Patrizia Joos
Kurzfazit: Offenes Autoreninterview zu einem Liebesroman mit vielen Schauplätzen.
Patrizia Joos hat mit „Mandarinen aus Jaffa“ einen Liebesroman vorgelegt, in dem Architektur, Fotografie und eine schmerzhafte Trennungsgeschichte ineinandergreifen. Im Gespräch erzählt die Autorin, wie das Buch entstanden ist, warum der Titel eine private Erinnerung transportiert und was sie jungen Schreibenden mit auf den Weg gibt.
Wer ist Patrizia Joos?
Patrizia Joos lebt in Berlin und veröffentlichte „Mandarinen aus Jaffa“ im Jahr 2018 beim Verlag Edel Elements, einem Label der Edel-Verlagsgruppe. Es ist ihr erstes Buch, und sie beschreibt das Schreiben nicht als späten Karrierewechsel, sondern als Fortsetzung von etwas, das sie seit ihrer Kindheit begleitet: schreiben, malen, zeichnen. Ihre zweite große Leidenschaft, die Fotografie, hat sie direkt in den Roman hineingeschrieben – die Hauptfigur teilt sie mit ihr.
Auffällig ist die Bandbreite ihrer eigenen Lektüre. Zwischen Zeitungen, Fachbüchern, Architektur- und Künstlerbänden, Reisebüchern und altmodischen Krimis steht bei ihr auch der IKEA-Katalog. Diese Mischung aus Hochkultur und Alltagsmaterial ist keine Koketterie, sondern erklärt einiges am Buch: Räume, Oberflächen und Gegenstände spielen darin eine große Rolle.
Worum geht es in „Mandarinen aus Jaffa“?
Im Zentrum steht eine junge Architekturstudentin, die in Notting Hill lebt und sich in einen deutlich älteren Architekten und Kunstsammler verliebt. Es ist ihre erste große Liebe, entsprechend intensiv erlebt sie die Beziehung. Sie ist Christin, er ist Jude. Als er die Verbindung unvermittelt beendet, bricht für sie eine Welt zusammen.
Rose und Raphael
Die Protagonistin heißt Rosamund, genannt Rose, und stammt ursprünglich aus New Jersey. Sie studiert in London Architektur, wohnt an der Portobello Road und träumt von einer Laufbahn als Architekturfotografin. Ihr Gegenüber ist der ältere Architekt Raphael Jaron Rosengarten. Die Konstellation aus Altersunterschied, unterschiedlicher Herkunft und geteilter Begeisterung für Gebäude und Kunst gibt dem Roman seinen Rahmen.
Die Schauplätze
Der Roman bleibt nicht in London. Die Handlung führt weiter nach Paris, Rom, New York, in das englische Dorf Bibury, nach Venedig und nach Berlin. Für einen Liebesroman ist das ungewöhnlich viel Bewegung, und sie ist nicht beliebig gewählt: Es sind Orte, an denen sich Architektur und Kunstgeschichte besichtigen lassen. Wer gern reist oder Städte über ihre Bauten liest, findet hier ein zweites Thema neben der Liebesgeschichte.
Das Interview mit Patrizia Joos
Heute stellt uns Patrizia Joos ihr Buch „Mandarinen aus Jaffa„ vor:
Warum wolltest Du Autorin werden? Schon als Kind hatte ich gerne geschrieben, gemalt und gezeichnet. Das hat sich bis heute nicht geändert.
Was liest Du persönlich? Die SZ, Die ZEIT, Fachbücher, Bücher über Künstler und Museen, Tierbücher, Reisebücher, Theaterstücke, Bücher über Kunstepochen und Designer, Architekturbücher, viele Liebesgeschichten und altmodische Krimis, sowie den IKEA-Katalog.
Was sind Deine sonstigen Hobbies? Die Fotografie. Ich liebe sie. Da bin ich der Hauptfigur Rose in meinem Buch sehr ähnlich. Durch die Straßen von schönen Städten ziehen und Momente mit der Kamera festhalten - das könnte ich immerzu machen. Museen liebe ich auch. Da bin ich Rose auch ähnlich. Musik und Schwimmen liebe ich auch sehr.
Wie waren die ersten Bewertungen durch Freunde und Bekannte? Meine Freundinnen, die es gelesen hatten, sowie der weibliche Teil meiner Familie, hatten fast alle sehr positive Rückmeldungen gegeben. Das wirkt wie Rückenwind. Ich habe das Buch meiner Familie und meinen Freundinnen gewidmet.
Worum geht es in Deinem neuesten Buch? Um eine große Liebe zwischen einer jungen Architekturstudentin, die in Notting Hill lebt und einem älteren Architekten, der auch nebenbei Kunstsammler ist. Er ist ihre erste große Liebe, deshalb ist es für sie besonders intensiv. Sie ist Christin und er ist Jude. Leider beendet er aus heiterem Himmel ihr Paradies und sie stürzt in eine Krise. Was dann passiert, und ob sie sich jemals wiedersehen werden, wird nicht verraten… Der Roman spielt in London, Paris, Rom, New York, Bibury, Venedig und Berlin.
An wen richtet sich das Buch besonders? An Romantiker und Romantikerinnen, die Herzbücher lieben.
Was motiviert Dich? Schöne Musik, Morgensonne, Earl Grey Tea, inspirierende Filme und interessante Gespräche.
Wie bist Du beim Schreiben vorgegangen? Zuerst hatte ich den Anfang geschrieben, dann das Ende. Dann kamen die Kapitel dazwischen.
Woher nimmst Du Deine Ideen? Die Ideen entwickelten sich einfach. Beim U-Bahnfahren, beim Spazierengehen, im Museem, im ICE, im Café… Ich hatte meinen Notizblock und Laptop immer griffbereit. Und plötzlich war das Buch fertig. Mir fiel auch auf, dass ich permanent unterbewusst mit der Geschichte beschäftigt war, als würde immerzu ein „Hintergrundfilm„ laufen. Ein Grund, warum ich niemals einen Krimi schreiben könnte.
Hast Du Vorbilder? Ich habe viele Vorbilder. Momentan lese ich viel von Jojo Moyes.
Wie bist Du auf den Titel gekommen? Mein früherer Freund hatte immer ‚Mandarinen aus Jaffa‘ auf dem Kollwitz-Markt in Berlin Prenzlauer Berg gekauft. Die haben wir dann zusammen gegessen. Ich habe versucht, diese Erinnerungen festzuhalten, obwohl es eigentlich in dieser Geschichte um das Loslassen geht. Es ist also ein sehr persönlicher Titel. Eine Erinnerung an diese Zeit.
Kamst Du über einen Verlag, Selbstverlag, Book on demand, etc. zu der ersten Ausgabe? Über den Edel Elements Verlag.
Vermarktest Du Dein Buch selbst? Der Edel Elements Verlag kümmert sich darum.
Wie geht es weiter? Mit weiteren Geschichten.
Was kannst Du anderen, jungen Autoren, als Tipp an die Hand geben?
- Negative Kritik positiv sehen. Der Hausmeister in meiner Schule meinte: „wenn jemand dein Buch negativ kritisiert, hat er sich dennoch die Mühe gemacht, es bis zum Ende zu lesen!„
- Niemals aufgeben.
- Carpe diem!
- Jede Geschichte, die direkt aus dem Herzen kommt, ist eine wahre Geschichte.
Was das Interview über das Buch verrät
Drei Punkte fallen auf. Erstens die Nähe zwischen Autorin und Hauptfigur: Fotografie, Museen, das Durchstreifen schöner Städte – Rose bekommt Interessen mit, die Patrizia Joos selbst benennt. Das erklärt, warum die Schauplätze so detailliert ausfallen.
Zweitens die Arbeitsweise. Erst der Anfang, dann das Ende, dann die Kapitel dazwischen: Das ist eine Konstruktion vom Ziel her, kein offenes Drauflosschreiben. Wer den Roman liest, merkt, dass der Schluss von Beginn an feststand.
Drittens der Titel. Dass eine private Erinnerung an gemeinsam gegessene Mandarinen zum Buchtitel wird, während die Geschichte selbst vom Loslassen handelt, ist der interessanteste Widerspruch des ganzen Gesprächs – und vermutlich der Kern des Buches.
Für wen lohnt sich „Mandarinen aus Jaffa“?
Die Autorin nennt ihre Zielgruppe selbst: Leserinnen und Leser, die emotionale Liebesgeschichten mögen. Dazu kommt eine zweite Gruppe, die sie nicht ausdrücklich anspricht – alle, die sich für Architektur, Kunstsammeln und Städte als Erzählräume interessieren. Der Roman verbindet beides.
Wer dagegen Spannung, Tempo oder eine ironische Erzählstimme sucht, ist hier falsch. Patrizia Joos schreibt bewusst warm und nah an ihren Figuren, und sie sagt selbst, dass ein Krimi nichts für sie wäre. Diese Klarheit über das eigene Fach ist sympathisch: Sie verspricht nichts, was das Buch nicht einlöst.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Patrizia Joos?
Patrizia Joos ist eine Berliner Autorin, die 2018 mit dem Liebesroman „Mandarinen aus Jaffa“ debütierte. Das Buch erschien im Verlag Edel Elements. Neben dem Schreiben nennt sie Fotografie, Museumsbesuche, Musik und Schwimmen als ihre Leidenschaften.
Worum geht es in „Mandarinen aus Jaffa“?
Der Roman erzählt von der großen Liebe zwischen einer jungen Architekturstudentin und einem deutlich älteren Architekten und Kunstsammler. Sie ist Christin, er ist Jude, und er beendet die Beziehung überraschend, worauf die Protagonistin in eine Krise stürzt. Ob sich beide wiedersehen, verrät die Autorin bewusst nicht.
Woher stammt der Titel „Mandarinen aus Jaffa“?
Der Titel geht auf eine persönliche Erinnerung der Autorin zurück. Ihr früherer Freund kaufte regelmäßig Mandarinen aus Jaffa auf dem Kollwitzmarkt in Berlin-Prenzlauer Berg, die beide zusammen aßen. Im Roman selbst geht es dagegen vor allem um das Loslassen.
In welchen Städten spielt der Roman?
Die Handlung führt unter anderem nach London, Paris, Rom, New York, Bibury, Venedig und Berlin. Ausgangspunkt ist Notting Hill in London, wo die Hauptfigur während ihres Architekturstudiums lebt. Die Schauplätze sind eng mit Architektur, Kunst und Fotografie verknüpft.
Für welche Leser ist das Buch gedacht?
Patrizia Joos richtet sich nach eigener Aussage an Romantikerinnen und Romantiker, die Herzbücher mögen. Wer emotionale Liebesgeschichten mit starkem Städtebezug sucht, ist die Zielgruppe. Wer Spannungsliteratur erwartet, liegt falsch – die Autorin sagt selbst, dass sie keinen Krimi schreiben könnte.
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