Philipp Burger – Kontrollierte Anarchie

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

DER MENSCH PHILIPP BURGER!

Der Sänger:

Philipp Burger wurde 1981 in Sterzing, Italien geboren. Schon in der Kindheit war er musikalisch und spielte Blockflöte und Ziehharmonika. Als Teenager schließt er sich kurzzeitig der Skin Head-Szene an und ist Sänger der Rechtsrock-Band Kaiserjäger. Er schafft jedoch den Absprung und distanziert sich von dieser Szene. 2001 gründet er zusammen mit Notdurfter die Band , die zu einer der erfolgreichsten deutschen Rockgruppen wird. 2014 macht er ein Landwirtschaftsdiplom, zieht wieder in seine Heimat Südtirol und eröffnet dort einen Bauernhof. 

Das Album:

Philipp Burgers Output als Songschreiber ist sehr beachtlich. Neben den Songs für seine Band Frei.Wild arbeitet er auch für andere Künstler und legt jetzt erstmals ein Soloalbum vor, dass ebenfalls mit 20 Titeln mehr als üppig ausgestattet ist. Dieses Album ist sicher eine Folge der Corona-Pandemie. Durch den Stillstand (keine Konzerte oder sonstigen Auftritte) sind viele Songs entstanden, die sein Leben reflektieren und die weder zu anderen Interpreten noch zu Frei.Wild wirklich passen. Was lag also näher, als sich einen Herzenswunsch zu erfüllen und ein eigenes Album aufzunehmen.

Durch Songs wie „Recordman“, „Unschubladisierbar“ oder „Stärker als die Zeit, stärker als die Jahre“ lernt man einen tiefsinnigen Mann kennen, der trotz aller Fehler, die zu jedem Leben gehören, mit sich im Reinen ist und dieses bisherige Leben aufbereitet. Gerade das macht „“ so hörenswert. 

Musikalisch bleibt sich Philipp Burger durchaus treu, obgleich sein Soloalbum insgesamt ein weniger ruhiger wirkt, als insbesondere das vor kurzem erst veröffentlichte aktuelle Frei.Wild-Album „Wir schaffen Deutsch.Land“.

Trackliste:

01 1; Ouvertüre zu meinem Leben (Intro) 

02 – Es gibt keine Jugendsünden 

03 – Die Welt und ich 

04 – Es sind doch nur Tränen 

05 – Schwerelos ins Nichts 

06 – Kontrollierte Anarchie

07 – Schlechter Kapitän 

08 – Ach was scheiß drauf

09 – Sänger, Zimmermann, Landwirt, Fischer 

10 – Recordman 

11 – Ich werde gewinnen, weil ich es kann 

12 – Stärker als die Zeit, stärker als die Jahre 

13 – Ich finde mich

14 – Unschubladisierbar 

15 – Mehr als die 110 

16 – Küsse, , rette mich 

17 – Danke, ich sag nur Dankeschön

18 – Mittelfingerzeit

19 – ganz ohne Fluchtphantasien 

20 – Zensurfaschismushasser

Fazit:

Das musikalische Jahr 2022 hat kaum begonnen und kann gleich mit einem Highlight aufwarten. „Kontrollierte Anarchie“ ist trotz der opulenten Spielzeit von fast achtzig Minuten keine Sekunde langweilig. Es lohnt sich mehr denn je, sich mit den Texten von Philipp Burger zu beschäftigen und den Menschen hinter der rebellischen Fassade kennenzulernen. Insbesondere Songs wie „Sänger, Zimmermann, Landwirt, Fischer“, „Unschubladisierbar“ oder „Zensurfaschismushasser“ beschreiben ihn besser, als Worte der Journalisten das jemals könnten. Ein tolles Album, nicht nur für Frei.Wild-Fans.

Bewertung:

Musik: 5

Instrumentalisierung: 5

Texte: 5

Abwechslung: 4

Hörspaß: 5

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