Othello

Inhaltsverzeichnis
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Piatnik-Spiele: Othello

Reines Schwarz-Weiß-Denken
Politisch korrekt? Zumindest war es das für den Japaner Gorō Hasegawa, der 1971 das Brettspiel Othello als Patent anmeldete und zwar ganz bewusst in Anlehnung an den berühmten Mohren aus Shakespeares Drama. Bis dahin hatte das Spielprinzip allerdings schon fast 90 Jahre auf dem Buckel, firmierte aber bis dahin unter dem Namen Reversi und wurde schon in den 1880er Jahren in England erfunden.

Der ursprüngliche Name bedeutet im Lateinischen umkehrbar und beschreibt das Grundprinzip des Spiels auf einfache Art und Weise. Jeder Stein ist umkehrbar, hat eine schwarze und weiße Seite und kann blitzschnell in dem Besitz des einen oder anderen Spielers landen. Wird also während des strategischen Geschehens vom Weißen zum Mohr und umgekehrt.

Die Unterschiede zwischen den beiden Varianten Othello und Reversi sind marginal, viel größer sind da die rechtlichen Streitereien, ob und wem denn nun die Uridee gehört. Für Spielefreunde ist das völlig sekundär, es genügt zu wissen, dass aus dem Hause Piatnik eine schöne Neuauflage von Othello auf dem Markt ist, die zumindest offiziell nach diesen Regeln gespielt wird. Der prominenteste Unterschied: Vier Startsteine liegen zu Beginn in der Mitte.

Danach setzen die beiden Spieler abwechselnd Steine und versuchen mit ihrer Farbe gegenerische Steine, besser und im weiteren Verlauf häufiger Steinreihen einzuschließen. Darauf hin müssen diese umgedreht werden und sind somit nun im Besitz des Gegners. Das Spiel endet, wenn keine Steine mehr gelegt werden können und derjenige, der dann die meisten Steine zählen kann, ist der Gewinner.

Das Spiel ist so archaisch gut wie Dame oder Mühle. So wie die Steine und das Spielfeld pure Anordnung versprechen, so sind die Regeln in wenigen Sekunden klar, die Strategie aber lebenslänglich zu meistern. In Japan ist das Spiel eines der wichtigsten aller Zeiten, insgesamt – so hat ein findiger Untersuchender herausgefunden – ist dieses Brettspiel dasjenige, in dem die meisten Weltmeisterschaften stattfinden. Das ist ja auch schon mal was!

Die Ausgabe von Piatnik unterstützt diese Simplizität. Einfaches Kartonmaterial als Verpackung, die Spielsteine in einem Plastikbeutel, das Brett stabil, aber aus leichtem Material. Dazu eine Anleitung von zwei Seiten und keine weiteren Extras – ergo: keinen Schönheitspreis in Layout, keine Notwendigkeit mehr zu bieten, als was es ist, nämlich dieses einfache Spielprinzip.

Die Vertracktheit und die unendlichen Strategieoptionen kann jeder im Internet selbst nachlesen; so viele Foren, Beiträge und Überlegungen reichen für ein Leben. Am besten entwickeln kann man sich natürlichen im praktischen Tuns selbst, drum gilt für alle, die das Spiel noch nicht haben: zugreifen.

Fazit:
Derlei Klassiker gehören in jeden Spielehaushalt, vor allen Dingen wo zwei Spieler sich legendäre Partien liefern wollen. Die Piatnik-Version besticht durch optisch sehr ansprechendes Material, hätte aber definitiv eine andere Verpackung gebraucht, in der man die Steine hineinlegen kann. So rutschen sie haltlos in der Packung herum. Wahrscheinlich haben die Produzenten angenommen, dass man das Spiel eh nie beiseite gelegt. So gesehen auch wieder gut.

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