
The Order of Fear(Ltd.Boxset)
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1996 gründeten Sebastian Levermann (der als Einziger bis heute dabei ist), Sebastian Grütling und Sebastian Severin in Arnsberg in Nordrhein-Westfalen die Band Tanzende Aingewaide, die sich ein Jahr später in Orden Ogan umbenannte. Ihr erstes Demoalbum „Testimonim A.D.“, das stark vom Folk inspiriert und mit Flöten und Oboen versetzt wurde, erschien 2004 im Selbstverlag. Vier Jahre später erschien das erste Album bei einem Label: „Vale“. Mit „Eastern Hope“, das 2010 veröffentlicht wurde, waren Orden Ogan dann zu Gast in Wacken und auf dem Hard Rock Festival.
Die Besetzung heute
Levermann ist bis heute Sänger, Gitarrist und Produzent in Personalunion: Mix und Mastering entstehen in seinem eigenen Greenman Studio, was der Band einen sehr klar erkennbaren Sound gibt. Zur Besetzung rund um das Album gehören neben ihm Niels Löffler, Patrick Sperling, Steven Wussow und Dirk Meyer-Berhorn.
Eckdaten zum Album
„The Order Of Fear“ erschien am 5. Juli 2024 über Reigning Phoenix Music, vorab gab es unter anderem die Singles „My Worst Enemy“ und „Moon Fire“. Neben der regulären Fassung brachte das Label ein limitiertes Boxset heraus. Erzählerisch führt das Album die Geschichte um die Figur Alister Vale weiter, die die Band über mehrere Platten hinweg spinnt.
Das Album im Überblick
Im Verlauf ihrer Karriere haben Orden Organ schon einige Themen auf ihren Alben beackert. Zuletzt bewegten sie sich auf „Final Days“ in eher futuristischen Gefilden und konnten mich damit nicht ganz überzeugen, wie es frühere Werke vermocht hatten.
Jetzt geht der neunte Longplayer an den Start, der auf den Titel „The Order Of Fear“ hört, und der in mystisch-gruselige Sphären abtaucht. Und der eine Spur härter als sein eher glatt produzierter Vorgänger ist.
Der Auftakt
Das macht sich schon beim Opener „Kings Of The Underworld“ bemerkbar. Wo sonst ein verspieltes Intro das Album einleitete, geht es hier mit Double-Bass getrieben Power Metal bärenstark in die Vollen. Ein Auftakt, der Lust auf das Album macht.
Der Verzicht auf das übliche Intro ist mehr als eine Formalie. Er sagt schon in den ersten Sekunden, in welche Richtung diese Platte will: weniger Schauwert, mehr Druck.
Die Mitte
Und „The Order Of Fear“ hält durchaus, was es verspricht. Über den Titelsong und das folgende „Moon Fire“ (mit echtem Hitpotenzial) bis hin zu Songs wie „Blind Man“ oder „Dread Lord“ verliert man bei aller Härte die Eingängigkeit nicht aus den Augen.
Das ist die eigentliche Kunst dieses Albums: Die Songs sind kompakt und griffig, ohne dabei in Richtung Radiotauglichkeit abzubiegen. Refrains bleiben hängen, die Riffs darunter bleiben trotzdem schwer.
Das lange Finale
Über das eher sanfte „My Worst Enemy“ erreicht man schließlich das Highlight des Albums: die beiden letzten Songs „Anthem To The Darkside“ und „The Longs Darkness“, die lediglich vom Zwischenspiel „The Journey Thus Far“ unterbrochen werden und die mit rund fünfzehn Minuten Spielzeit ein Drittel des gesamten Albums ausmachen. Hier zeigen sich Orden Ogan dann in Höchstform.
Dieser Schlussblock ist der Grund, warum das Album über den ersten Durchlauf hinaus trägt. Wer nur die Singles hört, bekommt die halbe Platte mit.
Trackliste
01 - Kings Of The Underworld
02 - The Order Of Fear
03 - Moon Fire
04 - Conquest
05 - Blind Man
06 - Prince Of Sorrow
07 - Dread Land
08 - My Worst Enemy
09 - Anthem To The Darkside
10 - The Journey Thus Far
11 - The Long Darkness
Was steckt hinter dem Konzept?
Orden Ogan erzählen seit mehreren Alben eine fortlaufende Geschichte um die Figur Alister Vale, und auch „The Order Of Fear“ knüpft daran an. Man muss diesen Handlungsfaden nicht kennen, um die Songs zu mögen – die Stücke funktionieren einzeln. Wer sich aber auf die Textebene einlässt, bekommt mehr als eine Sammlung von Metal-Hymnen: Die düstere, fast schauerromantische Grundstimmung des Albums ist kein Zufall, sondern Teil des Erzählrahmens.
Das erklärt auch, warum die Platte auf das übliche Intro verzichtet und stattdessen mit dem Schlussdoppel ein regelrechtes Finale bekommt. Die Dramaturgie folgt weniger einer Singleauskopplungslogik als einem Bogen von vorne nach hinten.
Wie klingt die Produktion?
Levermann produziert, mischt und mastert seine Band selbst, und das hört man im positiven Sinn. Die Gitarren stehen weiter vorne als auf dem Vorgänger, die Chöre sind da, ohne alles zuzukleistern, und die Double-Bass bleibt auch in den schnellen Passagen definiert. Wer den sehr geglätteten Klang von „Final Days“ als zu steril empfand, bekommt hier mehr Kanten, ohne dass die Platte roh oder unaufgeräumt wirkt.
Wie schlägt sich das Album gegen den Vorgänger?
„Final Days“ war sauber, modern und in seiner futuristischen Ausrichtung recht glatt. „The Order Of Fear“ dreht diese Schraube zurück: dunklere Stimmung, härtere Gitarren, weniger Hochglanz. Wer den Vorgänger genau deswegen mochte, könnte das als Rückschritt empfinden. Wer ihn zu poliert fand, bekommt hier die Antwort darauf.
Für wen lohnt sich The Order Of Fear?
Für Fans der Band ohnehin, aber auch für Hörerinnen und Hörer, die mit Power Metal bislang wenig anfangen konnten, weil ihnen das Genre zu fröhlich und zu hell war. Die düstere Grundstimmung und die Härte im Riffing machen das Album zugänglich für Leute, die eher aus der Melodic-Death- oder Heavy-Metal-Ecke kommen.
Wer dagegen die frühen, folkig gefärbten Anfänge der Band sucht, wird hier nicht fündig. Davon ist auf dieser Platte nichts mehr übrig.
Fazit: Lohnt sich The Order Of Fear?
Nach „Final Days“ zeigen sich Orden Ogan auf ihrem neuen Album „The Order Of Fear“ wieder etwas härter und eine Spur düsterer, ohne dabei die schnelle Eingängigkeit ihre Power Metals zu verlieren. Ein ganz starkes Album, dass Fans der Band und dieser Musik mehr als begeistern wird.
Unsere Bewertung
Musik: 5
Instrumentalisierung: 5
Stimme: 5
Abwechslung: 4,5
Hörspaß: 4,5
Häufig gestellte Fragen
Wann ist The Order Of Fear erschienen?
Das Album kam am 5. Juli 2024 über Reigning Phoenix Music heraus. Vorab veröffentlichte die Band unter anderem die Singles „My Worst Enemy“ und „Moon Fire“. Neben der Standardfassung gab es das Album auch als limitiertes Boxset.
Wer ist Orden Ogan?
Orden Ogan sind eine Power-Metal-Band aus Arnsberg im Sauerland. Gegründet wurde sie 1996 unter dem Namen Tanzende Aingewaide und benannte sich ein Jahr später um. Kopf der Band ist bis heute Sänger, Gitarrist und Produzent Sebastian „Seeb“ Levermann, der auch Mix und Mastering in seinem eigenen Greenman Studio übernimmt.
Wie klingt The Order Of Fear im Vergleich zu Final Days?
Deutlich härter und düsterer. Wo der Vorgänger „Final Days“ futuristisch ausgerichtet und sehr glatt produziert war, geht es hier mystisch-gruselig zu. Der Opener startet ohne verspieltes Intro direkt mit Double-Bass-getriebenem Power Metal.
Welche Songs sind die Höhepunkte des Albums?
„Moon Fire“ hat echtes Hitpotenzial, „Kings Of The Underworld“ ist ein starker Auftakt. Das eigentliche Highlight bilden aber die letzten Stücke „Anthem To The Darkside“ und „The Long Darkness“, die zusammen mit dem Zwischenspiel rund fünfzehn Minuten und damit etwa ein Drittel der Spielzeit einnehmen.
Lohnt sich das Album für Neueinsteiger?
Ja. Das Album ist eingängig genug, um ohne Vorwissen zu funktionieren, und liefert mit den langen Schlussstücken zugleich die anspruchsvollere Seite der Band. Wer Power Metal mit Härte und düsterer Grundstimmung mag, findet hier einen guten Einstieg.
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