Power Up

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

AUSPACKEN, ANHÖREN, WOHLFÜHLEN!

Die Band:

Die in Schottland geborenen und in Australien lebenden Brüder Angus und Malcom Young gründeten 1973 die Rockband AC/DC. Mit Bon Scott trat 1974 ein Sänger der Band bei, der ihr Image nachhaltig prägen sollte. Das Debütalbum „High Voltage“ erschien 1975. Mit dem Album „Highway To “ konnten sie 1979 ihren ersten Megaseller landen. Doch dann der Schicksalsschlag: Am 19. Februar 1980 wurde Bon Scott tot aufgefunden. Da die Band kurz vor den Aufnahmen zu einem neuen Album war, musste ein Nachfolger gefunden werden: Der in Newcastle geborene trat den Job an. Ende der 80er blieben die großen Erfolge aus. Diese kehrten erst 1990 mit dem Album „The Razors Edge“ und der Single „Thunderstruck“ zurück. Im neuen Jahrtausend wurden die Abstände zwischen den Alben immer größer. Mit über 200 Millionen verkaufter Tonträger zählen AC/DC zu den erfolgreichen Bands der Rockgeschichte. 

Das Album:

Nun haben Sie es also doch noch getan. Nach dem Axl Rose auf der letzten Tour als Sänger eingesprungen ist und nach dem Tod von Malcolm Young hat man nicht wirklich mehr mit einem neuen Album der australischen Rockband berechnet. Das Kribbeln war scheinbar so groß dass man, nachdem auch Brian Johnson grünes Licht gegeben hat, wieder ins Studio gegangen ist.

In Form von „“ (wie immer man das Album schreiben mag) liegt nunmehr das sechzehnte Album der Band vor und man fragt sich, wie man einen Longplayer der Band besprechen will. Natürlich könnte man jetzt sagen, dass sich seit mehr als vierzig Jahren ein Song wie der nächste anhört. Natürlich könnte man sagen, dass sich AC/DC absolut treu geblieben sind, und natürlich könnte man sagen, dass das alles in allem die gepflegte Monotonie ist. Obwohl keine Band einen so hohen Wiedererkennungswert hat, gab es doch eine wechselvolle Karriere mit herausragenden, guten und weniger gelungenen Alben. Von daher lohnt es sich schon, auch „Power Up“ etwas differenzierter zu betrachten. 

Mit „Realize“, „Rejection“ und „Shot In The Dark“ legen die Herren gut los. Ja, das ist der typische AC/DC-Sound, aber die Songs machen Spaß und klingen durchaus frisch und motiviert. Hier scheint sich also kein Rohrkrepierer anzukündigen. Im Gegenteil. In einer anderen Welt und in einer anderen Zeit würde das folgende „Through The Mists Of Time“ ein Garant für achtzigtausende leuchtende Hörner sein, die auf den Köpfen der Fans sitzen und beim Konzert bangen. Seit „You Shook Me All Night Long“ hatte kein AC/DC-Song solch ein Hitpotential. Und das ist nicht die einzige Überraschung. „Demon Fire“ besitzt Tempo und mischt den dreckigen Sound der Powerage-Ära mit den jüngeren Songs, „Money Shot“ ist textlich eindeutig zweideutig und mit „Code Red“ kommt ein voller Abschluss daher. Sicher, Titel wie „Witch´s Spell“ oder „No Mans Land“ sind am Rande des Albumfüllers, doch einen wirklichen Ausfall konnte ich auf dem gesamten Album nicht ausmachen.

Trackliste:

01 – Realize

02 – Rejection

03 – Shot In The Dark

04 – Through The Mists Of Time

05 – Kick You Wehen You’re down

06 – Witch´s Spell

07 – Demon Fire

08 – Wild Reputation 

09 – No Mans Land

10 – Systems Down

11 – Money Shot

12 – Code Red

Fazit:

Man hört, das Angus Young, Brian Johnson, Steve Young, Cliff Williams und Phil Rudd richtig motiviert waren. Mit „Power Up“ legen sie ein im besten Sinne des Wortes souveränes Werk im Alt-Herren-Rock vor. Klar, wer von den drei AC/DC-Akkorden genervt ist, wird das Album wahrscheinlich nicht bis zum Ende hören. Wer die Band mag und auf bluesigem Hardrock steht, wird „Power Up“ feiern. Hoffen wir, dass sich im Sommer Corona verzogen hat, denn dann heißt es: Kiste Bier, Grill an und „Power Up“ auf die Boxen … und vielleicht sieht man die alten Recken ja doch noch einmal im Konzert. Es wäre ein Fest!

Bewertung:

Musik: 4,5

Vocals: 4

Instrumentalisierung: 5

Abwechslung: 3

Hörspaß: 5

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