Pur – Persönlich

Inhaltsverzeichnis
Metal

Accept – Humanoid

Musik

Christina Stürmer – MTV Unplugged in Wien

Musik

Pearl Jam – Dark Matter

WAREN DIE ANDEREN ALBEN NICHT PERSÖNLICH?

Die Band:

Seit mehr vierzig Jahren touren Hartmut Engler und seine Mannen durch die Lande und haben sich zu einer der beständigsten und erfolgreichsten deutschsprachigen Bands entwickelt. Der Durchbruch der Band kam bezeichnenderweise mit dem ersten Livealbum aus dem Jahr 1992. Der kommerziell größte Erfolg war das mehrfach platingekrönte Album „Abenteuerland“. Mit den danach folgenden Alben konnten Pur nicht mehr ganz an diesem Erfolg anknüpfen. Allerdings können sie sich auf eine treue Fangemeinde verlassen, die auch in schweren Zeiten der Band zur Seite stand. Nach den Alben „Was ist Passiert“ und „Es ist wie es ist“, die bei den Fans mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurden, legten Pur mit den Alben „Wünsche“ und „Schein & Sein“ wieder bessere Werke vor. 2015 machte Hartmut Engler als Teilnehmer beim Tauschkonzert „Sing meinen Song“ von sich reden. Das Album „Achtung“ konnte dann sogar wieder an alte Erfolge anknüpfen.

Das Album:

Nachdem mich das letzte Werk „Zwischen den Welten“ nicht überzeugen konnte, sah ich dem neuen Album mit gemischten Gefühlen entgegen. Durch die Corona-Pandemie und der dadurch bedingten Absage des MTV Unplugged-Konzeptes sind erstmals vier Jahre ins Land gegangen, in denen auch innerhalb der Band einiges passiert ist. Der ehemalige Schlagzeuger Martin Stöck ist verstorben und Anfang 2022 verabschiedete sich Martin Ansel aus der Gruppe. Mit Severin von Sydow gibt es bereits einen jungen Nachfolger, der seine Feuertaufe beim großen Jubiläumskonzert auf Schalke hatte.

Nun also der siebzehnte Longplayer der Band aus Bietigheim-Bissingen. Nach dem ersten Hördurchgang ging es mir mit „Persönlich“ so wie mit dem letzten Album. Auch hier fand ich erstmal keinen Song, der mich gleich komplett abgeholt hat. Allerdings gab es textlich ein paar Titel, die mir gefallen haben („Immun“, „Verschwörer“. Und so war es natürlich klar, dass ich „Persönlich“ wenigstens eine Chance noch geben wollte. Und bereits der zweite Durchgang (in Ruhe und mit Kopfhörern) offenbarte dann schon einige Perlen. Die genannten Songs konnten mich jetzt auch musikalisch abholen. Vor allem „Verschwörer“ ist in beiden Versionen ein Volltreffer. Das Besondere ist hier, dass Ingo Reidl die Gesangsspur der lauten Variante genommen, eine komplett neue Musik komponiert hat (leise) und hier die Tonspur draufgelegt hat. 

Doch auch „Voll sein“, „Laune“, „Persönlich“ oder „Ist es mein Gesicht“ (mit einem tollen Text von Heinz Rudolf Kunze) wissen zu gefallen und bekommen nach und nach das Prädikat „Typisch pur“. Überhaupt sind die Texte von Hartmut Engler deutlich persönlicher als bei „Zwischen den Welten“, was ebenfalls dafür sorgt, dass das Album weiter wächst. „Abrakatrina“ ist eine wundervolle Liebeserklärung an seine Verlobte, „Im Pool“ der Song zu einer besonderen Freundschaft und „Herzlich willkommen“ eine Ode an seine Nichten. Auch die mit Naturally 7 neu aufgenommene Version von „Funkelperlenaugen“ ist gelungen. Und natürlich „Herzensgut“. Eine grundehrliche und emotionale Abschiedsballade an Martin „Stöcki“ Stöck. Das Tolle hier ist, dass man eine alte Schlagzeugspur von Stöcki genommen hat, sodass er auf „seinem“ letzten Song noch einmal zu hören ist. Mit dem Instrumental „Wir waren und wir werden“ gibt es einen wundervollen Rauswerfer. 

Trackliste:

01 – Voll sein

02 – Laune

03 – Immun

04 – Abrakatrina

05 – Ein gutes Morgen

06 – Persönlich

07 – Verschwörer (laut)

08 – Verschwörer (leise)

09 – Ist es mein Gesicht (feat. Cassandra stehen)

10 – Im Pool

11 – Komet (Mounioalusta)

12 – Herzlich willkommen

13 – Staub

14 – Funkelperlenaugen 2022 (feat. Naturally 7)

15 – Herzensgut

16 – Wir waren und wir werden

Fazit:

Nach anfänglicher Skepsis gefällt mit „Persönlich“ inzwischen richtig gut. So gut, dass ich das Album durchaus in die Riede der fünf besten Pur-Alben einsortieren würde, obgleich es an Werke „Seiltänzertraum“, „Abenteuerland“ und vor allem „Mächtig viel Theater“ nicht heranreicht. Trotzdem zeigen Hartmut Engler und seine Männer, dass sie immer noch da sind. Daher freue ich mich, auch diese Rezension mit den Worten „Wir sehen uns beim Konzert“ (am 29.04.23 in Berlin) beenden zu können.

Bewertung:

Musik: 4,5

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 5

Texte: 5

Hörspaß: 4,5

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